Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Spektakel als ästhetische Kategorie

11.11.2015

Interdisziplinäre Tagung in Jena und Weimar vom 19.-21. November 2015

Als Spektakel bezeichnet man meist kulturelle, sportliche oder auch politische Veranstaltungen, die sich an ein breites Publikum richten und mit Erstaunen, Schaulust, emotionaler Berührung oder als Überwältigung der Sinne erfahren werden.


Feuerwerk beim Jenaer Universitätssommerfest 2012 – Mit solchen Spektakeln beschäftigt sich eine interdisziplinäre Tagung in Jena und Weimar.

Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

Das Spektakel wird dabei landläufig mit der Populärkultur in Verbindung gebracht und dadurch auch von Formen sogenannter ‚hoher‘ und ‚niederer‘ Kultur abgegrenzt. Insbesondere in der kritischen Kunsttheorie wird der Begriff mit der Konsumkultur des Kapitalismus gleichgesetzt und dabei quasi zum Synonym für eine abstumpfende „Verblödungsindustrie“.

Das ist mit einer in der bürgerlichen Tradition begründeten Konzeption von Kunst, die auf Kriterien der Autonomie, Kontemplation, Distanz, Kritik und tieferen Bedeutung beruhen soll, nur schwer vereinbar. Kurz: was als Spektakel bezeichnet wird, hat keine Chance als seriös oder anspruchsvoll wahrgenommen zu werden. Der abwertende Gebrauch scheint dabei besonders im deutschsprachigen Raum verbreitet zu sein.

In einem universitätsübergreifenden Kooperationsprojekt haben die Kunsthistorikerin und Soziologin Dr. Elisabeth Fritz (Jena), der Film- und Medienwissenschaftler Dr. Simon Frisch (Weimar) sowie die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Dr. Rita Rieger (Graz) es sich zur Aufgabe gemacht, das normative und moralische Verständnis des Spektakelbegriffs infrage zu stellen. Dazu veranstalten sie die interdisziplinäre Tagung „Spektakel als ästhetische Kategorie: Theorien und Praktiken“, die vom 19.-21. November an den Universitäten in Jena und Weimar stattfindet.

„Wir wollen vor allem nach den charakteristischen Eigenschaften sowie den unterschiedlichen Typen, medialen Formaten, Funktionsweisen und Strategien des Spektakels im historischen Rückblick wie auch heute fragen“, erläutert Fritz. „Was meinen wir konkret, wenn wir etwas als Spektakel bezeichnen und welche Erwartungen lösen wir damit aus? Welche Kennzeichen verbinden wir mit spektakulären Darstellungs- und Wahrnehmungsformen?“, nennt Frisch weitere Fragestellungen.

Und Rieger ergänzt: „Und welche besonderen Potenziale der Erfahrung und Erkenntnis liegen vielleicht darin?“. So soll eine bisher wenig reflektierte analytische Kategorie für kunsttheoretische, kultur- und gesellschaftspolitische Fragestellungen im interdisziplinären Austausch neu bestimmt und produktiv gemacht werden.

Die während der Tagung behandelten Beispiele der eingeladenen Expertinnen und Experten aus den Bereichen Kunstgeschichte, Philosophie, Film-, Literatur-, Medien-, Tanz- und Theaterwissenschaft reichen dabei von der Antike bis zur Gegenwart, von der christlichen Liturgie bis zur Barockoper, von Albrecht Altdorfer bis Christoph Schlingensief, vom Stierkampf im spanischen Theater bis zu Patienten-Porträts in Krankenhäusern des 19. Jahrhunderts, von der Einkehr der Elektrizität auf die Bühnen um 1900 bis hin zum politischen Einsatz spektakulärer Strategien im südkoreanischen Kino, dem italienischen Roman, dem sozialistischen Alltag der 1980er oder der heutigen globalen Medienkultur.

Das Kooperationsprojekt von Bauhaus-Universität Weimar, Friedrich-Schiller-Universität Jena und Karl-Franzens-Universität Graz wird durch die Fritz-Thyssen-Stiftung für Wissenschaftsförderung gefördert.

Termine & Orte:
Do., 19.11.2015, 13-19 Uhr:
Senatssaal, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Universitätshauptgebäude, Fürstengraben 1, 07743 Jena

Fr., 20.11.2015, 9-18 Uhr:
Oberlichtsaal, Bauhaus-Universität Weimar
Hauptgebäude, Geschwister-Scholl-Straße 8a, 99423 Weimar

Sa., 21.11.2015, 10-14 Uhr:
Senatssaal, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Universitätshauptgebäude, Fürstengraben 1, 07743 Jena

Kontakt:
Dr. Simon Frisch
Bauhaus-Universität Weimar, Dozentur Film- und Medienwissenschaft
Bauhausstraße 11, 99423 Weimar
Tel.: 03643 / 583737, E-Mail: simon.frisch[at]uni-weimar.de
www.uni-weimar.de/de/medien/professuren/film-und-medienwissenschaft

Dr. Elisabeth Fritz
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Kunsthistorisches Seminar, Lehrstuhl für Kunstgeschichte
Frommannsches Anwesen, Fürstengraben 18, D-07743 Jena
Tel.: 03641 / 944165, E-Mail: elisabeth.fritz[at]uni-jena.de
www.kunstgeschichte.uni-jena.de

Dr. Rita Rieger
Karl-Franzens-Universität Graz, Zentrum für Kulturwissenschaften
Attemsgasse 25/II, 8010 Graz (Österreich)
Tel.: +43 (0)316 / 3808098, E-Mail: rita.rieger[at]uni-graz.at
https://zentrum-kulturwissenschaften.uni-graz.at

Weitere Informationen:

http://www.kunstgeschichte.uni-jena.de/Aktuelles/Spektakel_Tagung.html - das detaillierte Programm

Axel Burchardt | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen
20.01.2017 | Ernst-Abbe-Hochschule Jena

nachricht Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens
19.01.2017 | Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise