Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vielschichtiger Blick auf Innovation

22.11.2010
Trends in Wissenschaft und Technik beobachten und analysieren, Potentiale und Risiken der Technologien diagnostizieren, gesellschaftliche und ökologische Folgewirkungen beurteilen. Und daraus politische Handlungsempfehlungen oder Richtlinien entwickeln – das sind Aufgaben der Technikfolgenabschätzung.

Vom 24. bis 26. November trifft sich in Berlin das Netzwerk Technikfolgenabschätzung zu seiner vierten Konferenz „Der Systemblick auf Innovation“, deren Organisation und Durchführung maßgeblich das am KIT beheimatete Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse trägt.

Das seit 2004 bestehende Netzwerk Technikfolgenabschätzung, ein Zusammenschluss aus Wissenschaftlern, Experten und Praktikern aus dem Themenfeld Technikfolgenabschätzung (TA) haben sich zum Ziel ihrer vierten Konferenz NTA 4 im Berliner Tagungszentrum „Neue Mälzerei“ gesetzt, den „vorausschauenden Blick der Innovations- und Technikanalyse auf von ihr zu untersuchende Systeme wie zum Beispiel Energieinfrastrukturen oder Mobilitätsinfrastrukturen zu reflektieren und Möglichkeiten und Grenzen ihrer Gestaltung zu erkennen“, so Professor Michael Decker, Sprecher des Netzwerkes. Dazu sollen nicht nur Anwendungen und Beispiele aus der Praxis präsentiert, sondern auch methodische und konzeptionelle Herausforderungen diskutiert werden.

Ein Beispiel sind Anforderungen an elektrische Hochspannungsnetze durch neue Strukturen im Energiebereich. „Dass systemanalytische Betrachtungen auch in der Industrie eine zentrale Rolle spielen, wird in den Plenarvorträgen transparent, in denen Wissenschaftler die Ökoeffizienzanalyse wie sie zum Beispiel BASF in ihrer Nachhaltigkeitsbewertung einsetzt, vorstellen“, so Decker.

Eröffnet wird die Konferenz mit rund 40 eingeladenen und eingereichten Vorträgen sowie Postern am Abend des 24.11.2010 um 18:00 Uhr mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Parlamentarische Technikfolgenabschätzung“ anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) mit Vertretern aus Wissenschaft und Politik. Mit dabei sind der stellvertretende TAB-Leiter Thomas Petermann, Wolf-Michael Catenhusen, bis 2005 Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Ulla Burchardt, SPD-Politikerin, MdB und Vorsitzende des Forschungsausschusses des Deutschen Bundestages, sowie Professor Wolfgang van den Daele, bis 2007 Mitglied des deutschen Ethikrates. Die Konferenz endet mit einer Plenarsitzung am Freitagvormittag in der Professor Frieder Meyer-Krahmer, bis Ende 2009 Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), über die Umsetzung systemanalytischer Forschung in der Politik spricht.

In thematisch fokussierten Sektionen werden zwei relevante Typen von 'Systemblick' behandelt. Die erste Sektion befasst sich mit dem Systemblick „Infrastrukturelle Innovation – Transition Management“, also dem Übergangsmanagement von alten in neue Infrastrukturen. Aufgeworfen wird hier zum Beispiel die Frage, ob etablierte Mobilitätsmuster eine Umsetzungshürde für die Elektromobilität als Antriebsenergie der Zukunft darstellen. Die zweite Sektion beschäftigt sich mit „Schlüsseltechnologien - zwischen Anwendungsoffenheit und Innovation“. Hierbei wird der Tatsache Rechnung getragen, dass Schlüsseltechnologien wie Materialwissenschaften oder Nanotechnologien als „ermöglichende“ Technologien viele Anwendungsbereiche finden. Zur Innovation werden sie erst in einem konkreten Anwendungsbereich – und nur dieser kann als Kontext einer systemanalytischen Betrachtung dienen. Die Sektion „Systemanalyse – methodische Herausforderungen für Technikanalyse“ rundet das Programm ab.

Erwartet werden neben Wissenschaftlern und Praktikern Vertreter der Natur- und Technikwissenschaften sowie der Sozial- und Kulturwissenschaften. Auch Diskussionspartner aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, zum Beispiel aus Nichtregierungsorganisationen wie dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub oder der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche, nehmen teil.

Gefördert wird die Konferenz vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Der Hauptorganisator, das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS), veranstaltet die Konferenz mit dem Institut für Technikfolgen-Abschätzung in Wien (ITA), dem Institut für Wissenschafts- und Technikforschung der Universität Bielefeld (IWT), dem Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin (ZTG) und dem Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung der Schweiz (TA-SWISS). Rund 20 ITAS-Mitarbeiter nehmen mit acht Vorträgen teil, das Institut gibt den Tagungsband heraus.

Prof. Michael Decker, Sprecher des Netzwerkes Technikfolgenabschätzung und Dr. Martin Knapp, Organisator der Konferenz, stehen am 2. Konferenztag am 25.11.2010 zwischen 09:30 Uhr und 11:00 Uhr für Fragen den Journalisten zur Verfügung. Das Gespräch findet im Seminarraum 3 (5.OG) des Tagungszentrums statt.

Veranstaltungsort:
Tagungszentrum „Neue Mälzerei“
Friedenstr. 91
10249 Berlin, Friedrichshain
Tram M5, M6, M8 „Strausberger Platz“
U5, Haltestelle „Strausberger Platz“
Weitere Informationen zu den NTA4-Konferenzen und dem Netzwerk Technikfolgenabschätzung: http://www.itas.fzk.de/v/nta4.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und staatliche Einrichtung des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

Weiterer Kontakt:

Tatjana Rauch
Presse, Kommunikation und Marketing (PKM)
Tel.: +49 721 608-6047
Fax: +49 721 608-5681
E-Mail: tatjana.rauch@kit.edu

Monika Landgraf | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig
20.11.2017 | Wissenschaft im Dialog gGmbH

nachricht VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"
20.11.2017 | VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie