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Zur Verantwortlichkeit der Compliance Officer

01.04.2010
Sie sitzen zwischen vielen Stühlen und haben - wie aktuelle Korruptionsfälle in global agierenden Wirtschaftsunternehmen zeigen - eine zunehmend verantwortungsvolle Aufgabe.

Wie aber soll ein dem Vorstand unterstellter Mitarbeiter gleichzeitig für gesetzeskonforme Arbeit seines Hauses sorgen. Zum Thema "Die Verantwortlichkeit des Compliance Officers" treffen sich in einer Tagung Juristen und Wirtschaftsexperten an der Universität Leipzig.

Zeit: 07.05.2010, 10:00 Uhr
Ort: Villa Tillmanns
Wächterstraße 30
Ein Compliance Officer sorgt in Unternehmen für die Einhaltung von unternehmensinternen und gesetzlichen Regelungen. Dazu überprüft er bestimmte Abläufe im Unternehmen (z.B. Bilanzaufstellungen) und sorgt für die regelmäßige Schulung von Mitarbeitern bzgl. der einzuhaltenden Vorschriften. In der Regel ist er der Unternehmensleitung direkt unterstellt. Dieser meldet er die Regelverstöße, die ihm auffallen. Zu Sanktionen ist er normalerweise nicht selbst berechtigt, diese werden von der Geschäftsleitung oder der Personalabteilung durchgeführt.

Die Thematik dieser Tagung ist seit einer Entscheidung des Leipziger Strafsenats des Bundesgerichtshofs (BGH) von besonderer Bedeutung für Unternehmen: Nach dem Urteil vom 17. Juli 2009 ist ein Compliance Officer oder ein Leiter der Innenrevision verpflichtet, gegen seinen Vorgesetzten vorzugehen, wenn dieser eine unternehmensbezogene Straftat begeht. Tut er dies nicht, kann er sich selbst wegen Beihilfe zur Tat seines Vorgesetzten strafbar machen. Diese Entscheidung des BGH hat in den Unternehmen für große Verunsicherung gesorgt. Denn aktuelle Fallkonstellationen, wie etwa der neue Korruptionsskandal bei Daimler oder die Vorfälle bei Siemens und Infineon, sowie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass bei den bedeutenden Fällen von Wirtschaftskriminalität häufig auch das Management involviert ist. Die Tagung der Universität Leipzig und der LAAW greift diese Fragestellung auf. Wissenschaftler, Richter und Praktiker aus führenden deutschen Unternehmen und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften diskutieren die Konsequenzen der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs für das neue Berufsbild des Compliance Officers.

Referenten sind:

Birgit Galley
Certified Fraud Examiner, Direktorin der "School of Governance, Risk and Compliance", Steinbeis-Hochschule Berlin
Prof. Dr. Hendrik Schneider
Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht, Kriminologie, Jugendstrafrecht und Strafvollzugsrecht an der Universität Leipzig
Dr. Andreas Mosbacher
Vorsitzender Richter am Landgericht Berlin
Susanne Boemke
Rechtsanwältin Boemke/Frick Rechtsanwälte in Leipzig
Dieter John
Mitglied des Vorstands der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RölfsPartner in Köln

Dr. Bärbel Adams | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de

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