Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Urologen zum Weltnierentag: "Bluthochdruck früh behandeln, Organspenden steigern!"

09.03.2009
Der Weltnierentag am 12. März naht und damit die Chance, Wissenswertes rund um das lebenswichtige Organ auf breiter Front öffentlich zu machen. Deutschlands Urologen haben zwei klare Botschaften. Erstens: Bessere Prävention durch die frühe Behandlung von Bluthochdruck. Zweitens: Die Steigerung der Zahl der Organspenden ist notwendig und möglich.

Wenn die Nieren versagen, ist das Leben akut bedroht. Dann hilft nur noch die Dialyse. Über 65 000 Menschen sind derzeit in Deutschland auf die künstliche Blutwäsche angewiesen.

Jedes Jahr kommen 17 000 bis 18 000 Patienten dazu. "Die Ursachen chronischen Nierenversagens sind vielfältig und haben sich im Laufe der letzten zehn Jahre verändert", so Professor Dr. Paolo Fornara von der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU). "Bis Ende der 90er Jahre waren zum Großteil die chronische Nierenentzündung, gefolgt von Diabetes Typ 2 und verschiedene andere Krankheitsbilder wie Zystennieren oder Systemerkrankungen ursächlich. Heute sind über ein Drittel aller Dialysepatienten Diabetiker."

Diese Verschiebung läge, so der Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Urologie in Halle, auch daran, dass etwa 20 Prozent der Dialysepatienten älter als 65 Jahre sind und deshalb häufig unter alterstypischen Erkrankungen leiden, die gemeinsam mit der Diabeteserkrankung zur Dialyse führten.

Diabetes Typ 2, der sogenannte Altersdiabetes, gelte als Zivilisationskrankheit und werde in vielen Fällen durch falsche Ernährung begünstigt. Auch Bluthochdruck ist ein großer Risikofaktor für chronische Nierenerkrankungen. "Diese Tatsache wird leider noch viel zu oft unterschätzt", sagt Professor Fornara. Seine Empfehlung orientiert sich an den Erkenntnissen der World Health Organization (WHO) und der Deutschen Hochdruckliga und lautet: "Ein systolischer Wert über 120 sowie ein diastolischer Wert über 80 sind als grenzwertig zu betrachten. Werte über 140 systolisch und 90 diastolisch gelten auf alle Fälle als behandlungsbedürftige Hypertonie".

Für eine effektive Prävention empfiehlt der Transplantations-Experte zusätzlich einen einfachen Urintest und eine Ultraschalluntersuchung der Nieren, wodurch zahlreiche Nierenerkrankungen frühzeitig entdeckt werden können.

Patienten, die bereits dialysepflichtig sind, haben nur eine Hoffnung: die Nierentransplantation. Doch es gibt zu wenig Spenderorgane. "Die durchschnittliche Wartezeit beträgt vier bis fünf Jahre, und das ist für die meisten der 65 000 Dialysepatienten zu lang. Bis dahin sind sie oft schon zu krank, um auf die aktive Warteliste zu kommen und transplantiert zu werden." Ende 2007 standen dort 7916 Namen. Der aktuelle Rückgang der Organspender verschärft die Lage zusätzlich.

Nach vorläufigen Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation haben 2008 bundesweit 1.198 Menschen nach ihrem Tod ihre Organe gespendet. Das sind 8,8 Prozent weniger als im Vorjahr. "Trotzdem brauchen wir keine neue Diskussion um Zustimmungs- oder Widerspruchsregelung", so Professor Dr. Paolo Fornara.

"Um die Zahl der Organspenden zu erhöhen, gilt es vor allem auch kleinere Krankenhäuser fachlich, logistisch und wirtschaftlich in die Lage zu versetzen, Spender zu melden und Organentnahmen durchzuführen." Wichtig sei ebenfalls die Förderung der Lebendnierenspende, die unter Verwandten und einander Nahestehenden möglich ist. "Wesentliche Schritte dafür sind die Abschaffung der Nachrangigkeit der Lebendspende, eine bessere versicherungsrechtliche Absicherung der Spender und nach wie vor mehr Aufklärung der Öffentlichkeit, aber auch der Mediziner und Entscheidungsträger im Gesundheitswesen. Mit knapp 20 Prozent Lebendnierenspenden ist Deutschland im internationalen Vergleich weit abgeschlagen", so der DGU-Experte.

Zum Weltnierentag 2009 - Interview mit Prof. Dr. Paolo Fornara

Anlässlich des Weltnierentags am 12. März sprach die Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) und des Berufsverbands der Deutschen Urologen e.V. mit dem Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Urologie in Halle.

Weitere Informationen:
DGU-Pressestelle
Bettina-Cathrin Wahlers & Sabine Martina Glimm
Stremelkamp 17, 21149 Hamburg
Tel.: (040) 79 14 05 60
Fax: (040) 79 12 00 27
Mobil: 0170 48 27 287
Mail: info@wahlers-pr.de

Bettina-Cathrin Wahlers | idw
Weitere Informationen:
http://www.urologenportal.de
http://www.wahlers-pr.de/sites/proffornaranierentag.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein
28.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle
28.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE