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Technodoping oder faire Unterstützung?

30.11.2011
Podiumsdiskussion über Hightech-Prothesen, Schwimmanzüge und mehr …

Die Abteilung Philosophie lädt gemeinsam mit dem Institut für Biomechanik und Orthopädie und der Abteilung Sportrecht am 7. Dezember um 18 Uhr zur Podiumsdiskussion in Hörsaal 2 ein.

Wenn am 4. August 2012 in London die olympischen 400-Meter-Vorläufe der Männer gestartet werden, kommt es vielleicht zu einer Weltpremiere. Mit Oscar Pistorius könnte der erste beidseitig unterschenkel-amputierte Sprinter bei Olympischen Spielen der Nicht-Behinderten an den Start gehen – und das mit realistischen Chancen auf die vorderen Plätze. Dafür muss sich Pistorius Anfang 2012 nur noch für den südafrikanischen Olympiakader qualifizieren.

Dank seiner federleichten Karbonprothesen, deren Handhabung der 26-jährige Südafrikaner im Laufe seiner jungen Karriere perfektioniert hat, kann Pistorius bei den Nicht-Behinderten mithalten. So verpasste er zwar bei der Leichtathletik-WM 2011 in Daegu das Finale, hätte aber im Endlauf mit seiner persönlichen Bestleistung von 45.07 Sekunden vom Juli 2011 den fünften Platz belegt. Seine Hightech-Prothesen geben immer wieder Anlass zur Diskussion.

Technodoping“ nennen es die einen, eine faire, unterstützende Maßnahme für jemanden, der von Natur aus zunächst körperlich benachteiligt scheint, die anderen. Längst ist das Thema nicht mehr nur aus orthopädischer Sicht interessant, sondern wird auch auf sportpolitischer, rechtlicher und moralisch-ethischer Ebene diskutiert.

Die Abteilung Philosophie des Instituts für Pädagogik und Philosophie lädt gemeinsam mit dem Institut für Biomechanik und Orthopädie und der Abteilung Sportrecht des Instituts für Sportökonomie und Sportmanagement am 7. Dezember um 18 Uhr zur Podiumsdiskussion zum Thema „Technisches Doping oder faire unterstützende Maßnahme?“ in Hörsaal 2 ein. Auf dem Podium diskutieren Professor Gert-Peter Brüggemann (Institut für Biomechanik und Orthopädie), der 2007 eine kontrovers diskutierte wissenschaftliche Studie mit Pistorius durchführte, Sportrecht-Experte Professor Martin Nolte und Professor Volker Schürmann (Abteilung Philosophie) – Moderation Michael Sauer (Manfred Donike Institut für Dopinganalytik e.V.).

Es wird nicht nur um den Fall Pistorius im Besonderen, sondern auch um Technodoping im Allgemeinen gehen. Wie viel darf die Technologie zum Sport beitragen? Wann muss, wie im Falle der zur Schnelligkeit beitragenden Schwimmanzüge, eine Grenze gezogen werden?

Sabine Maas | idw
Weitere Informationen:
http://www.dshs-koeln.de/

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