Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Sprache der Mikroben entschlüsseln

02.09.2011
Doktoranden der Exzellenz-Graduiertenschule „JSMC“ der Universität Jena laden zur internationalen Konferenz „MiCom2011“ ein (13.-16.September)

Mikroorganismen, wie Bakterien und Pilze, sind zwar klein, ihr Einfluss auf das Leben und die Prozesse in der Natur ist aber gewaltig: Ohne sie könnten biologische Systeme wie der menschliche Körper oder die Stoffkreisläufe in der Natur nicht funktionieren. Diesen Einfluss erreichen die winzigen Lebewesen durch einen intensiven Informationsaustausch untereinander und mit ihrem Lebensraum, wie menschlichen, tierischen und pflanzlichen Zellen oder mit der Umwelt. Die Erforschung solcher Signale ermöglicht neue Entwicklungen in Medizin, Biotechnologie und Umweltschutz.

Die „Sprache der Mikroben“, steht deshalb im Mittelpunkt der Exzellenz-Graduiertenschule „Jena School for Microbial Communication“ (JSMC) der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Um sie entschlüsseln zu können, müssen Wissenschaftler verschiedener Disziplinen eng vernetzt zusammenarbeiten. Das haben die Doktoranden der JSMC zum Anlass genommen, eine internationale, fächerübergreifende Konferenz zu organisieren: Vom 13. bis 16. September laden sie zur „MiCom2011“ an die Uni Jena ein.

„Wir erwarten etwa 140 Teilnehmer aus aller Welt“, kündigt Sarahi Garcia an, „zum überwiegenden Teil Nachwuchswissenschaftler“. Garcia promoviert am Institut für Mikrobiologie der Uni Jena und koordiniert gemeinsam mit Holger Merker und weiteren JSMC-Doktoranden die Organisation der Konferenz.

„Die ,MiCom‘ ist eine Konferenz von Doktoranden für Doktoranden“, macht die junge Mexikanerin deutlich. „Wir wollen ein Forum bieten, in dem sich kreative Nachwuchswissenschaftler und gestandene Experten austauschen können“, ergänzt Holger Merker, der an seiner Promotion am Max-Planck-Institut für Chemische Ökologie arbeitet. Ziel sei es, die Kommunikation zwischen jungen Wissenschaftlern zu fördern und so neue Strategien zur Erforschung der mikrobiellen Kommunikation zu entwickeln.

Auch in diesem Jahr wird die „MiCom“, die 2010 Premiere hatte, ein breites wissenschaftliches Spektrum abdecken. „Wir haben insgesamt vier Schwerpunkte gesetzt“, sagt Holger Merker. Ein Thema wird sich mit Krankheitserregern befassen. Ein zweiter Schwerpunkt beleuchtet die Rolle von Mikroorganismen in Ökosystemen und ihre Signalstoffe sowie die Anwendungsmöglichkeiten, die sich daraus für den Menschen ergeben. Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf der Frage, wie sich die Vielzahl an Kommunikationswegen der Mikroorganismen in der Evolution überhaupt entwickeln konnte. Und letztlich soll diskutiert werden, wie man durch Computermodelle und neue Forschungstechnologien die Komplexität der Thematik am besten in den Griff bekommt.

„Jeder dieser Schwerpunkte wird von einem international renommierten Experten in einer ,key note lecture‘ eingeführt“, sagt Sarahi Garcia. Anschließend präsentieren und diskutieren die Doktoranden anhand von Vorträgen und Postern ihre Forschungsergebnisse. Workshops in Kleingruppen ermöglichen den intensiven Austausch mit den eingeladenen Gastrednern und Forschungsgruppenleitern aus Jena. „Neben dem wissenschaftlichen Austausch ist es uns wichtig, die Leute zusammenzubringen, um Impulse für zukünftige Kooperationen zu geben“, sagt Holger Merker. Deshalb versprechen die vier Tage in Jena auch nicht nur ein hochkarätiges wissenschaftliches Programm, sondern auch zahlreiche „social events“, wie ein gemeinsames Dinner, eine Stadtführung sowie Wander-, Kletter-, und Kanutouren.

Kontakt:
Sarahi L. Garcia
Institut für Mikrobiologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Philosophenweg 12, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949344
E-Mail: sarahi.garcia[at]uni-jena.de
Holger Merker
Max-Planck-Institut für Chemische Ökologie
Hans-Knöll-Straße 8, 07745 Jena
Tel.: 03641 / 571212
E-Mail: hmerker[at]ice.mpg.de

Dr. Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.micom-conference.de/
http://www.jsmc.uni-jena.de/
http://www.uni-jena.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni
24.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet
24.05.2017 | Deutsche Diabetes Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten