Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von der intelligenten Kniebandage bis zum Rucksack-Alarm

26.01.2016

Fraunhofer IZM zeigt Live-Demos zukünftiger Wearable-Anwendungen

Durch die Integration von elektronischen Baugruppen lassen sich Textilien um zahlreiche Funktionen wie zum Beispiel Sensorik oder Beleuchtung erweitern. Mit seiner 15-jährigen Expertise auf diesem Gebiet hat das Fraunhofer IZM völlig neue Anwendungsfelder für Textilien eröffnet, die es nun auf der 10. Wearable Technologies Conference 2016 in München (ICM, Stand 32) zeigt.


Textiles Display mit 64 Smart Pixel in einen Mantel integriert

Volker Mai / Fraunhofer IZM


Rucksack mit präventiver Alarmsicherung gegen Taschendiebstahl

Elisabeth Grebe/ Skarabeos

Eine Messeneuheit wird ein textiler Dehnungssensor für eine Kniebandage sein. In dem derzeit laufenden Forschungsprojekt MOTEX wurde ein dehnbares Textil entwickelt, mit dem die Beugewinkel des Knies genauestens überwacht werden können.

Vor allem Reha-Patienten mit einem neuen künstlichen Kniegelenk könnten von dieser Anwendung profitieren. Durch das System wird es erstmals möglich sein, unnötige und der Genesung nicht förderliche Verschleißbewegungen in Echtzeit zu überwachen und durch die Anbindung an das Smartphone und die Cloud den Patienten und Ärzten Feedback zu geben.

Zusammen mit den belgischen Forschungsinstituten Centexbel und Mobilab entwickelte das Fraunhofer IZM das Sensorkonzept sowie die miniaturisierte Elektronik für die Datenaufnahme.

Eine ähnliche Technologie kam auch in einem hochflexiblen und verformbaren LED-Display zum Einsatz. Die im Projekt SINETRA entwickelte 7-Segment-Anzeige ist für optische Warninfos in extremen Umgebungen gedacht, etwa in der Schutzbekleidung für Feuerwehrleute.

Zur Herstellung solcher Anzeigen werden so genannte Stretchable Circuit Boards (SCB) verwendet, dehnbare Leiterplatten auf der Basis von Polyurethan, durch die der Herstellprozess von Textil und Elektronik so lang wie möglich voneinander getrennt werden kann. Erst in einem finalen Schritt wird die wasch- und bügelbare Elektronik auf das textile Material – in diesem Fall Vlies – laminiert.

Auch verschiedene Sicherheitsanwendungen werden durch textile Integrationstechnologien möglich. Erstmals stellt das Fraunhofer IZM zusammen mit der österreichischen Firma Skarabeos den Prototypen eines Rucksacks vor, der Taschendiebstähle verhindern kann.

Ein textilintegrierter Sensor sorgt dafür, dass der Rucksack Alarm schlägt, bevor er unberechtigt geöffnet wird. Die Sensordaten werden dabei auch per Bluetooth mit der Software auf dem Smartphone des Rucksack-Trägers abgeglichen und ermöglichen somit darüber hinaus standortbezogene Aktivitäten wie automatische Verriegelung in Zonen erhöhter Diebstahlgefährdung.

Ein Eyecatcher wird außerdem eine Jacke mit textilen Displays sein, welche Farbe und Muster beliebig wechseln oder auch als dynamischer Informationsträger zur Verfügung stehen kann. Während konventionelle Displays meist als Matrix mit einem relativ hohen Verdrahtungsaufwand angesteuert werden, ist dies bei textilen Substraten nicht möglich, weil textile Fertigungsprozesse nicht die dafür geforderte Genauigkeit leisten. Daher werden durch einen so genannten I²C-Bus lediglich vier Leiter eingesetzt, an die dann die Smart Pixel parallel angeschlossen werden.

Die Smart Pixel sind kleine Leiterplatten, auf denen eine RGB-LED sowie vier passive SMD-Bauteile montiert sind. Zudem wurde mit der Embedding-Technologie das Herzstück jedes Pixels – ein I²C-Bus-LED-Treiber in QFN-Form – in die Pixelleiterplatte eingebettet. Aufgrund der geringen Abmaße der Smart Pixel bleibt das Textil auch weiterhin äußerst flexibel.

Alle genannten Prototypen werden im Ausstellungsbereich der 10. Wearable Technologies Conference 2016 in München (ICM, Stand 32) zu sehen sein.

Weitere Informationen:

http://www.izm.fraunhofer.de/de/news_events/tech_news/fraunhofer-izm-zeigt-live-...

Georg Weigelt | Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Auf der grünen Welle in die Zukunft des Mobilfunks
16.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF

nachricht Smart City: Interdisziplinäre Konferenz zu Solarenergie und Architektur
15.02.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Im Focus: Das VLT der ESO arbeitet erstmals wie ein 16-Meter-Teleskop

Erstes Licht für das ESPRESSO-Instrument mit allen vier Hauptteleskopen

Das ESPRESSO-Instrument am Very Large Telescope der ESO in Chile hat zum ersten Mal das kombinierte Licht aller vier 8,2-Meter-Hauptteleskope nutzbar gemacht....

Im Focus: Neuer Quantenspeicher behält Information über Stunden

Information in einem Quantensystem abzuspeichern ist schwer, sie geht meist rasch verloren. An der TU Wien erzielte man nun ultralange Speicherzeiten mit winzigen Diamanten.

Mit Quantenteilchen kann man Information speichern und manipulieren – das ist die Basis für viele vielversprechende Technologien, vom hochsensiblen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Auf der grünen Welle in die Zukunft des Mobilfunks

16.02.2018 | Veranstaltungen

Smart City: Interdisziplinäre Konferenz zu Solarenergie und Architektur

15.02.2018 | Veranstaltungen

Forschung für fruchtbare Böden / BonaRes-Konferenz 2018 versammelt internationale Bodenforscher

15.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

17.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Stammbaum der Tagfalter erstmalig umfassend neu aufgestellt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Strategien zur Behandlung chronischer Nierenleiden kommen aus der Tierwelt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics