Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Spitzenkongress der Psychologie kommt nach Bielefeld

11.09.2012
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychologie vom 23. bis 27. September in der Universität Bielefeld

Die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) wird vom 23. bis 27. September erstmals in der Universität Bielefeld ausgerichtet. Der Kongress der DGPs gilt als die bedeutendste und größte Konferenz für psychologische Forschung in Deutschland. Knapp 2.500 Psychologinnen und Psychologen nehmen daran teil.

Unter dem Motto „Faszination Forschung“ präsentiert der 48. Kongress Spitzenforschung aus allen Feldern der Psychologie und angrenzende Disziplinen. Die Spannbreite der Vorträge und Workshops reicht von der klassischen psychischen Gesundheit über die Frage, wie wir zu den Menschen werden, die wir sind, bis hin zur Frage, auf welchen Grundlagen wir tagtäglich unsere Entscheidungen treffen. Die Veranstalter laden alle Interessierten zu zwei öffentlichen Vorträgen ein, die von hochrangigen Experten gehalten werden.

In dem ersten öffentlichen Vortrag spricht Professor Dr. Werner Greve von der Universität Hildesheim am Dienstag, 25. September, ab 18.30 Uhr über das Thema: „Erkenne dich selbst? – Wie kann ich ‚Ich‘ bleiben und doch meine Entwicklung ernst nehmen?“ In dem Vortrag in Hörsaal 1 thematisiert Greve, dass Menschen sich zwar ihr Leben lang verändern, Neues lernen und ihre Ansichten und Ziele wechseln, dass sie sich aber trotz dieser Wandlungen immer als dieselbe Person erleben und auch von Mitmenschen meistens als stabil und vorhersagbar wahrgenommen werden. Der Psychologe geht unter anderem darauf ein, wie es gelingt, Lebenswenden zu meistern und aus ihnen zu lernen, ohne seine Identität zu verlieren.

Den zweiten öffentlichen Vortrag hält Professor Dr. Wolfgang Prinz vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig am Mittwoch, 26. September, ab 18.30 Uhr im Hörsaal 1. Er befasst sich mit dem Thema Willensfreiheit und damit der Frage, inwieweit Menschen ihre Entscheidungen frei von inneren und äußeren Zwängen treffen. Prinz geht der Diskussion um diese klassische Frage der Psychologie und Philosophie nach. Er analysiert den Begriff Willensfreiheit und knüpft an Beispiele und Erfahrungen aus dem Alltagsleben an.

Zum Programm für die teilnehmenden Forscher und Praktiker gehören zudem 18 prominent besetzte Vorträge – die Keynotes. Die Referentinnen und Referenten berichten von aktuellen Entwicklungen in der psychologischen Forschung, stellen die Verbindung zwischen Grundlagenforschung und klinischer Anwendung her und stellen neue Ansätze und Perspektiven vor, mit denen die Wissenschaftler Antworten auf gesellschaftliche Fragen und Krisen geben wollen.

Professorin Dr. Christiane Spiel von der Universität Wien in Österreich zeigt in ihrer Keynote, dass es sich lohnt, im Bildungsbereich, in Unternehmen und der Politik Strategien und durchgeführte Maßnahmen zu evaluieren – um daraus zu lernen und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Professor Dr. Gerd Gigerenzer, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, erörtert in seinem Vortrag seine Forschungsergebnisse zur Frage, wie Menschen heutzutage Entscheidungen treffen. Er stellt analytische und anscheinend objektive Methoden intuitiven Entscheidungen gegenüber, die auf Wissen und Erfahrungen beruhen. Über Gewaltprävention im Fußball spricht Professor Dr. Friedrich Lösel von der University of Cambridge in Großbritannien und der Universität Erlangen-Nürnberg. Er ist einer der Verfasser der größten Hooligan-Studie in Deutschland. Lösel empfiehlt einen Maßnahmenkatalog, der neben Einschränkungen auch Kontrollen und Fan-Arbeit vorsieht.

Zum ersten Mal sind Ehrengäste der Polskie Towarzystwo Psychologiczne (Polnischen Gesellschaft für Psychologie) bei der Jahrestagung vertreten. Sie berichten über die Lage der Psychologie in Polen.
Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie ist die Vereinigung der in Forschung und Lehre arbeitenden Psychologinnen und Psychologen, ein rechtsfähiger, gemeinnütziger Verein. Rund 3.000 Mitglieder in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind in der DGPs zusammengeschlossen; ihr gemeinsames Ziel ist es, mit den Resultaten ihrer Arbeit Stellung zu beziehen in der Welt der Universitäten, der Forschung und im Alltag. Psychologische Erkenntnis da zu verbreiten, wo sie nützlich ist und helfen kann – dazu will auch die DGPs beitragen: durch die Bündelung und Verbreitung relevanter Information, durch Anstöße zur Verbesserung der Lehre, durch Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen und anderen Ländern, durch kluge Förderung von wissenschaftlichem Nachwuchs und durch Information einer interessierten Öffentlichkeit.

Kontakt:
Prof. Dr. Rainer Riemann
Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft
Telefon: 0521 106-4529
E-Mail: rainer.riemann@uni-bielefeld.de

Sandra Sieraad | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgps.de/
http://www.dgpskongress.de/frontend/index.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle
28.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS

nachricht Wie Menschen wachsen
27.03.2017 | Universität Trier

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Demenz: Forscher testen Wirkstoffe im Hochdurchsatz

28.03.2017 | Medizin Gesundheit

Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

28.03.2017 | Medizintechnik

Elektrische Spannung: Kaiserslauterer Ingenieure erforschen Versagen bei Kugellagern

28.03.2017 | Maschinenbau