Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tag der Krebsforschung 2011 in Münster: Entdecken, Forschen, Informieren

22.02.2011
Medizinische Fakultät und UKM laden ein / Spezielle Angebote für Kinder und Jugendliche / Dialog mit Experten

Entdecken, Forschen, Informieren – darum drehen sich die Angebote des „Tages der Krebsforschung“ am 27. Februar in Münster, zu dem das Universitätsklinikum Münster (UKM) und die Medizinische Fakultät der Universität Münster alle Interessierten und ganz besonders Familien einladen. Der kostenlose Aktionstag steht unter dem Motto: „Den Krebs bekämpfen Spitzenmedizin von Menschen für Menschen“.

„Damit wird deutlich, was die Besucher an diesem Tag erwartet: Ärzte, Wissenschaftler und Selbsthilfegruppen zeigen gemeinsam, welche Fortschritte gerade im Bereich der Krebsbekämpfung erzielt worden sind, welche Möglichkeiten und Wege in Diagnose und Behandlung es schon gibt und welche Hoffnungen heute Betroffenen und ihren Angehörigen gemacht werden können“, erklärt Prof. Dr. Jörg Haier, Koordinierender Direktor des Zentrums für Onkologie („Comprehensive Cancer Center“) am UKM.

Ganz bewusst geht es aber nicht nur um die Hilfestellung bei der Krankheit, sondern auch darum, Krebs zu verhindern: Die Prävention ist ein zentrales Thema des Aktionstages, der auch einen Beitrag zum bundesweiten „Jahr der Gesundheitsforschung“ und zur Initiative Gesundheitsprävention der Stadt Münster darstellt.

Angesprochen werden soll die ganze Familie, für Kinder und Jugendliche gibt es spezielle Vorträge, etwa zum Thema „Sommer, Sonne, Bräunungsstudio Führt ungesunde Lebensweise wirklich zu Krebs?“. Spezialisten stehen für die Erwachsenen zum Dialog bereit, dabei geht es um Themen wie Strahlentherapie, Brust- oder Lungenkrebs.

Für einen ungestörten Vortragsbesuch der Eltern wird eine gesonderte Kinderbetreuung angeboten, zudem bietet die UKM-Physiotherapie einen speziellen Bewegungsparcours und eine Hüpfburg für Kinder. Ergänzt wird das Programm durch Führungen, bei denen sich Interessierte einen Eindruck von modernen Verfahren machen können. Unter dem Motto „Ganz nah dran“ gibt es Forschung zum Mitmachen für Jung und Alt.

Prof. Haier: „Wir wollen informieren und anschaulich zeigen, welche Verfahren es gibt und damit der Diagnose Krebs etwas von ihrem Schrecken nehmen. Denn durch patientennahe Forschung gibt es heute viele neue Möglichkeiten der Behandlung.“ Dazu zählt z.B. die „intraoperative Bestrahlung“ bei Brustkrebs. „Dabei bestrahlen wir bereits während einer brusterhaltenden Operation das alte Tumorbett. So erreichen wir direkt das umliegende Gewebe und können gleichzeitig die Bestrahlungsdosis nach einer Operation verringern“, nennt Dr. Joke Tio, Leitende Ärztin des Brustzentrums Münster ein Beispiel. Zudem werden in klinischen Studien bereits genomische Untersuchungen durchgeführt mit dem Ziel, das Krebsrisiko besser einschätzen zu können und so eventuell eine unnötige Chemotherapie vermeiden zu können.

Ein anderes Beispiel ist der Einsatz von Fluoreszenzlicht bei Hirntumor-Operationen. Ein Verfahren, dass Prof. Dr. Walter Stummer, Direktor der Klinik für Neurochirurgie am UKM, entwickelt hat: „Vor einer Operation schluckt der Patient ein Medikament, hierdurch wird das Tumor-Gewebe bei einer speziellen Beleuchtung anders farblich markiert. Dadurch wird die Präzision des Eingriffs deutlich verbessert, da der Unterschied zwischen dem gesunden und erkrankten Gewebe direkt für den Operateur deutlich sichtbar ist.“

Solche Beispiele verdeutlichen, wie wichtig eine patientenorientierte, schnell in die Anwendung übertragene Forschung ist, die daher einen enormen Stellenwert an der Medizinischen Fakultät hat. Dazu Prof. Dr. Andreas Jacobs, Forschungsdirektor des Zentrums für Onkologie: „Die universitäre Tumorforschung in Münster wird mit mehr als sieben Millionen Euro im Jahr gefördert. Aktuell sind über 700 Patienten an klinischen Studien beteiligt. Diagnostik und Therapie sind hierbei nur zwei Themen. Weitere Schwerpunkte sind die molekularen und genetischen Ursachen von Krebs, aber auch die Versorgungsqualität und die Langzeitfolgen.“ In den verschiedenen Kliniken und

spezialisierten Behandlungszentren des UKM werden jährlich über 4.000 stationäre und mehr als 14.000 ambulante Tumorpatienten pro Jahr behandelt, so Prof. Haier.

Die Krebsexperten aus Münster sind überzeugt: „Wir haben für den 27. Februar ein interessantes und abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt. Besonders glücklich sind wir über die große Beteiligung der Selbsthilfegruppen.“ Ergänzt wird das Programm durch Musik von den „Dandys“ und durch schmackhafte Leckereien der UKM-Lehrküche, die natürlich gerne den Gästen Tipps und Tricks verrät. Selbstverständlich sind alle Programmpunkte des Tages der Krebsforschung unter der Schirmherrschaft von Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe kostenlos.

Auf einen Blick: Tag der Krebsforschung 2011 in Münster
Wann: Am 27. Februar (Sonntag) von 14 bis 18 Uhr
Wo: UKM-Zentralklinikum, Albert-Schweitzer-Straße 33, Ebene 05
Kostenloses Parken: Ausfahrtickets für das Parkhaus »Zentralklinikum«
erhalten Besucher am Informationsstand des Zentrums für Onkologie.

Simone Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.krebsforschung-ms.de
http://www.ukmuenster.de

Weitere Berichte zu: Aktionstag Gewebe Krebsforschung Onkologie Selbsthilfegruppe UKM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht NRW Nano-Konferenz in Münster
07.12.2016 | Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW

nachricht Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht
05.12.2016 | Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie