Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tagung: Juristen bilden sich im Recht des Nachbarlandes weiter

20.06.2013
So selbstverständlich Menschen heute Landesgrenzen überqueren, so schnell kommen sie mit dem Recht des Nachbarlandes in Kontakt.

Dies hat weitreichende Folgen für Richter, Anwälte, Notare oder Unternehmensjuristen. Sie müssen das andere Recht kennen und auch das im anderen Land übliche Verfahren beachten. Einblicke, wie Juristen in Deutschland, Frankreich, Belgien und der Schweiz das Recht der anderen Länder anwenden, erhalten Praktiker und Studenten am 28. und 29. Juni: Der Lehrstuhl für französisches Zivilrecht von Professor Claude Witz veranstaltet die Tagung „Die Anwendung des ausländischen Rechts durch den nationalen Richter – Deutschland, Frankreich, Belgien, Schweiz“.

Freitag, 28. Juni: Musiksaal (Geb. C5 1), Campus Saarbrücken, und
Samstag, 29. Juni: Geb. B 4 1, Raum 0.22

Ob eine deutsch-französische Ehe geschieden wird, der Erbonkel in der Provence verstirbt, im Urlaub ein Verkehrsunfall passiert oder die in Paris bestellte Ware nicht geliefert wird: Wer meint, mit dem Recht des Nachbarlandes nichts zu tun zu haben, irrt. „Der intensive wirtschaftliche Austausch zwischen Frankreich und Deutschland, die vielen deutsch-französischen Paare, auch die Wahl des Partnerlandes als Reiseziel führen zu Rechtstreitigkeiten aller Art vor deutschen wie französischen Gerichten“, sagt Professor Claude Witz. Und so kommen auch Juristen aller Art mit dem anderen Recht in Berührung.

Damit sie hierauf vorbereitet sind, veranstaltet Professor Witz am 28. und 29. Juni eine Tagung, bei der sich Juristen im Umgang mit dem ausländischen Recht weiterbilden können. Dies ist in der Praxis zunehmend wichtig. „Die schon vielfach europaweit vereinheitlichten Regeln des internationalen Privatrechts führen häufig dazu, dass ein französischer Richter deutsches Recht anzuwenden hat und umgekehrt. Vergleichbare Probleme stellen sich auch mit den anderen Nachbarländern wie Belgien und der Schweiz“, erläutert Professor Witz.

Eine Schwierigkeit für den Richter besteht darin, das ausländische Recht zu ermitteln, also etwa welche Gesetze einschlägig sind, welche Verfahrensvorschriften gelten. „Wir wollen den deutschen und französischen Praktikern die verschiedenen Wege, das ausländische Recht zu ermitteln, näher bringen. Parallel zu den Ermittlungsmethoden bestehen auch direkte Kooperationsmechanismen zwischen den nationalen Richtern, die wir aufzeigen werden. Außerdem wollen wir die bestehenden Vor- und Nachteile darstellen und eine Einschätzung zur gerichtlichen Kooperation abgeben“, erklärt Witz. „Indem wir die Erfahrungen anderer Staaten wie Belgien und der Schweiz einbeziehen, wollen wir außerdem feststellen, ob sich eher das deutsche oder das französische Modell hat durchsetzen können – oder ob ein völlig anderer Weg gewählt wird“, sagt der Jurist. Anhand praktischer Fälle wird darüber hinaus gezeigt, wie das Recht des Partnerstaates konkret angewendet wird.

Das Kolloquium richtet sich an Praktiker ebenso wie an Studenten und Doktoranden. „In den deutsch-französischen Studiengängen kommen die verfahrensrechtlichen Aspekte der deutsch-französischen Beziehungen häufig zu kurz. Das Seminar soll diese Lücke in der Ausbildung füllen und auch den Doktoranden neue Impulse mitgeben“, erklärt Professor Witz. „Für Anwälte, Richter und Justiziare wird von besonderem Interesse sein, mit den Referenten zu diskutieren, wie sich das bestehende System verbessern lässt“, sagt er.

Hintergrund: Studenten können an der Saar-Uni – was einzigartig ist – gleichzeitig deutsches und französisches Recht studieren und beide Abschlüsse erwerben: das „Erste Staatsexamen“ und den französischen Abschluss „Licence de droit“. Die Deutsch-Französische Hochschule fördert den binationalen Studiengang, der gemeinsam mit der Université de Lorraine getragen wird. Das Centre Juridique Franco-Allemand der Saar-Uni ist seit 1955 die einzige Hochschuleinrichtung außerhalb Frankreichs, die einen französischen Jura-Abschluss vergeben kann. Zwei französische Professoren lehren hier an französischen Lehrstühlen auf dem Saarbrücker Campus. Professor Witz, der das Kolloquium veranstaltet, hat einen der französischen Lehrstühle (für französisches Zivilrecht) inne und ist einer der Direktoren des Centre Juridique Franco-Allemand.

Kontakt: Prof. Dr. Dr. h.c. Claude Witz, Tel: +49 681 302 2125, Email: cl.witz@mx.uni-saarland.de

Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Telefoninterviews in Studioqualität über Rundfunk-Codec (IP-Verbindung mit Direktanwahl oder über ARD-Sternpunkt 106813020001). Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-3610).

Melanie Löw | Universität des Saarlandes
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de/lehrstuhl/witz.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW
08.12.2016 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht NRW Nano-Konferenz in Münster
07.12.2016 | Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Speicherdauer von Qubits für Quantencomputer weiter verbessert

09.12.2016 | Physik Astronomie