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Die Artenvielfalt leidet und dieses Problem macht auch vor Oberfranken nicht Halt: Zum Auftakt der Fachtagung „Schutz der Pflanzenvielfalt“, die die Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Kooperation mit der Universität Bayreuth und dem Verein Flora Nordostbayern organisiert hatte, rief Oberfrankens Regierungspräsident Wilhelm Wenning alle gesellschaftlichen Kräfte dazu auf, die Ziele der bayerischen Biodiversitätsstrategie gemeinsam zu verfolgen.
Die Arten- und Sortenvielfalt sichern. Die Vielfalt der Lebensräume erhalten. Die ökologische Durchlässigkeit von Wanderbarrieren wie Straßen, Schienen oder Wehre verbessern. Umweltwissen vermitteln und vertiefen. Um all das geht es dem Freistaat Bayern in seiner 2008 auf den Weg gebrachten Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in Bayern.
Gerade für Oberfranken sieht Wenning den Erhalt der Artenvielfalt als ein dringend gebotenes Ziel. Von den buchenwaldreichen Höhen des Steigerwalds bis zu den Fels- und Wacholderhängen der Fränkischen Schweiz, von den sandigen Ebenen des Regnitzbeckens bis zum Fichtelgebirge mit den höchsten Bergen Frankens - wohl kein anderer Regierungsbezirk weist auf so kleiner Fläche eine so große Zahl unterschiedlicher Naturräume auf. Die Biodiversität in diesen Landschaften bringt Oberfranken handfeste Vorteile: Oberfranken gilt als Genussregion, als Wohlfühl- und Ferienregion. 4,4 Millionen Besucher kommen alljährlich in den Bezirk. Die Vielfalt ist auch Basis für gesunde Lebensmittel und sauberes Wasser.
Aber: „Der Verlust der Vielfalt macht auch vor Oberfranken nicht Halt“, so Wenning in seinem Beitrag zur Fachtagung an der Universität Bayreuth. 1982 habe die Regierung von Oberfranken mit der „Liste seltener und bedrohter Farn- und Blütenpflanzen in Oberfranken“ die erste regionale Rote Liste auf Naturraumbasis in der Bundesrepublik Deutschland vorgelegt. 2005 erschien die bis dato letzte Ausgabe. Daraus geht hervor: 53 Prozent der in Oberfranken vorkommenden Farn- und Blütenpflanzen sind inzwischen ausgestorben, verschollen oder gefährdet.
Tatsächlich verbuchen die Umweltschützer aber auch Erfolge. Manche Arten sind nach Oberfranken zurückgekehrt. Als höherer Naturschutzbehörde koordiniert die Regierung Programme des Naturschutzes, der Landschaftspflege und der Artenhilfe. Wenning nannte Naturschutz und damit auch den Schutz der Pflanzenvielfalt eine „klassische Querschnittsaufgabe“, an der alle gesellschaftlichen Kräfte mitwirken müssten. Gleichwohl funktioniere beides ohne die Informationen der biologischen und ökologischen Wissenschaften nicht. Der Regierungspräsident würdigte in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Arbeit des eng mit der Universität Bayreuth verbunden Vereins Flora Nordostbayern, der Grundlagenerhebungen zur heimischen Pflanzenwelt durchführt.
Mit der Tagung solle ein Bogen gespannt werden von der Erfassung der Pflanzenvielfalt bis hin zu deren Schutz, erklärten die Veranstalter. Stand und Perspektiven der Floristischen Kartierung Nordostbayerns sowie des botanischen Arten- und Flächenschutzes standen dabei im Mittelpunkt. Zudem diente die Veranstaltung als ein Forum für botanisch Aktive und Interessierte aus Naturschutzverbänden, Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie Fachbehörden.
Aus den Reihen der Universität Bayreuth trugen Dr. Bärbel Heindl-Tenhunen, Lehrstuhl für Pflanzenökologie, Dr. Marianne Lauerer, Ökologisch-Botanischer Garten, Privat-Dozent Dr. Gregor Aas, Direktor des Ökologischen-Botanischen Gartens, Torsten Bittner, Lehrstuhl Biogeografie, und Dr. Jürgen Kreyling, Lehrstuhl Biogeografie, mit Vorträgen zu der Tagung bei.
Frank Schmälzle | Quelle: Universität Bayreuth
Weitere Informationen: www.uni-bayreuth.de
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