Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wenn das tägliche Essen krank macht

06.05.2010
Allergologen tagen am Universitätsklinikum Jena am 8. Mai zu Nahrungsmittelallergien

Immer mehr Menschen verursacht unser Essen gesundheitliche Probleme: Auch Lebensmittel stehen immer mehr im Verdacht, Allergien auszulösen. Eine steigende Zahl von Patienten in Allergiesprechstunden, auch am Universitätsklinikum Jena (UKJ), ist die Folge. „Dabei handelt es sich allerdings nur in wenigen Fällen um echte Nahrungsmittelallergien“, wie Privatdozentin Dr. Margot Henzgen erklärt. „Viel häufiger lässt sich dieser Verdacht nicht belegen, weil andere, nicht allergische Unverträglichkeiten die Ursache für gesundheitliche Probleme sind.“ Diese Unterscheidung sowie die diagnostischen Methoden und Therapieverfahren auf diesem Gebiet beschäftigen die Teilnehmer des XXVI. Colloquium allergologicum, das am 8. Mai am Universitätsklinikum Jena stattfinden wird. Dazu erwarten die UKJ-Allergologen etwa 100 Allgemein-, Haut- und HNO-Ärzte sowie Pneumologen aus Thüringen und den benachbarten Bundesländern.

„Das Problem bei der Frage ‚Allergie oder nicht’ besteht darin, dass sich dies bei durch Nahrungsmittel verursachten körperlichen Beschwerden relativ schwer diagnostizieren lässt“, sagt die Expertin für Nahrungsmittelallergien. „Viele der verwendeten Methoden und Tests haben nur sehr wenig Aussagekraft und sind sehr kritisch zu sehen“, so Henzgen weiter.

Aussagekräftig sind Hauttests und Antikörpernachweise gegen Nahrungsmittelbestandteile im Blut, die zeigen, ob eine echte Allergie vorliegt. Der abschließende Nachweis kann dann durch die Nahrungsmittelgabe unter speziellen klinischen Bedingungen erfolgen, was bei einem Teil der Patienten notwendig ist. „Bei etwa 6 Prozent der Bevölkerung muss tatsächlich mit allergischen Reaktionen auf Nahrungsmittel gerechnet werden“, sagt Dr. Margot Henzgen. Diese Patienten bräuchten dann allerdings eine gezielte und abgestimmte Behandlung, denn „Nahrungsmittelallergien sind keine Bagatelle. Sie können sehr ernst sein und lebensbedrohlich werden“, so die Ärztin. Das Immunsystem reagiert dann in einer Fehlsteuerung auf eigentlich harmlose Stoffe wie auf Gifte. Am häufigsten ist das bei Kindern der Fall, hier sind Nahrungsmittelallergien die häufigste Ursache für einen sogenannten allergischen Schock. Aber auch in späteren Jahren können Allergien noch jederzeit neu auftreten. „Die genauen Mechanismen und Auslöser dieser Prozesse kennen wir nach wie vor nicht im Detail“, sagt Oberärztin Dr. Margot Henzgen. „Fest steht aber, dass Allergien leider selten so ernst genommen werden, wie es notwendig wäre.“

8. Mai 2010, Beginn: 8.00 Uhr
XXVI. Jenaer Colloquium allergologicum
„Nahrungsmittelallergie – differentialdiagnostische Herausforderung, Probleme und Perspektive“

Maxx Hotel Jena, Stauffenbergstr. 56

Ansprechpartnerin:
Oberärztin PD Dr. Margot Henzgen
Abteilung für Pneumologie/Immunologie und Allergologie, Klinik für Innere Medizin I, Universitätsklinikum Jena
Tel. 03641/9 32 41 38
E-Mail: Margot.Henzgen[at]med.uni-jena.de

Helena Reinhardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-jena.de

Weitere Berichte zu: Allergie Nahrungsmittel Nahrungsmittelallergie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel
02.12.2016 | Münchner Kreis

nachricht Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen
01.12.2016 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie