Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sehforschung: Bremen ist internationales Zentrum der Neurowissenschaften

22.08.2013
Mehr als 900 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler treffen sich vom 25. - 29. August 2013 zur 36. European Conference on Visual Perception (ECVP) im Kongresszentrum Bremen. Dabei diskutieren sie über aktuelle Forschungsergebnisse in anwendungsbezogenen, klinischen und grundlagenwissenschaftlichen Bereichen der Sehforschung.

Allein aus Kanada, den USA, China, Japan und Australien reisen mehr als 200 Experten an. Weitere 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus dem europäischen Ausland. Bremen rückt damit in der Hirnforschung für mehrere Tage in den Fokus der internationalen wissenschaftlichen Öffentlichkeit.

Die Organisatoren der weltweit wichtigsten Tagung zur Wahrnehmungsforschung sind Udo Ernst, Cathleen Grimsen und Detlef Wegener vom Zentrum für Kognitionswissenschaft (ZKW) der Universität Bremen. Die Konferenz wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und mit Mitteln der europäischen Union gefördert.

Die international renommierte Kognitionswissenschaftlerin Nancy Kanwisher vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) eröffnet die Zusammenkunft am Sonntag mit einem Plenarvortrag über neue Erkenntnisse zur funktionellen Organisation der Sehzentren im Gehirn. In den Folgetagen gibt es 120 weitere Vorträge und fast 600 Posterpräsentationen. Allein 30 wissenschaftliche Beiträge kommen von der Bremer Universität.

Bremen als Tagungsort bewusst gewählt

Einen Höhepunkt stellt in diesem Jahr das Plenarsymposium zur Computational Neuroscience dar, das die interdisziplinäre Vernetzung verschiedener Wissenschaften unterstützen soll. Udo Ernst: „Die Computational Neuroscience ist ein junges Forschungsgebiet und einer der wissenschaftlichen Schwerpunkte der Universität Bremen, in dem wir experimentelle Ansätze mit Methoden der theoretischen Neurophysik zu verbinden suchen“. Als vor zwei Jahren die Konferenz nach Bremen vergeben wurde, hatte die wissenschaftliche Gemeinschaft bei ihrer Entscheidung genau diese Schwerpunktsetzung gelobt.

Erstmals werden in diesem Jahr auch Tutorials im Vorfeld der Konferenz angeboten. „Wir bieten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern insgesamt zehn halb- und ganztägige Workshops, in denen internationale Experten neue Wege bei der Analyse komplexer Datensätze aufzeigen“, erläutert Udo Ernst. Mehr als 200 Teilnehmer werden an diesen Kursen teilnehmen.

Ohne Grundlagenforschung keine Fortschritte bei der Therapie neurologischer Erkrankungen

Auf der Tagung werden unter anderem die klinischen Aspekte des Sehens eine große Rolle spielen. So geht es um neue therapeutische Ansätze zur Milderung der Folgen von Schlaganfällen ebenso wie um Änderungen der Sehleistungen, die durch altersbezogene Vorgänge in den Sehgebieten des Gehirns verursacht werden. Die Bremer Organisatoren betonen gleichzeitig die hohe Bedeutung der Grundlagenforschung: „Das Verständnis neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen erfordert, dass wir die Art, wie im Gehirn Information erzeugt wird, sehr viel besser verstehen als dies noch heute der Fall ist“, sagt Detlef Wegener. Aus diesem Grund wurde der international renommierte Göttinger Experte Professor Stefan Treue eingeladen, um in einem Plenarvortrag über seine Forschungen zum Zusammenspiel zwischen Wahrnehmung und der Aktivität einzelner Zellen in bestimmten Gebieten des Gehirns zu berichten. Detlef Wegener aus dem Bremer Organisationsteam: „Nur indem wir verstehen, wie komplexe Zellverbände im Gehirn miteinander kommunizieren, lassen sich langfristig die Ursachen bestimmter Erkrankungen erkennen und neue Therapiemöglichkeiten entwickeln.“

Weitere Information:

Universität Bremen
Zentrum für Kognitionswissenschaften
www.zkw.uni-bremen.de
Dr. Udo Ernst, Institut für Theoretische Physik
Telefon: 0421 218–62002
E-Mail: udo@neuro.uni-bremen.de
Dr. Cathleen Grimsen, Institut für Hirnforschung, Human-Neurobiologie
Telefon: 0421-218-63003
E-Mail: cgrimsen@uni-bremen.de
Dr. Detlef Wegener, Institut für Hirnforschung, Theoretische Neurobiologie
Telefon: 0421-218-63007
E-Mail: wegener@brain.uni-bremen.de

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Einblicke ins menschliche Denken
17.08.2017 | Universität Potsdam

nachricht Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017
16.08.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten