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Spine Tango - Ein europäisches Wirbelsäulenregister

11.11.2008
Datenbank soll künftig länderübergreifend OP-Ergebnisse dokumentieren

Vom 27. bis 29. November 2008 findet im Congress Center Ulm zum dritten Mal der Deutsche Wirbelsäulenkongress statt. Dabei wird zum ersten Mal auf nationaler Ebene das europäische Wirbelsäulenregister "Spine Tango" vorgestellt.

Hier haben Operateure aus ganz Europa die Möglichkeit, Verlauf und Entwicklung Ihrer Eingriffe an der Wirbelsäule zu erfassen und so Ihre Erfahrungen mit bestimmten Techniken und Implantaten zu dokumentieren. Darauf kann dann online jederzeit zugegriffen werden - eine fundierte Quelle und Entscheidungshilfe für jede Klinik.

"Diese Datenbank bedeutet einen Riesenschritt vorwärts. Es gibt zwar viele Verfahren zur Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen, aber diese müssen zumeist noch hinsichtlich Ihres effektiven Nutzens für den Patienten auf den Prüfstand gestellt werden", betont der diesjährige Kongresspräsident Prof. Dr. Hans-Joachim Wilke, Leiter der Wirbelsäulenforschung am Institut für Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik des Universitätsklinikums Ulm.

Die Europäische Wirbelsäulengesellschaft ("Eurospine") hat das Register geschaffen, das unter dem Namen "Spine Tango" operationell ist und das national mit einem sogenannten Modul abgebildet werden kann, d.h. es ist idealerweise eine nationale Wirbelsäulengesellschaft für das Register zuständig und die nationalen Daten können anonym in Bezug auf Patient, Arzt und Institution auf einer europäischen Datenplattform gespeichert werden. Diese Erfassung ermöglicht nicht nur Vergleiche auf nationaler sondern auch auf europäischer Ebene. Das Register wird auf einer generischen Webplattform mit vielen verschiedenen anderen Registern unabhängig von Interessenvertretern an einer universitären Institution betrieben und kann bei Bedarf für die nationalen Gesellschaften oder hierzu gebildeten Interessensgemeinschaften wissenschaftlich ausgewertet werden.

Ein den nationalen Fachgesellschaften bzw. der europäischen Dachgesellschaft gehörendes Register ist möglicherweise der einzige Weg, für die Chirurgen im heiß umkämpften "Qualitätsassessment-Markt" noch die Oberhoheit über die für die Ergebnisqualität relevanten medizinischen Daten zu sichern und in der Diskussion mit staatlichen Institutionen und Krankenkassen mit objektiven Fakten arbeiten zu können. Denn die politische Komponente einer solchen Datenquelle ist extrem wichtig. "Mit Ergebnissen bereits erfolgreich durchgeführter Verfahren kann man die Krankenkassen von einer Kostenübernahme überzeugen", begründet Professor Wilke diesen Schluss.

Die Wirbelsäulenchirurgie ist eine relativ junge, chirurgische Disziplin und wurde in den letzten 20 Jahren ausgesprochen technologieabhängig, was die Budgets im Gesundheitswesen stark belastet. Viele chirurgische Verfahren sind eingeführt worden und werden laufend neu eingeführt, ohne dass das Vorgehen wissenschaftlich stichhaltig überprüft werden konnte. Es gibt nur wenige randomisierte, kontrollierte Studien, da sie zum einen ethisch nicht durchführbar und zum anderen aufwendig und teuer sind. In einer solchen Situation bieten sich Register an wie jene die z. B. vor 30 Jahren bei Hüftprothesen begonnen wurden und heute in Skandinavien Standard sind.

Alle Fälle, die wirbelsäulenchirurgisch operiert werden, werden nach einem festen standardisierten Evaluationsprotokoll erfasst - das macht den Wert dieser Quelle aus. So kann eine große Zahl von Fällen anonymisiert gesammelt und die chirurgische "Realität" abgebildet werden. Auch erlaubt ein an Fällen reiches Register, dass ein neues Verfahren automatisch mit einem im Register erfassten Routineverfahren verglichen werden kann, ohne dass hierzu eine eigene Studie aufgegleist werden muss. Das Register erlaubt somit eine Vergleichsanalyse für ein Verfahren, aber lässt auch eine Analyse für die einzelnen Chirurgen im Vergleich zum Gesamtpool zu. Voraussetzung, um einen möglichst hohen Wert des Registers zu schaffen, ist die Notwendigkeit, möglichst alle Fälle in einem Land oder in einer Region und möglichst ehrlich zu dokumentieren. Dies umzusetzen sollte Ziel der einzelnen Fachgesellschaften, wie etwa auch der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft (DWG), sein.

Alle Informationen zum 3. Deutschen Wirbelsäulenkongress finden Sie immer aktuell auf der Homepage www.dwg2008.de. Journalisten sind herzlich eingeladen, sich auf dem Kongress über die neuesten Entwicklungen im Bereich der Wirbelsäulenerkrankungen zu informieren. Bitte akkreditieren Sie sich auf der genannten Kongress-Homepage.

Die Kongresspressekonferenz findet am Donnerstag, den 27. November, um 13.30 Uhr im Salon Bad Salzuflen des Maritim Hotels Ulm statt. Sie erhalten dazu noch eine Einladung mit Themen und Ge-sprächspartnern.

Diese Pressemitteilung wird von der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft e.V. in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Ulm herausgegeben.

Deutsche Wirbelsäulengesellschaft e.V.
Geschäftsstelle
Helmholtzstraße 14, 89081 Ulm
Tel: 0731 - 500 55302
Fax: 0731 - 500 55302
Kongressorganisation und Pressebetreuung:
Conventus Congressmanagement & Marketing GmbH
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Romy Held
Markt 8, 07743 Jena
Tel: 03641/3533229
E-Mail: presse@conventus.de
Petra Schultze
Universitätsklinikum Ulm
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Albert-Einstein-Allee 29
D - 89081 Ulm
Tel.: +49 - (0)731 - 500 43025
Fax: +49 - (0)731 - 500 43026
Mail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de

Petra Schultze | idw
Weitere Informationen:
http://www.dwg.org
http://www.uniklinik-ulm.de

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