Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die unerreichte Leichtigkeit des Laufens

07.07.2011
Wir tun es tagtäglich, unser Leben lang, ohne viel darüber nachzudenken: das Laufen. Haben wir es erst einmal erlernt, bereitet es uns normalerweise keinerlei Mühe. Was leicht und dynamisch aussieht, ist das Ergebnis eines perfekten Zusammenspiels unseres komplexen Bewegungsapparates.

„Aus wissenschaftlicher Perspektive ist das Laufen auf zwei Beinen allerdings noch weitgehend unverstanden“, sagt PD Dr. André Seyfarth von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Das mache es beispielsweise für Ingenieure bislang unmöglich, humanoide Roboter mit der gleichen Leichtigkeit zum Laufen zu bringen, so der Bewegungswissenschaftler und Leiter des Lauflabors der Jenaer Universität.

Wie sich die menschliche Bewegung präzise in Computermodelle übersetzen und die Bewegungsabläufe von Laufrobotern optimieren lassen, das wollen Bewegungsforscher und Robotik-Experten vom 18. bis 21. Juli an der Uni Jena diskutieren. Dr. Seyfarth und sein Team richten dazu das diesjährige „Dynamic Walking“-Meeting aus, zu dem rund 100 Teilnehmer aus aller Welt erwartet werden. Für die internationale Tagung, die das sechste Mal in Folge – und dabei das erste Mal in Deutschland – stattfindet, sind renommierte Fachleute eingeladen worden. „Außerdem haben wir aus eingereichten Themenvorschlägen zusätzliche Referenten ausgewählt“, so Seyfarth.

Insgesamt habe man für die Tagung bewusst einen überschaubaren Rahmen gewählt, um ihr einen eher informellen Charakter zu geben. „Wichtig ist uns, dass die Teilnehmer miteinander ins Gespräch kommen können“, erläutert Tagungsorganisator Seyfarth. Neu sei etwa das Format der „Tandem Talks“: jeweils zwei oder mehr Forscher mit unterschiedlichem wissenschaftlichen Hintergrund diskutieren in einem gemeinsamen Vortrag eine aktuelle Frage. So stellen etwa der Zoologe Prof. Dr. Martin S. Fischer von der Uni Jena und Forscher der TU Ilmenau um Prof. Dr. Hartmut Witte und der TETRA GmbH Ilmenau den Kletterroboter „RatNic“ vor, dessen Design von natürlichen Vorbildern inspiriert worden ist. In ihrem Vortrag werden die Forscher diskutieren, wie sich das biologische Vorbild in die Konstruktion des Roboters übersetzen lässt. Im Anschluss an die Tagung findet am 22. Juli 2011 eine Demonstration des humanoiden Laufroboters Lola an der TU München statt.

„Außerdem vermitteln verschiedene Tutorien praktische Kenntnisse beispielsweise zur Modellierung und Optimierung der menschlichen Bewegung“, kündigt Dr. Seyfarth an. Zusätzlich sind eine Demonstration verschiedener Laufroboter und Beinprothesen sowie Laborführungen geplant.

Die Tagung „Dynamic Walking 2011“ findet vom 18. bis 21. Juli im Alten Schloss Dornburg statt. Weitere Informationen sind zu finden unter: http://www.dynamicwalking.uni-jena.de.

Kontakt:
PD Dr. André Seyfarth
Institut für Sportwissenschaft / Lauflabor der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dornburger Straße 23, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945730
E-Mail: andre.seyfarth[at]uni-jena.de

Dr. Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.dynamicwalking.uni-jena.de
http://www.uni-jena.de

Weitere Berichte zu: Dynamic Walking Lauflabor Laufroboter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Kongress Meditation und Wissenschaft
19.01.2018 | Universität Witten/Herdecke

nachricht LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen
18.01.2018 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie

Elektrische Felder steuern Nano-Maschinen 100.000-mal schneller als herkömmliche Methoden

19.01.2018 | Energie und Elektrotechnik