Treffen herausragender junger Forscher am Heidelberg Center Lateinamerika

Herausragende junge Forscher aus Lateinamerika und Europa kommen vom 17. bis 28. November 2014 in Santiago de Chile zur dritten „Santander International Summer School“ der Universität Heidelberg zusammen.

20 Doktoranden aus Belgien, Chile, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Mexiko, den Niederlanden, Portugal und Spanien werden sich mit aktuellen Forschungsfragen auf dem Gebiet der Astronomie auseinandersetzen. Dabei haben sie die Möglichkeit, sich mit renommierten Wissenschaftlern verschiedener europäischer und lateinamerikanischer Universitäten auszutauschen.

Die Sommerschule mit dem Titel „Reaching the Limits of the Sky: Astronomical Instrumentation in the 21st Century“ findet mit Förderung von Santander Universidades am Heidelberg Center Lateinamerika statt. Kooperationspartner sind das Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg sowie die Pontificia Universidad Católica de Chile. Die Veranstaltung schließt mit einem zweitägigen Symposium in der Santiago-Niederlassung des European Southern Observatory (ESO), zu dem rund 120 Wissenschaftler aus aller Welt erwartet werden.

Im Mittelpunkt der dritten „Santander International Summer School“ stehen neuartige Methoden und Technologien, mit denen sich die Leistungsfähigkeit moderner Teleskope erheblich verbessern lässt. „Turbulenz in der Erdatmosphäre lässt die Sterne flimmern; dies führt zu verschwommenen Bildern,“ erläutert Prof. Dr. Andreas Quirrenbach vom Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg (ZAH).

„Heute sind wir in der Lage, dieses Flimmern zu messen und mit beweglichen Spiegeln zu korrigieren. Damit erhalten wir Bilder, die so scharf sind, als wären sie von einem Teleskop im Weltraum aufgenommen – für einen Bruchteil der Kosten.“ In der zweiten Woche der Sommerschule wird es für die Teilnehmer „noch spannender“, so der Heidelberger Wissenschaftler. „Dann werden wir diskutieren, wie sich mehrere große Teleskope so zusammenschalten lassen, dass wir damit zum Beispiel die Geburt von Planetensystemen um junge Sterne direkt beobachten können.“

Wie Prof. Quirrenbach betont, ist Heidelberg einer der wichtigsten Forschungsstandorte für die Astronomie in Europa. Neben der Landessternwarte, dem Astronomischen Rechen-Institut und dem Institut für Theoretische Astrophysik, die gemeinsam das ZAH bilden, wird auch an den Max-Planck-Instituten für Astronomie und für Kernphysik sowie am Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) astronomische Forschung betrieben.

Die dafür notwendigen Meßinstrumente werden an der Landessternwarte und am MPI für Astronomie entworfen und gebaut. „Da einige der Heidelberger Instrumente nun an den Großteleskopen der ESO in Chile, dem wohl besten Observatoriums-Standort weltweit, im Einsatz sind, bot sich eine Kooperation zwischen Heidelberg und Santiago für diese Sommerschule geradezu an“, so Prof. Quirrenbach.

Neben Wissenschaftlern aus Heidelberg und Santiago de Chile werden Referenten aus Frankreich, den Niederlanden, Österreich und den USA an der Sommerschule mitwirken. Wissenschaftliche Koordinatoren der Veranstaltung sind Dr. Roland Gredel und Prof. Dr. Thomas Henning vom Max-Planck-Institut für Astronomie sowie Prof. Quirrenbach vom ZAH.

Auf chilenischer Seite sind Prof. Dr. Andrés Guesalaga und Prof. Dr. Leopoldo Infante von der Pontificia Universidad Católica de Chile beteiligt. Die Doktoranden erwartet ein umfangreiches Programm mit Vorträgen und Präsentationen. Darüber hinaus ist eine zweitägige Exkursion zum „Very Large Telescope“ der ESO in Nordchile geplant. Vorgesehen sind außerdem zwei öffentliche Vorträge am Planetarium der Universidad de Santiago de Chile.

Im Rahmen ihrer Kooperation mit Banco Santander erhält die Universität Heidelberg Fördermittel des globalen Unternehmensbereichs Santander Universidades, die zur Durchführung internationaler Sommer- und Winterschulen mit Teilnehmern aus Lateinamerika, Europa und Asien dienen. Diese Veranstaltungen finden abwechselnd am Heidelberg Center Lateinamerika in Santiago de Chile, am Heidelberg Center Südasien in Neu Delhi (Indien), am Internationalen Wissenschaftsforum Heidelberg und an einer Universität in Japan statt.

Die Sommerschulen dienen dem Ziel, die Mobilität junger Wissenschaftler zu fördern und den Aufbau neuer Exzellenznetzwerke in der Forschung zu unterstützen. Die vierte „Santander International Summer School“ widmet sich im März 2015 an der japanischen Universität Kyoto dem Religionsbegriff aus transkultureller Perspektive. Weitere Veranstaltungen zur molekularen Katalyse in der Chemie und zum Thema globale Nachhaltigkeit auf dem Gebiet der Geowissenschaften sind für Juli und September kommenden Jahres geplant.

Kontakt:
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presse@rektorat.uni-heidelberg.de

Weitere Informationen:

http://www.uni-heidelberg.de/forschung/international/santander_summer_schools

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