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Viszeralmedizin 2011: Viszeralmediziner diskutieren Schritte gegen die Adipositas-Epidemie

15.09.2011
Fettleibigkeit vorbeugen und wirksam behandeln: Viszeralmediziner diskutieren Schritte gegen die Adipositas-Epidemie

Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland ist zu dick. Auch rund 15 Prozent der Mädchen und Jungen bis 17 Jahre gelten als übergewichtig oder fettleibig. Wie sich Adipositas wirksam vorbeugen und behandeln lässt, diskutieren Ärzte auf der „Viszeralmedizin 2011“ in Leipzig.

Der gemeinsame Kongress der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), deren Sektion gastroenterologische Endoskopie und der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) findet vom 14. bis 17.9.2011 im Congress Center Leipzig statt.

Die Zahl der Übergewichtigen und Fettleibigen wächst rasant. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht sogar von einer Adipositas-Epidemie. Übergewicht beginnt bei einem Body-Mass-Index (BMI) von 25 kg/m², Adipositas ab 30 kg/m². Das entspricht zum Beispiel einem Gewicht von 98 Kilo bei einer Körpergröße von 180 Zentimetern. Die üppige Körperfülle kann zu Erkrankungen führen wie Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck, gestörtem Fettstoffwechsel oder Krebs – mit weitreichenden sozialen und wirtschaftlichen Folgen. „Prävention muss deshalb schon im Kindes- und Jugendalter stattfinden – ausreichend Bewegung und geeignete Ernährung sind die denkbar einfachen Mittel auf diesem Weg“, betont DGVS-Kongresspräsident Professor Dr. med. Peter Malfertheiner aus Magdeburg.

Um Übergewicht und Adipositas erfolgreich behandeln zu können, seien fachübergreifende langfristig angelegte Programme notwendig, so die Experten. „Ein Team von Ärzten, Psychologen, Bewegungstherapeuten und Ernährungsspezialisten sollte zusammenarbeiten, um bei Patienten ein anderes Essverhalten zu trainieren“, sagt Professor Dr. med. Johannes G. Wechsler, Internist aus München. Als Diät für Fettleibige habe sich eine Formula-Diät bewährt, die Mahlzeiten durch Nährstoffgetränke ergänzt oder ersetzt. Anschließend sollte eine Reduktionsdiät folgen. „Außenseiter- oder Extremdiäten sind dagegen nicht erfolgversprechend“, ergänzt Wechsler.

Auch in Deutschland behandeln Ärzte Adipositas zunehmend operativ: Ein Magenband oder Magenbypass verkleinert das Verdauungsorgan und gibt dem Patienten schneller das Gefühl, satt zu sein. Allerdings gilt die Adipositas-Chirurgie als letztes Mittel der Therapie. „Die Entscheidung für eine Operation sollte interdisziplinär und kritisch getroffen werden“, empfiehlt Professor Malfertheiner. Eine chirurgische Behandlung wird bei einem BMI ab 40 empfohlen, ab einem BMI von 35 nur dann, wenn Begleiterkrankungen vorliegen. Derzeit diskutieren Experten bei Menschen mit Diabetes Typ 2 eine sogenannte bariatrische Operation schon bei einem BMI zwischen 30 und 35. Denn der Eingriff scheint den Zuckerstoffwechsel günstig zu beeinflussen.

Um wirksam gegenzusteuern, gelte es, ärztliche Kompetenz auf diesem Gebiet schnellstmöglich zusammenzubringen, so die Experten: „Dies ist zum Beispiel in Form von Schwerpunktpraxen für Ernährungsmedizin vorstellbar und sollte geschehen, bevor kommerzielle Anbieter handeln“, empfiehlt Professor Wechsler: Der Mensch habe nun fünf Millionen Jahre Mangelernährung überstanden. „Nur wenn alle Beteiligten in professionellen Behandlungsprogrammen zusammenarbeiten und die Politik gemeinsame Ziele mitträgt, werden wir auch die Folgen und Probleme der Überernährung lösen“, gibt Wechsler zu bedenken.

Terminhinweise:

Termin: Donnerstag, 15. September 2011, 17.00 bis 18.15 Uhr
Ernährungstherapie in speziellen Szenarien
17.00 bis 17.15: Adipositas (Wechsler, München)
Termin: Freitag, 16. September 2011, 15.30 bis 17.00 Uhr
Adipositas-Zentrum – metabolisches Syndrom
Vorsitz: Manger, Gera; Wechsler, München
Kontakt für Journalisten:
Pressestelle Viszeralmedizin 2011
Anna Voormann, Christine Schoner
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-552, Fax: 0711 8931-167
voormann@medizinkommunikation.org
schoner@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://www.dgvs.de
http://www.viszeralmedizin.com

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