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Durch die Thematik der diesjährigen DGMEA-Tagung soll die Problematik von Stechmücken und der durch sie auf Mensch und Tier übertragenen Erreger gerade im Zusammenhang mit dem globalen Klimawandel wissenschaftlich diskutiert werden. Der Tagung mit etwa 70 angemeldeten Teilnehmern aus dem deutschsprachigen Raum ist eine Exkursion in den Leipziger Auwald vorgeschaltet. Hier sollen die Teilnehmer typische Brutorte von Stechmücken kennen lernen und den Fang von Stechmücken sowie die Larven- und Puppenstadien sehen, die im Wasser leben. In einer halbtägigen Exkursion haben die Tagungsteilnehmer dann die Gelegenheit, mit erfahrener Hilfe durch Mitarbeiter der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) die zuvor gefangenen Tiere zu bestimmen und mit vorhandenen Präparaten zu vergleichen.
In tropischen Gebieten können Krankheitserreger durch Stechmücken auf Mensch und Tier übertragen werden. Aktuellen Forschungen zu Folge kann diese Form der Krankheitsübertragung jedoch auch zu einer realistischen Gefahr hierzulande werden. In den vergangenen Jahren sind drei unterschiedliche Viren aus Stechmücken in Deutschland isoliert worden. Schon länger wurde vermutet, dass das weltweit vorkommende Sindbis Virus auch in Deutschland heimisch ist, aber erst vor zwei Jahren wurde es am Oberrhein in mehreren Stechmückenarten nachgewiesen. Es kann beim Menschen eine langwierige Arthritis auslösen, die allerdings bislang nicht in den betroffenen Gebieten in Deutschland festgestellt wurde.
Ein weiteres Virus ist derzeit jedoch in aller Munde: Usutu Virus, das im Jahr 2000 erstmals in Europa nachgewiesen wurde und ein massives Vogel-, vor allem Amselsterben verursachte. Nun gelang auch für das Amselsterben in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz der Nachweis von Usutu Virus als verursachender Erreger. Die Zukunft wird zeigen, welches Ausmaß das Vogelsterben hierzulande annehmen wird. Neben den exotischen Viren etablieren sich auch zunehmend exotische Stechmückenarten, die sich durch ein aggressives, meist sogar tagaktives Stechverhalten auszeichnen. Die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) wurde bislang nur einmal nachgewiesen und scheint bislang nicht heimisch geworden zu sein. Die ursprünglich ebenfalls aus Asien stammende Aedes japonicus kommt bereits im Südwesten Deutschlands, der Schweiz und Österreich vor.
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Martin Pfeffer
Institut für Tierhygiene und öffentliches Veterinärwesen
Telefon: +49 341 97-38152
E-Mail: pfeffer@vetmed.uni-leipzig.de
Susann Huster | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-leipzig.de
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