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Vermeidung und Beseitigung pharmazeutischer Spurenstoffe im Klinikabwasser

25.04.2012
Auf dem 13. Wümek – Kongress für Medizintechnologien und Energiewirtschaft in Kliniken vom 11. bis 12. Juni 2012 erörtern Experten der Emschergenossenschaft, Grundlagen und Lösungsansätze zur Vermeidung und Beseitigung pharmazeutischer Spurenstoffe in Klinikabwässern.

Medikamentenwirkstoffe werden nicht vollständig vom Körper aufgenommen und verbraucht, sondern teilweise ausgeschieden bzw. bei äußerlicher Anwendung abgespült, somit gelangen sie direkt ins Abwasser und können auch von konventionellen biologischen Kläranlagen kaum abgebaut werden.

Die Europäische Union hat am 31. Januar 2012 einen Gesetzesentwurf zur Anpassung der Anhänge der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) veröffentlicht, der erstmalig drei pharmazeutische Wirkstoffe enthält (siehe COM(2011) 876 der EU Kommission).

Sollten diese Stoffe nach Beratung durch das EU-Parlament, den Rat und die Kommission verbindlich werden, müssen entsprechende Grenzwerte europaweit eingehalten werden. Desweiteren ist nicht auszuschließen, dass zukünftig Grenzwerte für weitere Medikamentenrückstände in die Anhänge der WRRL aufgenommen werden. Da die Existenz pharmazeutischer Spurenstoffe allgemein und Vorgaben der EU-WRRL für alle Mitgliedsländer gleichermaßen von Bedeutung sind, hat die Emschergenossenschaft federführend bereits 2007 ein Kooperationsprojekt unter Mitwirkung 6-Europäischer Partnerinstitutionen aufgebaut, das sich zunächst mit den Behandlungsmöglichkeiten an Punktquellen (Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen) befasst: PILLS – “Pharmaceutical Input and Elimination from Local Sources” (Eintrag und Beseitigung von Arzneimittelrückständen aus Punktquellen). Die PILLS-Partner kooperieren mit einem Budget von rund 8 Millionen Euro von 2007 bis September 2012.

Die Ziele von PILLS umfassen neben der Erprobung von Reinigungstechnologien unter Praxisbedingungen auch die Bewusstmachung der Problematik in der Öffentlichkeit und die Unterstützung von Entscheidern über angemessene Lösungen zur Reduzierung von Einträgen der Medikamentenrückstände in die Umwelt. Vier Partner haben Pilot-Kläranlagen gebaut, die – im Falle Deutschlands und der Niederlande – das konzentrierte Abwasser von Großkrankenhäusern vollständig reinigen. Beispielhaft ist hier die Umsetzung in der Kläranlage des Marienhospitals Gelsenkirchen über die auf Wümek berichtet wird. Im Rahmen der Abschlussauswertung werden besonders die Untersuchungen zur Effizienz der angewendeten Technologien bei der Elimination von Antibiotika-resistenten Bakterienstämmen mit Spannung erwartet.

Weitere Informationen zum Kongress finden Sie unter www.wuemek.org.

Monika Hofmann-Rinker | Euritim
Weitere Informationen:
http://www.wuemek.org

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