Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tiefgreifender Wandel der Arbeitswelt

31.05.2011
Soziologen der Universität Jena laden zur Konferenz „Arbeit neu denken“ vom 8.-10. Juni ein

Der Arbeitsgesellschaft geht die Arbeit aus, so lautete in den 1980er Jahren ein Alarmruf der Sozialwissenschaftler. Inzwischen ist diese Ansicht revidiert: „Ein Ende der Arbeitsgesellschaft ist nicht abzusehen“, sagt Prof. Dr. Klaus Dörre von der Universität Jena. Stattdessen konstatiert der Soziologe einen tiefgreifenden Wandel des Arbeitsbegriffs.

Dabei gehe es nicht um den prognostizierten Wechsel hin zur Dienstleistungsgesellschaft, vielmehr nimmt die Zahl sogenannter prekärer Arbeitsverhältnisse stetig zu. „Doch unser Arbeitsbegriff orientiert sich noch immer am klassischen Modell der Industriegesellschaft“, sagt Klaus Dörre. Dabei müsse die Arbeit neu definiert werden.

Wie steht es mit Zeiten der Kindererziehung? Wie lässt sich gesellschaftliches Engagement einordnen? Die Herausforderung lautet, die Arbeit neu zu denken. So lautet auch der Titel einer Konferenz, die das Jenaer Zentrum für interdisziplinäre Gesellschaftsforschung (JenZiG) vom 8. bis 10. Juni in Jena ausrichtet. Eingeladen sind Praktiker aus Gewerkschaften, Politik und aus dem Arbeitgeberlager, im Wortsinne Arbeit neu zu denken.

Klaus Dörre, der Sprecher des JenZiG, zählt den demografischen Wandel der modernen Gesellschaften zu den größten Herausforderungen für den Arbeitsmarkt. „Bei Gesundheit und Pflege muss der Arbeitsmarkt expandieren“, sagt der Soziologe. Dazu gehöre zwingend, die aktuelle Niedriglohnstrategie aufzugeben. Deren Ursachen sehen die Jenaer Wissenschaftler darin, dass Berufe im Humanbereich traditionell als Frauenberufe angesehen werden. Damit fehle ihnen das Renommee und die Entlohnung sei entsprechend. „Der Charakter von Pflege als Mensch-zu-Mensch-Beziehung droht verloren zu gehen“, sagt Dörre. Sein Fazit: Insbesondere bei den Eliten müsse es ein Umdenken geben. Es werde zwar über die alternde Gesellschaft geredet, zusätzlich sei aber eine Diskussion über die Qualität von Human-Dienstleistungen dringend geboten.

Impulse dazu sollen von der Jenaer Konferenz „Arbeit neu denken“ ausgehen. Als Referenten wurden neben deutschen Wissenschaftlern Fachleute aus London, Glasgow, Kairo, Wien und der Schweiz gewonnen.

Neben JenZiG gehören das BMBF-Verbundprojekt „Externe Flexibilität und interne Stabilität im Wertschöpfungssystem ,Automobil'“ (EFIS) sowie der Sonderforschungsbereich 580 „Gesellschaftliche Entwicklungen nach dem Systemumbruch“ der Universitäten Jena und Halle-Wittenberg zu den Ausrichtern der Konferenz. Tagungsorte sind der JenTower (Leutragraben 1) und die Rosensäle der Universität Jena (Fürstengraben 27).

Das Tagungsprogramm im Internet:
http://www.soziologie.uni-jena.de/arbeit_neu_denken.html
Kontakt:
Prof. Dr. Klaus Dörre
Institut für Soziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiß-Straße 2, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945520
E-Mail: klaus.doerre[at]uni-jena.de

Stephan Laudien | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de
http://www.soziologie.uni-jena.de/arbeit_neu_denken.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"
22.09.2017 | BusinessForum21

nachricht Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg
22.09.2017 | DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie