Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unterschätzter Rohstoff: Gras als Energieträger, Baustoff, Basis-Chemikalie und Bodenretter

19.08.2015

7.-10. Sept. 2015: europäische Biomasse-Konferenz diskutiert, wie Gräser und andere mehrjährige Pflanzen den dringenden Bedarf nach Rohstoffen stillen können / Universität Hohenheim, Schloss Hohenheim, 70599 Stuttgart

Bis zu vier Meter hoch kann das riesige chinesische Schilfgras (Miscanthus × giganteus) werden. Er ist die einzige Variante des Miscanthus, die bisher großflächig in Europa angebaut wird, da sie relativ anpassungsfähig ist und hohen Ertrag mit geringem Bedarf an Düngern verbindet.

Das Riesengras ist einer der Hoffnungsträger der sogenannten Bioökonomie. Darunter versteht sich eine Wirtschaftsweise, die auf neue, andere und bessere Produkte von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen setzt.

Wieweit Gräser und andere mehrjährige Pflanzen dafür besonders geeignet sind, ist Thema der Perennial Biomass Crops Conference 2015. Denn im Detail besteht durchaus Forschungsbedarf.

Beispiel Miscanthus: Ein Gras mit wenig Ansprüchen und hohen Erträgen

So auch beim Beispiel Miscanthus. Denn der produziert keine Samen, das heißt er muss über Pflanzenteile zeit- und geldaufwendig vermehrt werden. Das Projekt OPTIMISC der Universität Hohenheim forscht deshalb an Möglichkeiten, neue Genotypen als Vorläufer von Sorten zu entwickeln, die über Samen vermehrt werden können. Denn das mehrjährige Gras ist vielseitig einsetzbar, weiß Prof. Dr. Iris Lewandowski, Prorektorin für Lehre an der Universität Hohenheim und Leiterin des Projekts.

„Miscanthus kann als Energie- oder Industriepflanze genutzt werden“, so die Expertin der Universität Hohenheim. „Es bringt hohe Erträge und wächst auch auf weniger fruchtbaren Böden.“

Auch bereits kontaminierte Böden könnten durch den Anbau von Miscanthus wieder gereinigt werden, so die Einschätzung von Prof. Dr. Lewandowski. „Miscanthus muss kaum gedüngt oder mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden. Das schont die Böden. Gleichzeitig könnten die bereits kontaminierten, marginale Flächen wieder genutzt werden.“

Prof. Dr. Lewandowski forscht an neuen Genotypen von Miscanthus, um diese auch für die Landwirtschaft erfolgreich nutzbar und noch stressresistenter zu machen. „Vor allem als ein alternativer Rohstoff in der Energie, der Baustoffbranche und zur Herstellung biobasierte Chemikalien hat Miscanthus noch viel Potenzial übrig“, lautet das Fazit der Expertin. „Verbessern wir diesen Genotyp weiter, kann das Schilfgras als Industrie- oder Energiepflanze in vielen Regionen weltweit angepflanzt werden und leistet dabei einen wichtigen Beitrag zur Bioökonomie.“

Konferenz präsentiert wissenschaftliche Projekte und Praxisbeispiele

Forschungsprojekte wie dieses stehen im Zentrum der dreitägigen Konferenz Perennial Biomass Crops 2015, zu der Wissenschaftler und Praktiker aus ganz Europa zur Universität Hohenheim reisen.

Ergänzt wird die Diskussion der Wissenschaftler durch Beispiele aus der Praxis. Denn auch Landwirte, die diese Gräser bereits anpflanzen, werden ihre Erfahrungen teilen und Wünsche für eine wirtschaftlich erfolgreiche Anpflanzung offenlegen.

Mehr Informationen, das Programm und die Projektpartner unter www.biomass2015.eu

Text: C. Schmid / Klebs

Weitere Informationen:

http://www.biomass2015.eu

Florian Klebs | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?
16.01.2017 | Wissenschaft im Dialog gGmbH

nachricht 14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“
12.01.2017 | BusinessForum21

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie