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Tiernutzung in der biomedizinischen Forschung: eine verdrängte Notwendigkeit?

04.06.2013
Öffentliches CIN Gespräch an der Universität Tübingen beleuchtet die Forschung an Tieren aus verschiedenen Perspektiven

Am Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) der Universität Tübingen erforschen Wissenschaftler die Funktionsweise unseres Gehirns, nicht zuletzt auch um Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten für Krankheiten wie den Morbus Parkinson oder zur Erblindung führende Netzhautdegenerationen zu verbessern und zu entwickeln. Für diese Forschung, die gleichermaßen der Erkenntnis wie der Anwendung in der Medizin, aber auch der Technik dient, sind in vielen Bereichen Tierversuche an unterschiedlichsten Spezies unverzichtbar.

Da Tierversuche regelmäßig zu heftigen Debatten Anlass geben, lädt das CIN zu einem Gespräch ein, in dem diese Notwendigkeit aus verschiedenen Perspektiven, auch aus der der Hilfe suchenden Patienten, beleuchtet werden soll. Durch die Einbeziehung von Patienten mit ihren Nöten und Hoffnungen soll Menschen Gehör verschafft werden, die in eher theoretischen Grundsatzdiskussionen in aller Regel ausgeklammert bleiben.

Zu der Veranstaltung am Montag, 24. Juni 2013 um 17 Uhr, im großen Hörsaal B04-210 der Universitäts-Kinderklinik (Gebäude 400/420, Ebene 4, Hoppe-Seyler-Str. 1) sind die Öffentlichkeit wie auch Medienvertreter herzlich eingeladen.

Teilnehmer und Themenschwerpunkte des Gespräches werden sein:

● Die Sicht der Wissenschaft:
Prof. Dr. Stefan Treue, Deutsches Primatenzentrum Göttingen
● Die Sicht der Patienten:
Prof. Dr. Eberhart Zrenner, Forschungsinstitut für Augenheilkunde
und Sharam Bagheri
Prof. Dr. Peter Thier, Hertie-Institut für Klinische Hirnforschung, Tübin-
gen und Marina Stüber, Deutsche Heredo-Ataxie-Gesellschaft e. V.
● Die Belange der Ausbildung:
Prof. Dr. Andreas Nieder, Institut für Neurobiologie, Lehrstuhl Tierphysiologie, Universität

Tübingen

● Die Sicht der Industrie:
Dr. Jörg Luft, Covance Laboratories GmbH, Münster
● Die Sicht des Tierschutzes:
Dr. Cornelie Jäger, Landesbeauftragte für Tierschutz, Ministerium für Ländlichen Raum und

Verbraucherschutz BW

● Die rechtliche Seite:
Prof. Dr. Wolfgang Löwer, Institut für Öffentliches Recht, Abt. Wissenschaftsrecht, Universität

Bonn

● Ethische Erwägungen:
Dr. Dr. Karin Blumer, Novartis AG, Basel
● Moderation:
Professor Heinz-Dieter Assmann, Prorektor für Struktur und Internationales, Universität Tübingen
Die Universität Tübingen
Innovativ. Interdisziplinär. International. Seit 1477. Die Universität Tübingen verbindet diese Leitprinzipien in ihrer Forschung und Lehre, und das seit ihrer Gründung. Sie zählt zu den ältesten und renommiertesten Universitäten Deutschlands. Im Exzellenzwettbewerb des Bundes und der Länder konnte sie sich mit einer Graduiertenschule, einem Exzellenzcluster sowie ihrem Zukunftskonzept durchsetzen und gehört heute zu den elf deutschen Universitäten, die als exzellent ausgezeichnet wurden. Darüber hinaus sind derzeit sechs Sonderforschungsbereiche, sechs Sonderforschungsbereiche Transregio und sechs Graduiertenkollegs an der Universität Tübingen angesiedelt. Besondere Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Integrative Neurowissenschaften, Medizinische Bildgebung, Translationale Immunologie und Krebsforschung, Mikrobiologie und Infektionsforschung, Biochemie und Arzneimittelforschung, Molekularbiologie der Pflanzen, Geo- und Umweltforschung, Astro- und Elementarteilchenphysik, Quantenphysik und Nanotechnologie, Archäologie und Urgeschichte, Geschichtswissenschaft, Religion und Kulturen, Sprache und Kognition, Medien- und Bildungsforschung. Die Exzellenz in der Forschung bietet den aus aller Welt kommenden Studierenden der Universität Tübingen optimale Bedingungen für ihr Studium. Knapp 27.000 Studierende sind aktuell an der Universität Tübingen eingeschrieben. Ihnen steht ein breites Angebot von mehr als 250 Studiengängen und Fächern zur Verfügung, das ihnen Tübingen als Volluniversität bietet. Dabei ist das forschungsorientierte Lernen dank einer sehr engen Verflechtung von Forschung und Lehre eine besondere Tübinger Stärke.

Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN)

Das Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) ist eine interdisziplinäre Institution an der Eberhard Karls Universität Tübingen, finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern. Ziel des CIN ist es, zu einem tieferen Verständnis von Hirnleistungen beizutragen und zu klären, wie Erkrankungen diese Leistungen beeinträchtigen. Das CIN wird von der Überzeugung geleitet, dass dieses Bemühen nur erfolgreich sein kann, wenn ein integrativer Ansatz gewählt wird.

Myriam Hönig | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-tuebingen.de/

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