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Von der Kunst, als Roboter ein belegtes Brot zuzubereiten

25.11.2014

ISACS 2014: Konferenz zu Aufmerksamkeit von kognitiven Systemen

Wie lernen Roboter, Avatare und andere künstliche Systeme sich auf die Dinge zu konzentrieren, die für ihre jeweilige Aufgabe wichtig sind? Mit diesem Thema befasst sich die Konferenz ISACS.

Nach Stationen in Peking (China, 2013) und Barcelona (Spanien, 2011) kommt sie am Montag, 1. Dezember, nach Bielefeld. Die Konferenz zu visueller Aufmerksamkeit bei kognitiven technischen Systemen wird im CITEC-Gebäude der Universität Bielefeld auf dem Campus Nord abgehalten.

Eine vermeintlich einfache Aufgabe wie die Zubereitung eines belegten Brotes erfordert nicht nur Vorwissen darüber, was in welcher Reihenfolge auf die Brotscheibe gehört. Nötig ist auch, dass Informationen ausgeblendet werden, die nichts mit dieser Aufgabe zu tun haben: die zahlreichen anderen Zutaten im Kühlschrank, die Nachrichten aus dem Küchenradio, die Tageszeitung auf der Ablage.

„Für einen Menschen ist es selbstverständlich, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Ein System mit künstlicher Intelligenz braucht dafür hingegen klare Regeln, sonst ist es nicht arbeitsfähig“, sagt Dr. Thies Pfeiffer. Er forscht am Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) und ist einer der Organisatoren der Konferenz.

Die Konferenz ISACS bringt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Robotik, Psychologie, Philosophie und Neurowissenschaften zusammen. Sie berichten zum Beispiel, wie sie Rechnersysteme so konstruieren, dass sie zu Aufmerksamkeit fähig sind. Außerdem geht es um die Frage, welche Prinzipien aus der Natur übernommen werden können, um künstliche Systeme aufmerksam zu machen.

Im Blick haben sie neben Robotern auch tragbare Systeme wie Datenbrillen, die den Träger mit Zusatzinformationen zu seiner Umgebung versorgen und dafür erkennen müssen, was für den Nutzer relevant ist. „Die Daten müssen dafür nahezu in Echtzeit verarbeitet werden. Schließlich werden die Zusatzinformationen sofort gebraucht“, sagt Pfeiffer.

Die Konferenz mit insgesamt elf Vorträgen ist in vier Themenblöcke unterteilt: Kognitive Aspekte von Aufmerksamkeit, Verkörperung von Aufmerksamkeit, Aktives Sehen und Aufmerksamkeit und Modellierung von menschlichen Augenbewegungen.

Hauptredner der Konferenz ist der Kognitionswissenschaftler Professor Dr. Constantin A. Rothkopf von der Technischen Universität Darmstadt. Er eröffnet die Tagung mit dem Vortrag zum „Vision through taks: from the Bongard problems to sandwich making“ (Sehen mittels Aufgabe: vom Bongard-Problem zur Butterbrot-Zubereitung). Zu den weiteren Referenten gehört Professorin Fiora Pirri PhD von der Universität La Sapienza in Rom (Italien). Sie arbeitet mit Eyetracking, also mit Kamera-Brillen, die die Blickbewegungen von Versuchspersonen aufzeichnen.

In Experimenten gehen diese Daten an einen Computer, der sie auswertet und dann bei der Versuchsperson nachfragt, ob er Objekte korrekt erkannt hat. Mit einem Vortrag sind auch Professorin Dr. Verena V. Hafner und Dr. Guido Schillaci von der Humboldt-Universität zu Berlin zu Gast. Sie erklären, wie Menschen und Roboter ihre Aufmerksamkeit gemeinsam auf eine Sache richten können. Alex Priamikov von der Frankfurt International Graduate School for Science stellt „OpenEyeSim“ vor. Mit dem Simulator lassen sich menschliche Augenbewegungen nachahmen und untersuchen.

Der Konferenzname „ISACS“ steht für International Symposium on Attention in Cognitive Systems (Internationales Symposium zu Aufmerksamkeit in Kognitiven Systemen). In Bielefeld wird die siebte Auflage der Konferenz abgehalten. Die Tagung findet in englischer Sprache statt. Wer teilnehmen möchte, kann sich auf der Internetseite der Konferenz kostenlos anmelden: http://isacs2014.joanneum.at/registration .

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, über die Veranstaltung zu berichten.

Kontakt:
Dr. Thies Pfeiffer, Universität Bielefeld
Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC)
Telefon: 0521 106-12373
E-Mail: thies.pfeiffer@uni-bielefeld.de


Weitere Informationen:

http://isacs2014.joanneum.at

Jörg Heeren | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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