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Thema Flugsicherheit dominiert den Kongress von Aircraft Engineers

06.09.2011
Der 39. Jahreskongress von AEI (Aircraft Engineers International) findet vom 5. bis 9. Oktober in Istanbul statt. Das jährliche Zusammentreffen von Luftfahrtexperten bietet qualifizierten Flugzeugingenieuren eine Plattform, ihre Ansichten und Bedenken zu aktuellen Trends in der Zivilluftfahrt zu äussern.

Ganz oben auf der Tagesordnung steht die wachsende Besorgnis, dass aufgrund des Outsourcings der Flugzeugwartung von Passagierflugzeugen die Wartungsarbeiten nicht direkt überwacht und somit kontrolliert werden können.

Fred Bruggeman, Generalsekretär bei AEI, sagt: "Obwohl Fluggesellschaften sehr darum bemüht sind zu behaupten, dass Sicherheit an erster Stelle steht, lässt die steigende Anzahl an Sicherheitsvorfällen jedoch das Gegenteil vermuten. AEI begrüsst die Tatsache, dass nach jahrelangen Warnungen zum Thema Sicherheitsstandards innerhalb Europas die Europäische Kommission nun endlich begonnen hat zu handeln."

Bruggemans Bedenken werden vom SAFA (Safety Assessment of Foreign Aircraft)-Programm bekräftigt, das eine erhöhte Anzahl an Sicherheitszwischenfällen bei in Deutschland registrierten Flugzeugen aufgedeckt hat. Die Ergebnisse wurden im Rahmen der Aktualisierung der Schwarzen Liste der EU im April veröffentlicht. AEI hält es für bedauernswert, dass so eine grosse Luftfahrtnation wie Deutschland eine öffentliche Schelte hinnehmen müsse, sei jedoch weiterhin davon überzeugt, dass solche Massnahmen nötig wären und die gewünschte Wirkung erreichen würden, nämlich eine Verbesserung der Aufsicht von Fluggesellschaften und Sicherheitsniveaus.

AEI drängt die EU deshalb dazu, ihre Pläne für die Einführung eines Sanktionssystems bei Nichteinhaltung der Vorschriften nach amerikanischem Modell in Europa erneut ins Rollen zu bringen. "Hohe Sanktionen und die unvermeidbare negative Presse dienen als starker Anreiz für Fluggesellschaften, Sicherheit zur Priorität zu machen", so Bruggeman weiter. "Es liegt im Interesse sowohl der Passagiere als auch der Sicherheit, dass Fluggesellschaften, die nicht den vorgegebenen Sicherheitsstandards entsprechen, namentlich genannt und angeprangert werden. Folglich ist die laufende EU-Konsultation zur Einführung eines ähnlichen Systems in Europa zu begrüssen, doch es bestehen Bedenken, dass der Prozess an Dynamik verloren hat und europäische Fluggesellschaften nach wie vor in der Lage sind, ihre Sicherheitslücken unter einem Deckmantel der Verschwiegenheit zu verstecken."

Ein weiteres Thema auf der Tagesordnung des Kongresses wird die Meldung von Ereignissen sein. AEI beharrt darauf, dass eine offene Meldekultur die Sicherheit erhöhen und daher von allen Parteien unterstützt werden muss. Leider wird den ständigen Versuchen von Fluggesellschaften, die Sicherheitsfunktion qualifizierter Luftfahrtingenieure zu untergraben, von Luftfahrtaufsichtsbehörden kein Einhalt geboten. Die Ingenieure kämpfen im Namen der Flugpassagiere an Flughäfen um Sicherheit und Standards. Es ist ihre Aufgabe zu gewährleisten, dass jedes einsatzfähige Flugzeug sicher und einsatzbereit für den nächsten Flug ist.

Leider sehen Fluggesellschaften dies häufig anders und erachten solche Sicherheitsexperten als Kostenfaktor oder sogar als Bürde.

Obwohl derzeitige Luftfahrtvorschriften spezifisch auf die Verantwortung dieser Ingenieure hinweisen, haben Aufsichtsbehörden wie die Europäische Agentur für Flugsicherheit (European Aviation Safety Agency, EASA) und das Luftfahrtbundesamt oftmals versäumt, diese auch durchzusetzen. Der Kongress wird gegenüber den Aufsichtsbehörden und Fluggesellschaften erneut die wichtige Rolle der qualifizierten Ingenieure bei der Flugzeugwartung betonen.

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