Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Synthetische Biologie: philosophische Grundlagen und ethische Probleme

26.09.2011
Biologen, Wissenschaftsphilosophen und Politikwissenschaftler tagen in Bielefeld

Die Synthetische Biologie kann als neue Disziplin der biowissenschaftlichen Grundlagenforschung gelten und zugleich als ein Zweig der Biotechnologie. Forscher in diesem Bereich arbeiten unter anderem an der Herstellung biologischer Systeme, die in der Natur so nicht vorkommen, indem beispielsweise durch Kombination von genetischen Modulen neue Stoffwechselwege in biologischen Zellen erzeugt werden.

Eine Tagung am Zentrum für Interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld beschäftigt sich Freitag und Samstag, 30. September und 1. Oktober, mit der Synthetischen Biologie, ihren erkenntnistheoretischen Grundlagen und Konsequenzen, und thematisiert, welche ethischen und sozialen Fragen mit diesem neuen Forschungszweig verbunden sind. Der Titel der Tagung lautet: "Synthesis - Interdisciplinary Interconnections in Synthetic Biology".

Synthetische Biologie ist in hohem Maß interdisziplinär: Experimentelle Biologen und Bioinformatiker arbeiten in diesem Forschungsbereich mit Ingenieuren und Mathematikern zusammen. Das hat zur Folge, dass klassische Erkenntnisziele stark mit ingenieurswissenschaftlich verstandenen Zielen verknüpft und diesen oft untergeordnet werden. Deshalb befassen sich Wissenschaftler häufig vor allem mit ethischen Fragen und Risikoabschätzungen, wenn es um die philosophische Auseinandersetzung mit der Synthetischen Biologie geht.

Die Tagung im ZiF soll diese Perspektive erweitern: Rund 20 Biologen, Wissenschaftsphilosophen und Politikwissenschaftler aus sieben Ländern tauschen sich zunächst über die theoretischen und philosophischen Grundlagen des neuen Forschungszweiges aus. Außerdem sprechen sie darüber, welche Konsequenzen sich aus den neuen Erkenntnissen dieses Forschungszweigs für den Begriff des Lebens ergeben. Erst ausgehend von den Ergebnissen dieser kritisch-theoretischen Auseinandersetzung diskutieren sie schließlich die ethischen und sozialen Fragen, die mit Synthetischer Biologie zusammenhängen.

Leiter der Tagung sind Ulrich Krohs (Universität Bern, Schweiz, bislang Universität Bielefeld), Maureen O'Malley (University of Sydney, Australien), Mark Bedau (Reed College und Portland State University, Oregon, USA). Die Tagungssprache ist Englisch.

Tagungszeiten:
30. September, 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr
1. Oktober, 9.00 Uhr bis 16.30 Uhr
Kontakt:
Professor Dr. Ulrich Krohs, Universität Bern
Institut für Philosophie
Telefon: 0041 31 6318288
E-Mail: ulrich.krohs@philo.unibe.ch
Tagungsbüro des ZiF:
Marina Hoffmann, Universität Bielefeld
Telefon: 0521 106-2768
Fax: 0521 106-6024
E-Mail: marina.hoffmann@uni-bielefeld.de

Ingo Lohuis | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bielefeld.de/ZIF/AG/2011/09-30-Krohs.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen
24.03.2017 | Technische Hochschule Wildau

nachricht Lebenswichtige Lebensmittelchemie
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise