Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sichere Kommunikation kann Leben retten

05.06.2012
„Von der Schnittstelle zur Nahtstelle” – Erstes Symposium Informations- und Kommunikationstechnik in der Notfallmedizin am 12./13. Juni 2012 im Schloss Rauischholzhausen

Bei einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall ist Zeit lebenswichtig. Nur wenn schnell medizinische Hilfe kommt, kann der Patient gerettet bzw. können Langzeitschäden vermieden werden. Bei schweren Verletzungen oder akuten Erkrankungen ist eine sichere, schnelle und möglichst vollständige Informationsweitergabe entlang der Rettungskette vom Notruf durch den Ersthelfer bis zur Übernahme im Krankenhaus entscheidend.

Dies ist Thema des 1. Symposiums Informations- und Kommunikationstechnik (ICT) in der Notfallmedizin (notIT 2012), die von Medizinern der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) organisiert wird.

Den Anstoß zu dem Symposium gab Dr. Asarnusch Rashid (KIT Karlsruhe): „Auf der Jahrestagung der Medizininformatiker stellte sich heraus, dass in Deutschland viele Arbeitsgruppen an regionalen Projekten zur Verbesserung der Informations- und Kommunikationstechnik arbeiten“. Dem Sprecher der Arbeitsgruppe MoCoMed (Mobile Computing in der Medizin) der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie = GMDS) war sofort klar, dass man nicht nur die verschiedenen Projekte, sondern auch die Anwender, Medizininformatiker , Entwicklungs- und Schnittstellenexperten der Industrie zusammenbringen muss.

Dies unterstützt Prof. Dr. Felix Walcher, Sprecher der Sektion Notaufnahmeprotokoll der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI): „Der Kommunikationsprozess darf nicht an der Kliniktüre stoppen. Es ist entscheidend, dass die Prozesse und damit Dokumentation und Kommunikation zwischen Rettungsdienst und Notaufnahme abgestimmt sind.“

„Das Thema des nahtlosen Informationsaustauschs im Rettungsdienst, die sogenannte Interoperabilität, steht aus Landessicht ganz weit oben“, ergänzt Wilhelm Schier aus dem Hessischen Sozialministerium, Referat Rettungswesen: „Wir haben im Rettungsdienst durch die Verbesserung von Diagnostik und Therapie in den letzten 20 Jahren eine hohe Behandlungsqualität erreicht. Jetzt gilt es, die Erfolge durch Prozessverbesserungen zu optimieren.“

„Wenn wir in Deutschland eine flächendeckende IT-Infrastruktur in der Notfallmedizin etablieren wollen, so müssen wir jetzt zu Beginn der digitalen Ära im Rettungsdienst damit beginnen“, sagt Dr. Rainer Röhrig, der als Sprecher der DIVI-Sektion IT und Medizintechnik und stellvertretender Sprecher der GMDS-AG Klinische Arbeitsplatzsysteme die Tagung organisiert. „Wenn erst in jedem Landkreis verschiedene Systeme etabliert sind, ist es schwer oder gar unmöglich, einheitliche Standards zu etablieren.“ Dem Arzt und Medizininformatiker der JLU ist eine frühe Beteiligung der Industrie wichtig: „Die Hersteller müssen die Standards implementieren, ohne diese geht es nicht. Das kann nur gelingen, wenn sie von Anfang an in den Prozess eingebunden werden. “ Daher freuen sich die Veranstalter des Symposiums über die aktive Teilnahme von führenden Entwicklern und Schnittstellenexperten.

Prof. Dr. Björn Bergh, IT-Leiter am Uniklinikum Heidelberg und Vorsitzender des Programmkomitees , sieht dem Symposium gespannt entgegen: „Dank der vielen eingereichten Beiträge ist es gelungen, ein Programm zusammenzustellen, das die Thematik sowohl in der ganzen Breite als auch aus den verschiedenen Perspektiven beleuchtet.“ Er verknüpft weitere Erwartungen mit dem Tagungsort: „Mit Rauischholzhausen verbindet man in der Medizininformatik sofort die KIS/RIS/PACS-Tagungen, die Ende der 90-er Jahre ein Stück deutsche Medizininformatik-Geschichte geschrieben haben. Das gibt der Tagung einen Rahmen, der verpflichtet.“

Für den Schirmherrn, Staatssekretär Dr. Helge Braun, ist nicht nur der heimische Tagungsort Motivation, das Symposium zu unterstützen: „In meiner Zeit als Notarzt habe ich bereits die digitale Dokumentation, aber auch die damit verbundenen Medienbrüche bei der Übergabe im Krankenhaus kennengelernt. Mit der Weiterentwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik in der Notfallmedizin verbinde ich zwei Erwartungen: Dass die Medienbrüche durch Interoperabilität ersetzt und die intersektoralen Daten die Basis der Versorgungsforschung in der Notfallmedizin werden. Von der Schnittstelle zur Nahtstelle: Hier kann das Symposium einen wichtigen Grundstein legen.“

Termin
Erstes Symposium Informations- und Kommunikationstechnik in der Notfallmedizin
12./13. Juni 2012 im Schloss Rauischholzhausen, Ebsdorfergrund

Kontakt
Dr. med. Rainer Röhrig
Leiter der Sektion Medizinische Informatik in Anaesthesiologie und Intensivmedizin
Klinik für Anaesthesiologie, Intensivmedizin, Schmerztherapie
Justus-Liebig-Universität Gießen
Rudolf-Buchheim-Straße 7, 35392 Gießen
Telefon: 0641 985-44494 / 44401, Fax: 041 985-44499

Charlotte Brückner-Ihl | idw
Weitere Informationen:
http://www.notit.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht „Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn
18.05.2018 | Universität Paderborn

nachricht Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft
17.05.2018 | Universität Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics