Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

UN-Ozean-Konferenz: Neuer Bericht zum Meeresschutz und Empfehlungen für die Verhandlungen

07.06.2017

Im Rahmen der ersten Meereskonferenz der Vereinten Nationen in New York haben Forscherinnen und Forscher des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) am Dienstag gemeinsam mit Partnern einen neuen Bericht zur Rolle des regionalen Meeresschutzes bei der Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele für die Ozeane vorgestellt. Gemeinsam mit internationalen Entscheidungsträgern und Meeresschutzexperten legten die Wissenschaftler zudem Empfehlungen zur nachhaltigen Nutzung der Meere vor, die Eingang in die UN-Verhandlungen finden werden.

Die Ozeane sind ein Gemeinschaftsgut, denn weder Fischschwärme noch Meeresmüll halten sich an Staatsgrenzen. Nur wenn Küstenstaaten zusammen arbeiten und Lösungen entwickeln, können sie marine Ökosysteme nachhaltig nutzen und schützen.


Schildkröten sind im Ozean vielen Gefahren ausgesetzt, darunter Meeresmüll.

© IASS / Carole Durussel

Doch wie sieht die regionale Zusammenarbeit in der Praxis konkret aus? Was ließe sich verbessern, um die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zum Meeresschutz umzusetzen? Das war Thema der Veranstaltung „Ozeane in der Agenda 2030 – die Rolle regionaler Governance“, die am 6. Juni im Rahmen der internationalen UN-Ozeankonferenz in New York statt fand.

Die schwedische Umweltministerin Karolina Skog eröffnete das Treffen in der Ständigen Vertretung Deutschlands bei den Vereinten Nationen in New York zusammen mit Erik Solheim, dem Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms (UN Environment), und Gunther Adler, Staatssekretär im Bundesumweltministerium.

Die hochrangig besetzte Veranstaltung, bei der sich Minister und andere Staatenvertreter, Wissenschaftler und NGOs trafen, wurde von Deutschland, Schweden, dem UN-Umweltprogramm, dem Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS), dem Institut für nachhaltige Entwicklung und internationale Beziehungen (IDDRI) und dem Think Tank for Sustainability (TMG) durchgeführt.

Mit Julien Rochette (IDDRI) stellte Sebastian Unger vom IASS den neuen Bericht „Partnering for a Sustainable Ocean –The Role of Regional Ocean Governance in Implementing Sustainable Development Goal 14“ vor, der in Kooperation mit TMG und UN Environment entstand und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziell unterstützt wurde.

Ein siebenköpfiges Forscherteam analysiert darin die Möglichkeiten und Herausforderungen regionaler Bündnisse bei der Umsetzung des UN-Nachhaltigkeitsziels 14 für Meeresschutz.

Regionale Bündnisse für die nachhaltige Nutzung der Meere

Zu den zehn im Bericht untersuchten Beispielen regionaler Zusammenarbeit gehört eine Initiative von sechs asiatischen Inselstaaten zum Schutz von Korallenriffen und der Zusammenschluss acht ostafrikanischer Staaten, die gemeinsam gegen illegale Fischerei vorgehen. Auch die Strategie der Europäischen Union für die Ostsee-Region nahmen die Forscher unter die Lupe.

„Mit der Studie konnte gezeigt werden, wie wichtig regionale Zusammenarbeit für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele in den Ozeanen ist,“ erklärte Sebastian Unger, der beim IASS den Bereich „Governance der Ozeane“ leitet. „Die Meere bedecken über 70 Prozent der Erdoberfläche. Ohne Kooperation über Grenzen und Sektoren hinweg werden die Nachhaltigkeitsziele nicht erreichbar sein.“

Julien Rochette, Direktor für die Agenda der Ozeane bei IDDRI, fügte hinzu: „Um institutionelle und rechtliche Hürden im Meeresschutz aus dem Weg zu räumen, benötigen regionale Initiativen noch stärkere Unterstützung. Auch den Austausch von Erfahrungen zwischen den Regionen sollten wir noch stärker voranbringen,.“ Auch der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer, Mitgründer des Think Tanks for Sustainability (TMG), sieht Handlungsbedarf: „Es wird Zeit, dass wir unser Wissen über die nachhaltige Nutzung der Meere miteinander teilen und das Gemeingut Ozean partnerschaftlich schützen. Diese Studie und die Empfehlungen an die UN-Ozeankonferenz sind erste wichtige Schritte auf diesem Weg.“

Die Forscherinnen und Forscher des IASS wollen nun unter dem Dach der vom IASS und anderen Partnern initiierten Partnership for Regional Ocean Governance (PROG) gezielt an passenden Lösungswegen für einzelne Meeres-Regionen arbeiten. In New York stellten die Wissenschaftler dafür gemeinsam mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, dem UN-Umweltprogramm und der Comisión Permanente del Pacífico Sur (CPPS) auch das Projekt „STRONG High Seas“ (Stärkung der regionalen Governance für die Hohe See) der Internationalen Klimaschutzinitiative vor. Von 2017 bis 2022 wird das Projekt im Südost-Atlantik und Südost-Pazifik durchgeführt.

„Wir wollen mit dem Projekt regionale Ansätze zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der Artenvielfalt auf der Hohen See entwickeln, weil diese Gebiete immer intensiver genutzt, aber durch bisherige Abkommen kaum geschützt werden“, erläuterte IASS-Meeresforscherin Carole Durussel, die das Projekt betreut. „Unser Ziel ist ein gemeinsamer Lernprozess, der regionale Bündnisse stärkt und damit auch die nachhaltige Meeresnutzung auf globaler Ebene verbessert.“ So sollen die Erkenntnisse von „STRONG High Seas“auch Eingang finden in zukünftige Verhandlungen für ein neues internationales Abkommen zum Schutz der Artenvielfalt in Gebieten jenseits nationaler Hoheitsgewalt.

Zur Vereinbarung von Interviews und bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an
Eva Söderman und Anja Krieger
Presse & Kommunikation
Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.
Berliner Straße 130, 14467 Potsdam
Tel. +49 (0)331 288 22-340/479
Fax +49 (0)331 288 22-310
E-Mail eva.soederman@iass-potsdam.de / anja.krieger@iass-potsdam.de
www.iass-potsdam.de

Das von den Forschungsministerien des Bundes und des Landes Brandenburg geförderte Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (Institute for Advanced Sustainability Studies, IASS) hat das Ziel, Entwicklungspfade für die globale Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft aufzuzeigen. Das IASS folgt einem transdisziplinären, dialogorientierten Ansatz zur gemeinsamen Entwicklung des Problemverständnisses und von Lösungsoptionen in Kooperation zwischen den Wissenschaften, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Ein starkes nationales und internationales Partnernetzwerk unterstützt die Arbeit des Instituts. Zentrale Forschungsthemen sind u.a. die Energiewende, aufkommende Technologien, Klimawandel, Luftqualität, systemische Risiken, Governance und Partizipation sowie Kulturen der Transformation.

Weitere Informationen:

http://www.prog-ocean.org/wp-content/uploads/2017/03/PROG_Partnering-for-a-Susta...
http://www.prog-ocean.org/
http://www.iass-potsdam.de/de/forschung/ozeane

Eva Söderman | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Berichte zu: Artenvielfalt IASS Meeresschutz Ocean nachhaltige Nutzung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Technologievorsprung durch Textiltechnik
17.11.2017 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS
17.11.2017 | Frankfurt University of Applied Sciences

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte