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Vertikaler Wald in Mailand: Aufsehenerregendes Projekt fasziniert bei Osnabrücker Baumpflegetagen

10.09.2014

Weit mehr als 200 Tagungsgäste tauschen sich bei der 32. Auflage der Osnabrücker Baumpflegetage aus. Expertinnen und Experten widmen sich bei der Veranstaltung der Hochschule Osnabrück auch der Frage, wie widerstandsfähig verschiedene Baumarten bei zunehmenden Stürmen sind.

Ein vertikaler Wald, gepflanzt in den Gebäudehüllen von zwei Hochhäusern in zentraler Lage in Mailand: Seit einigen Jahren sorgt dieses visionäre norditalienische Projekt im Wortsinne für Aufsehen. Zum Auftakt der 32. Osnabrücker Baumpflegetage auf dem Campus Haste der Hochschule Osnabrück stellt Referentin Melanie Müller-Boscaro die Idee und Umsetzung des „Bosco Verticale“ vor, der vom Mailänder Architekturbüro Boeri Studio initiiert wurde. Mehr als 200 Zuhörerinnen und Zuhörer aus den Bereichen Baumpflege und Grünflächenmanagement sind von dem Projekt fasziniert.

480 große und mittlere Bäume, 250 kleine Bäume, 5.000 Sträucher sowie 11.000 Stauden und Bodendecker wachsen in den Gebäudehüllen. „Würde man diesen in die Höhe gepflanzten Wald auf eine ebene Fläche projizieren, entspräche das einer Fläche von einem Hektar Wald“, heißt es im Tagungsbeitrag von Müller-Boscaro. Dabei schaffe es das Projekt, auf eine ganz neue Art zu verdichten. „Man schafft Wohnraum und gleichzeitig Raum für Pflanzen.“

Die Landschaftsarchitektin betont zudem, dass das Gebäude durch das Laubkleid mit wechselnden Jahreszeiten ein imposantes Farbspiel biete. Die Wohnungen und Büroräume profitieren vom Schallschutz und den schattenspendenden Pflanzen.

Rege diskutieren die Zuhörerinnen und Zuhörer nach dem Vortrag, ob etwa die Innenräume nicht zu dunkel seien und wie sichergestellt wird, dass die Pflanzen auf begrenztem Raum nicht zu groß werden. „Letztendlich wird nur die Zeit zeigen können, wie sich ein solch mutiges Projekt mit den Jahren entwickelt“, erklärt Müller-Boscaro in ihrem Tagungsbeitrag.

Im weiteren Verlauf stehen die von der Hochschule veranstalteten Baumpflegetage ganz im Zeichen von Witterungseinflüssen und Baumsicherheit, Grünflächenmanagement und Nachhaltigkeit. „Erste Erfahrungen mit dem Pfingstunwetter 2014 werfen ein differenziertes Bild auf bisher sicher geglaubte oder scheinbar risikoreiche Baumarten. Muss möglicherweise an einigen Stellen in der Baumkontrolle und in der Baumpflege umgedacht werden?“, fragt Tagungsleiter Prof. Dr. Jürgen Bouillon. Expertinnen und Experten stellen ihre Forschungsarbeiten zu diesen Themen vor und tauschen sich in Workshops aus.

So referiert Prof. Dr. Ulrich Weihs von der HAWK Göttingen zum Thema „Grünastabbrüche - Phänomen, Bewertung, Stand der Rechtsprechung". Der Sachverständige Dr.-Ing. Lothar Wessolly befasst sich mit „Windlasten, Schwingungsverhalten von Bäumen und dynamischer Kronensicherung".

Eine Fachausstellung mit Produkten und Dienstleistungen aus Bereichen des Garten- und Landschaftsbaus, der Baumpflege und des Grünflächenmanagements begleitet die Tagung, die von der Professional School an der Hochschule Osnabrück organisiert wurde.

„Die Osnabrücker sind die Erfinder der Baumpflegetage, das kann man eigentlich gar nicht oft genug sagen“, betont Prof. Martin Thieme-Haack, Studiendekan für die Lehreinheit Landschaftsarchitektur, zur Begrüßung auf dem Campus Haste. Osnabrücks Bürgermeisterin Karin Jabs-Kiesler pflichtet bei und hebt die besondere Kompetenz am Standort hervor: „Stadt und Hochschule Osnabrück sind Vorreiter in der Baumpflege, wofür ja nicht zuletzt die Tatsache spricht, dass die Baumpflegetage bereits seit 32 Jahren hier stattfinden.“

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Jürgen Bouillon
Tagungsleiter
Tel.: 0541/969-5253
E-Mail: J.Bouillon@hs-osnabrueck.de

Weitere Informationen:

http://www.baumpflegetage.de Alle Informationen zu den Osnabrücker Baumpflegetagen.

Holger Schleper | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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