Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

US-Spitzenforschung aus erster Hand: Karl Deisseroth spricht beim Neurologiekongress in Leipzig

24.08.2017

Der amerikanische Neurowissenschaftler Karl Deisseroth kommt am 21. September 2017 zum 90. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) nach Leipzig. Die DGN hat den Forscher von der Stanford University in Kalifornien als Gastredner geladen. Für seine bahnbrechenden Entdeckungen auf dem Gebiet der biologischen Grundlagen psychischer Erkrankungen wurde Professor Deisseroth im Frühjahr dieses Jahres mit dem weltweit höchstdotierten medizinischen Forschungspreis, dem Else Kröner-Fresenius-Preis, ausgezeichnet.

Im Rahmen des Präsidentensymposiums wird er die von ihm wesentlich mitentwickelte Methode der Optogenetik vorstellen. Sie erlaubt es, spezifische Neuronen und Nervenzellnetzwerke im Gehirn von lebenden Tieren ein- und auszuschalten. So können Forscher kausale Zusammenhänge zwischen neuronaler Aktivität und Verhalten herstellen. Die Optogenetik hilft, Fehlfunktionen in neuronalen Schaltkreisen bei Erkrankungen aufzudecken, und bietet neue Ansatzpunkte für Therapien, etwa in der Tiefen Hirnstimulation.

Vom 20. bis 23. September 2017 tagen rund 6000 deutsche und internationale Experten für Gehirn, Rückenmark, Nerven und Muskeln in Leipzig. Der Jahreskongress der DGN zählt zu den größten Medizinkongressen in Deutschland. Besucher erwartet vier Tage lang ein Update des gesamten Spektrums der Neuromedizin – von Schlaganfall über Demenzen, Bewegungsstörungen, Multiple Sklerose und Epilepsie bis zu seltenen Erkrankungen.

„Wir dürfen in Leipzig auch herausragende Gastredner begrüßen“, freut sich Kongresspräsident Professor Joseph Claßen vom Universitätsklinikum Leipzig, der gemeinsam mit Kongresssekretärin Professorin Dorothee Saur, ebenfalls aus Leipzig, und der Programmkommission der DGN ein hochkarätiges Programm zusammengestellt hat.

Optogenetik und Clarity: neue Einblicke ins Zentralnervensystem

Karl Deisseroth, den das renommierte Fachblatt „Nature“ unlängst als „method man“ betitelte, gilt in der internationalen Forscherszene als Durchstarter. Das Labor des 45-jährigen Professors für Biotechnologie und Psychiatrie an der Stanford-Universität in La Jolla, Kalifornien, hat zwei Verfahren entwickelt, die der Neurowissenschaft neue Einblicke in die Anatomie und Funktionsweise des Nervensystems ermöglichen:

Die Clarity-Technik, ein innovativer Ansatz, Hirngewebe von verstorbenen Menschen und Tieren mit Hydrogel zu präparieren, erlaubt es Forschern, tief in die Nervenzellgeflechte des Gehirns hineinzusehen – es quasi durchsichtig zu machen. Die Optogenetik wiederum ermöglicht eine Kontrolle von Nervenzellaktivität durch Licht. Als Ein- und Ausschalter der Nervenzellen fungieren dabei spezielle, auf Licht reagierende Eiweißstoffe (Rhodopsine). Deisseroth und seinem Team ist es gelungen, Gene mit dem Bauplan für diese „Lichtschaltereiweiße“ in die Hirnzellen von lebenden Mäusen zu schleusen und das Verhalten der Tiere per Laser zu steuern.

Karl Deisseroth ist Mitglied der US-amerikanischen National Academy of Sciences, Investigator am Howard Hughes Medical Institute und seit 2014 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften in Deutschland. Er war einer der Köpfe der milliardenschweren U.S.BRAIN Initiative, die 2013 von einer kleinen Gruppe von Neurowissenschaftlern und der Obama-Regierung ins Leben gerufen wurde. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung hat dem bereits vielfach ausgezeichneten Forscher 2017 den mit vier Millionen Euro dotierten Else Kröner-Fresenius-Preis für Medizinische Forschung verliehen. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ spricht von Deisseroth als einem „Wissenschaftler mit dem Potenzial, die Medizin zu revolutionieren“.

Die Optogenetik erreicht die Klinik

„Deisseroths Arbeiten erlauben atemberaubende neue Einsichten in die Pathogenese neuropsychiatrischer Erkrankungen“, sagt Kongresspräsident Professor Claßen. „Kaum ein Ansatz hat die Neurowissenschaft im vergangenen Jahrzehnt so stark nach vorne gebracht wie die Optogenetik.“ Seit den ersten wegweisenden Veröffentlichungen vor mehr als zehn Jahren wird die Methode inzwischen in Laboren weltweit angewendet. Forscher erwarten von der Methode wesentliche Innovationen für die Therapie neuropsychiatrischer Erkrankungen. „Die Optogenetik hilft zum Beispiel, die Funktionsweise von Hirnstimulationsverfahren aufzuklären und diese Behandlungstechniken, etwa bei Parkinson, zu verbessern“, erklärt Claßen.

Präsidentensymposium mit weiteren herausragenden internationalen Referenten

Im Rahmen des in diesem Jahr englischsprachigen Präsidentensymposiums erörtert ein renommiertes internationales Panel Netzwerkerkrankungen, ihre Erforschung und die daraus entstehenden Therapieansätze. Neben Professor Karl Deisseroth werden Professor Nikolaus Weiskopf vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig, Professor John W. Krakauer, Neurologe und Neurowissenschaftler aus Baltimore (USA), und Professor Matthew Lambon Ralph aus Manchester (Großbritannien) ihre Arbeiten präsentieren.

Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Neurologie
c/o albertZWEI media GmbH, Oettingenstraße 25, 80538 München
Tel.: +49 (0) 89 46148622, Fax: +49 (0) 89 46148625, E-Mail: presse@dgn.org
Pressesprecher der DGN: Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)
sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren mehr als 8000 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu sichern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin. www.dgn.org

Präsident: Prof. Dr. med. Gereon R. Fink
Stellvertretende Präsidentin: Prof. Dr. med. Christine Klein
Past-Präsident: Prof. Dr. med. Ralf Gold
Geschäftsführer: Dr. rer. nat. Thomas Thiekötter
Geschäftsstelle: Reinhardtstr. 27 C, 10117 Berlin, Tel.: +49 (0) 30 531437930, E-Mail: info@dgn.org

Weitere Informationen:

https://www.dgn.org/presse/pressemitteilungen/55-pressemitteilung-2017/3452-us-s...

Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Tagung „Elektronikkühlung - Wärmemanagement“ vom 06. - 07.03.2018 in Essen
11.01.2018 | Haus der Technik e.V.

nachricht Registrierung offen für Open Science Conference 2018 in Berlin
11.01.2018 | ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Im Focus: Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen

Forscher schaffen neue Generation von Knochenimplantaten

Wissenschaftler am Julius Wolff Institut, dem Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien und dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der...

Im Focus: Extrem helle und schnelle Lichtemission

Eine in den vergangenen Jahren intensiv untersuchte Art von Quantenpunkten kann Licht in allen Farben wiedergeben und ist sehr hell. Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung von Wissenschaftlern der ETH Zürich hat nun herausgefunden, warum dem so ist. Die Quantenpunkte könnten dereinst in Leuchtdioden zum Einsatz kommen.

Ein internationales Team von Wissenschaftlern der ETH Zürich, von IBM Research Zurich, der Empa und von vier amerikanischen Forschungseinrichtungen hat die...

Im Focus: Paradigmenwechsel in Paris: Den Blick für den gesamten Laserprozess öffnen

Die neusten Trends und Innovationen bei der Laserbearbeitung von Composites hat das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT im März 2018 auf der JEC World Composite Show im Fokus: In Paris demonstrieren die Forscher auf dem Gemeinschaftsstand des Aachener Zentrums für integrativen Leichtbau AZL unter anderem, wie sich Verbundwerkstoffe mit dem Laser fügen, strukturieren, schneiden und bohren lassen.

Keine andere Branche hat in der Öffentlichkeit für so viel Aufmerksamkeit für Verbundwerkstoffe gesorgt wie die Automobilindustrie, die neben der Luft- und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung „Elektronikkühlung - Wärmemanagement“ vom 06. - 07.03.2018 in Essen

11.01.2018 | Veranstaltungen

Registrierung offen für Open Science Conference 2018 in Berlin

11.01.2018 | Veranstaltungen

Wie sieht die Bioökonomie der Zukunft aus?

10.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit mikroskopischen Luftblasen dämmen

15.01.2018 | Architektur Bauwesen

Feldarbeiten der größten Bodeninventur Deutschlands sind abgeschlossen

15.01.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Perowskit-Solarzellen: Es muss gar nicht perfekt sein

15.01.2018 | Materialwissenschaften