Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie Sensoren und Computer das Verhalten von Menschen erkennen und Umgebungen steuern

26.11.2012
Dass Anwender Computerprogramme mittels Bewegungen oder gar Gesten steuern, ist bereits alltäglich. Die dafür notwendigen Sensoren sitzen in Mobiltelefonen, Tablet-Computern und modernen Spielekonsolen.
Viel schwieriger ist jedoch, per Computer das Verhalten eines Menschen zu erkennen und zu deuten. Dieser Herausforderung stellen sich führende Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen auf Schloss Dagstuhl, dem Leibniz-Zentrum für Informatik im nördlichen Saarland. Vom 2. bis 7. Dezember diskutieren sie mögliche Anwendungen und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Vor zehn Jahren galt noch eine Szene aus dem Hollywood-Spielfilm "Minority Report" als markantes Beispiel für den Ansatz, Computerprogramme per Bewegung zu bedienen. Tom Cruise alias Super-Polizist John Anderton zieht in diesem Film einen Datenhandschuh an und winkt nichtssagende Tatort-Fotos vom Bildschirm weg. Inzwischen ist aus Science-Fiction Realität geworden.

Berührungsempfindliche Bildschirme kommen inzwischen in allen Größen vor. Menschen wischen sich durch digitale Inhalte, egal ob sie ihr Smartphone in der Hand halten oder vor dem Fernsehbildschirm sitzen. Neuartige Spielekonsolen lassen Kinder durch Computerspiele steuern, ohne dass sie einen Steuerknüppel in die Hand nehmen müssen. Eine Anzahl von vordefinierten Bewegungen, ausgeführt im richtigen Moment, reichen aus.

Dass Menschen über gezielte Bewegungen mit Computern und Software interagieren, ist beinahe schon alltäglich. Viel schwieriger ist jedoch, das Verhalten eines Menschen per Computer zu erkennen und so zu deuten, dass daraus verlässliche Befehle für so genannte intelligente Umgebungen abgeleitet werden können. Dieser Herausforderung stellen sich nun Wissenschaftler weltweit. Die führenden Wissenschaftler treffen sich dazu vom 2. bis 7. Dezember 2012 auf Schloss Dagstuhl, um die neuesten Entwicklungen zu diskutieren. "Human Activity Recognition in Smart Environments" heißt das fünftägige Dagstuhl-Seminar, das die Forscher James Bo Begole (Samsung Research, US), James L. Crowley (INRIA, FR), Paul Lukowicz (DFKI Kaiserslautern, DE) und Albrecht Schmidt (Universität Stuttgart, DE) organisieren.

Die Forscher sehen auf dem Gebiet der sogenannten impliziten Interaktion, hervorgerufen durch die sensorgestützte Analyse des Verhaltens eines Menschen, eine Chance, die Bedienung von Computer & Co. noch weiter zu verbessern. Die Anwendungen reichen von Sport über mobile Spiele bis zum Einsatz in der medizinischen Versorgung und in der Industrie. Doch die Vision von neuen Benutzerschnittstellen lässt auch Datenschützer aufhorchen, da der Ansatz ein kontinuierliches Erfassen von Bewegungen des jeweiligen Benutzers voraussetzt. All diese Aspekte der neuen Technologie wollen die Forscher auf Schloss Dagstuhl diskutieren und dokumentieren.

Dazu reisen internationale Wissenschaftler an, die auf den Gebieten Jura, Psychologie, Maschinelles Lernen, Computer Vision, Mensch-Maschine-Interaktion und Künstliche Intelligenz als Experten gelten. Zu ihnen gehört auch Thad Starner, der im Auftrag des Suchmaschinenriesen Google eine Brille entwickelt, die ihrem Träger passend zur Umgebung Informationen in sein Blickfeld einblendet.

Dr. Roswitha Bardohl | idw
Weitere Informationen:
http://www.dagstuhl.de/
http://www.dagstuhl.de/12492

Weitere Berichte zu: Computerprogramm Dagstuhl Sensor Spielekonsolen Tablet-Computer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur
21.07.2017 | Goethe-Universität Frankfurt am Main

nachricht Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien
21.07.2017 | Cofresco Forum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten