Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

THESEUS: Forschung für das Internet der Dienste

13.02.2012
Das Internet der Zukunft wird intelligent sein und auch auf komplexe Anfragen die richtigen Antworten liefern.
Das erleichtert die Recherche in Archiven, medizinischen Bilddatenbanken oder Bibliotheken. Möglich machen das neue Software-Werkzeuge, die in dem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsprogramm THESEUS entwickelt wurden. Die Ergebnisse werden auf dem THESEUS-Abschlusskongress »Technologien für das Internet der Zukunft« (13. – 15. Februar 2012) in Berlin vorgestellt. Ein wichtiger Forschungspartner war die Fraunhofer-Gesellschaft.

Per E-Mail verschicken wir Fotos und Texte, im World-Wide-Web stöbern wir nach Sonderangeboten und Unternehmen lagern ihre Datenverarbeitung an Internet-Dienstleister aus. Doch das ist erst der Anfang. In Zukunft wird es noch viel mehr als Online-Auktionen oder das Shopping mit dem virtuellen Warenkorb geben. Das Internet von morgen ist in der Lage, verschiedenste Services und Datenbanken intelligent und kreativ miteinander zu verknüpfen. Wichtige Grundlagen für das »Internet der Dienste« haben Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam in dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie BMWi geförderten Forschungsprogramm THESEUS entwickelt.

Ein Ziel des Forschungsprogramms ist es, das Wissen der analogen Welt in digitale Dateien umzuwandeln, es zu erschließen und so für das Internet überhaupt erst verfügbar zu machen. Das gilt für Bücher und Zeitungen, für Audio- und Videoaufnahmen und auch für Filmrollen, die zu Hunderttausenden in Archiven lagern. In THESEUS wurden Verfahren erarbeitet, die all diese analogen Datenträger in Windeseile digitalisieren und analysieren. Das ist entscheidend, denn bislang gibt es von den wenigsten Dokumenten oder historischen Kunstschätzen Digitalkopien. Allein für die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB), ein öffentlich gefördertes Projekt, das Kunstwerke, Literatur oder Film- und Tonaufnahmen aus rund 30 000 deutschen Museen und Sammlungen verfügbar machen soll, müssen Hunderttausende Kleinodien erfasst werden. Auch die DDB setzt auf die neue Digitalisierungs-Technologie. Dazu gehören Archivierungs-Programme, die den Inhalt der Medien automatisch verschlagworten und so kodieren, dass Internet-Programme darauf zugreifen können – in Form von Videos im MPEG4-Standard zum Beispiel.

Die neuen Technologien können künftig auch Ärzten helfen. Ultraschall oder Computertomographie sind wichtige Grundlagen für die medizinische Diagnose und Therapie. Bislang gibt es allerdings kein Instrument, das all die damit verbundenen heterogenen Informationen – wie Texte, Bilder oder Labordaten – intelligent strukturiert und zugänglich macht. Im Anwendungsszenario MEDICO arbeiten Forscher daran, diese Lücke zu schließen.

Dies sind nur einige Ergebnisse des Forschungsprogramms. Insgesamt hat THESEUS mehr als 1600 wissenschaftliche Einzelergebnisse hervorgebracht. In den Tiefen des World-Wide-Web steckt ein großes Potenzial und enormes Wissen. Beides wird bislang nicht ausreichend genutzt. Die neuen THESEUS-Technologien machen das jetzt möglich. Viele wurden und werden bereits in Produkte übernommen. Neue Dienstleistungen und Geschäftsideen für das Internet von morgen können so entstehen. Ein Beispiel ist der Kfz-Schaden-Service, der nach einem Unfall automatisch die Versicherung, eine Vertragswerkstatt oder einen Sachverständigen informiert und zudem alle nötigen Formalitäten koordiniert. In THESEUS haben die Wissenschaftler eine ganze Reihe von Technologien für den zukünftigen Internet-Marktplatz entwickelt.

THESEUS ist das bislang größte vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Programm im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie. Etwa 60 Firmen und Wissenschaftseinrichtungen sind mit dabei – darunter auch neun Fraunhofer-Institute. Das 2007 gestartete Programm endet in diesem Jahr. Das Bundeswirtschaftsministerium unterstützte das Projekt mit 100 Millionen Euro. Dieselbe Summe haben die beteiligten Unternehmen investiert.

Marion Horn | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht »Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung
19.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht MES-Special für Controller und Produktionsmanager in Hoffenheim sehr gut gebucht
04.09.2017 | gbo datacomp GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie