Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit

19.01.2009
DUH veranstaltet 1. Kongress zum Thema Umweltgerechtigkeit

Vom 31. März bis 1. April lädt die Deutsche Umwelthilfe Vertreter von Städten und Kommunen, Sozial- und Umweltverbänden, Experten aus Wissenschaft und Politik zum 1. Umweltgerechtigkeit Kongress nach Frankfurt/Main

Die Emissionen aus Straßenverkehr und Industrie belasten arme Menschen besonders stark. Studien belegen, dass die Umweltbelastungen in den Stadtteilen mit sozial und gesellschaftlich benachteiligten Bevölkerungsgruppen deutlich höher sind, als in einkommensstärkeren Gebieten.

Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) veranstaltet daher den ersten bundesweiten Kongress zum Thema Umweltgerechtigkeit, um mit Vertretern von Kommunen, Sozial- und Umweltverbänden über kommunale Herausforderungen, Projekte und Lösungen an der Schnittstelle von Umwelt-, Gesundheits- und Sozialpolitik zu diskutieren. Vom 31. März bis 1. April 2009 lädt die DUH zum Kongress „Umweltgerechtigkeit – Handlungsmöglichkeiten für mehr soziale Gerechtigkeit durch kommunalen Umweltschutz“ nach Frankfurt am Main ein. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Handlungsmöglichkeiten die Kommunen zur sozialverträglichen Gestaltung des Umweltschutzes haben und wie Synergieeffekte zwischen sozialen Belangen und Umweltschutz genutzt werden können.

Das Thema Umweltgerechtigkeit ist aus der internationalen Debatte um die Verteilung von Ursachen und Lasten des Klimawandels bekannt. Da die soziale Spaltung der Gesellschaft in Deutschland voranschreitet, ist die Frage nach mehr sozialer Gerechtigkeit im Umweltschutz jedoch auch hierzulande von politischer Bedeutung. Selbst wenn die Datenbasis zur Umweltgerechtigkeit durchaus ausbaufähig ist, lassen bereits existierende Studien darauf schließen, dass es in Deutschland einen Zusammenhang zwischen Armut und Umweltbelastungen gibt. Entscheidend für die Erreichung der umwelt-, energie- und klimapolitischen Ziele ist daher unter anderem, wie sozialverantwortlich die Politik sie gestaltet.

Einkommensschwache wohnen zum Beispiel häufiger an Hauptverkehrsstraßen und sind dadurch gesundheitsschädlichen Stoffen wie Schwefeldioxid, Feinstaub und Stickstoffdioxid stark ausgesetzt. Menschen mit niedrigem Einkommen haben somit ein höheres Risiko für verkehrsbedingte Krankheiten wie asthmatische Bronchitis oder Herzkreislauferkrankungen. Kinder aus armen Familien werden häufiger Opfer von Verkehrsunfällen und haben seltener Zugang zu nutzbaren öffentlichen Grünflächen. Für Hamburg stellte eine Studie fest, dass großtechnische Anlagen wie Kraftwerke, Müllverbrennungsanlagen und Raffinerien räumlich ungleichmäßig verteilt sind: Sie stehen besonders häufig in Stadtteilen mit hoher Arbeitslosigkeit und einer großen Anzahl von Sozialhilfe- und Hartz-IV-Empfängern. „Kommunaler Umweltschutz leistet einen Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit. Die Lebensqualität und das Sozialgefüge in den Stadtteilen verbessert sich mit einer sozialverantwortlichen Umweltpolitik, denn von einer sauberen Umwelt, öffentlichen Grünflächen und energetisch sanierten Häusern profitieren vor allem sozial benachteiligte Menschen“, sagt Robert Spreter, Leiter der Abteilung Kommunaler Umweltschutz der Deutschen Umwelthilfe.

Ob Stadtplanung, Verkehrsentwicklung, Klimaschutz oder die Qualität öffentlicher Grünflächen – Entscheidungen über die Gestaltung der Umwelt und der Lebensverhältnisse werden in bedeutendem Maße in der Kommunalpolitik und ‑verwaltung getroffen. Der Kongress der Deutschen Umwelthilfe bietet erstmalig ein bundesweites Forum zum Austausch zwischen Experten und kommunalen Praktikern. Das Konzept der Umweltgerechtigkeit wird auf dem Symposium anhand von Praxisbeispielen aus Kommunen vorgestellt: Diskutiert werden die sozialen Auswirkungen von Umweltschutz zu den drei Schwerpunkten Verkehr und Lärm, Klimaschutz sowie Stadt und Grün.

Die Veranstaltung findet vom 31. März bis 1. April 2009 im Saalbau Gutleut, Rottweiler Straße 32 in 60327 Frankfurt am Main statt. Eingeladen sind Interessierte aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Verbänden der Bereiche Umwelt, Gesundheit, Verkehr, Städtebau, Soziales, Planung sowie interessierte Privatpersonen. Die Teilnahme ist kostenlos. Weitere Informationen zum Umweltgerechtigkeitsprojekt der DUH, zu Programm und Anmeldung finden Sie unter www.duh.de/umweltgerechtigkeit.html.

Der Kongress ist Teil des DUH-Projektes „Umweltgerechtigkeit“, das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und dem Umweltbundesamt gefördert wird. Kooperationspartner des Projektes ist der Deutsche Städtetag.

Für Rückfragen:

Robert Spreter, Leiter Kommunaler Umweltschutz, Deutsche Umwelthilfe e.V., Fritz-Reichle-Ring 4, 78315 Radolfzell. Mobil: 0151 55016959, Tel.: 07732 9995 -30, Fax: 07732 9995 -77, spreter@duh.de.

Elke Jumpertz, Projektassistenz Kommunaler Umweltschutz, Deutsche Umwelthilfe e.V., Fritz-Reichle-Ring 4, 78315 Radolfzell. Tel.: 07732 9995 -65, Fax: 07732 9995 -77, jumpertz@duh.de.

Ulrike Fokken, Sprecherin Politik & Presse, Deutsche Umwelthilfe e.V., Hackescher Markt 4, 10178 Berlin, Tel.: 030 2400867 -22, 0151 55017009, fokken@duh.de

Ulrike Fokken | DUH
Weitere Informationen:
http://www.duh.de
http://www.duh.de/umweltgerechtigkeit.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?
16.01.2017 | Wissenschaft im Dialog gGmbH

nachricht 14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“
12.01.2017 | BusinessForum21

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie

Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa

16.01.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz