Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schreiadlerschutz – den Absturz verhindern!

26.09.2011
Die Deutsche Wildtier Stiftung zieht nach fünf Jahren Arbeit Bilanz

Um Interessenkonflikte rund um den Schreiadler zu lösen, müssen Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung, aber auch Landnutzer, Naturschützer und Wissenschaftler gemeinsam an einen Tisch kommen – und dafür ist das Schreiadlersymposium am 29. September an der Universität Potsdam in Griebnitzsee ein wichtiger Schritt.

Geduldig hat das Schreiadlerweibchen die Eier 40 Tage lang bebrütet, während das Männchen emsig Futter in den Horst flog. „Viele Mitarbeiter der Deutschen Wildtier Stiftung saßen bis zum Einbruch der Dunkelheit vor dem Computer, um den Schreiadler-Nachwuchs vor laufender Kamera schlüpfen zu sehen“, erinnert sich Margit Meergans, Projektleiterin des Schreiadler-Schutzprogrammes der Deutschen Wildtier Stiftung. „Wir hatten eine Webcam am Horst installiert, um das Brutpaar samt Nachwuchs den Sommer über zu beobachten.“ Und per Mausklick fieberten viele Besucher der Website www.DeutscheWildtierStiftung.de mit. Der Blick in die Kinderstube der Adler-Küken wäre eine Sensation gewesen, doch es hat sich ein Drama abgespielt. Die Eier waren unbefruchtet! Und in einem anderen Nest wurde das bereits geschlüpfte Küken von einem Marder gefressen. „Der Verlust jedes einzelnen Kükens ist furchtbar, denn vor allem in Deutschland ist der Schreiadler mit seinen knapp hundert Brutpaaren extrem vom Aussterben bedroht“, sagt Margit Meergans.

Projektleiterin Meergans blickt auf fünf Jahre Schreiadlerschutz der Deutschen Wildtier Stiftung zurück. Auf dem Schreiadlersymposium, das am 29. September in Potsdam stattfindet, kommen alle namhaften Schreiadler-Experten aus Deutschland und Lettland zusammen, um Bilanz zu ziehen, Lösungsmöglichkeiten zur Rettung dieser stark gefährdeten Vogelart zu diskutieren und gemeinsam in die Zukunft zu schauen. „Zur Rettung des Schreiadlers ist in den letzten fünf Jahren viel passiert“, sagt Margit Meergans. „Wir haben mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt 65 Jungvögel aufgezogen und zum ersten Mal eine große Anzahl von Vögeln mit Sendern versehen, um sie auf ihrer Reise in die Winterquartiere zu verfolgen“, erläutert die Projektleiterin. Dabei haben die Wissenschaftler erstaunliche Erkenntnisse über die 10.000 Kilometer lange Flugroute gewonnen. Es gibt Schreiadler, die den kräftezehrenden Flug direkt übers Mittelmeer wagen, andere nehmen den Weg über Gibraltar. Doch die klassische Reiseroute führt über den Bosporus. „Dort lauern Wilderer den majestätischen Vögeln auf“, sagt Margit Meergans. „Immer wieder haben wir Abschüsse von Schreiadlern zu beklagen“, sagt sie betroffen.

Schreiadler haben viele Feinde! Der Schutz auf den Zugwegen dieser seltenen Vögel ist eine große Herausforderung an den internationalen Artenschutz. Doch der Mangel an geeigneten Lebensräumen ist das größte Problem für die bedrohte Adlerart. Deshalb hat die Deutsche Wildtier Stiftung für die Sicherung und Optimierung von Lebensräumen ein neues Schutzprojekt gestartet. Neben der maßgeblichen Förderung durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) wird das Projekt durch das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt. Mit rund 1,5 Millionen Euro sollen in fünf Schreiadlerlebensräumen modellhaft Maßnahmen zum Schutz des Schreiadlers erprobt und die Vorkommen so langfristig gesichert werden.

„Die Zukunft der Schreiadler in Deutschland hängt entscheidend vom Erhalt und der Wiederherstellung der Lebensräume ab“, sagt Margit Meergans. „Um Interessenkonflikte zu lösen, müssen Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung, aber auch Landnutzer, Naturschützer und Wissenschaftler gemeinsam an einen Tisch kommen – und dafür ist das Schreiadlersymposium ein wichtiger Schritt.“

Der Schreiadler im Sturzflug
Das Schreiadlersymposium der Deutschen Wildtier Stiftung findet am 29. September 2011 ab 13 Uhr in der Universität Potsdam in Griebnitzsee

(Campus Griebnitzsee, Universitätskomplex II, Haus 6) statt.

Interviews mit Margit Meergans, Projektleiterin der Deutschen Wildtier Stiftung, Telefon 040/ 73339-1879:

Weitere Informationen:

Eva Goris, Pressesprecherin, Billbrookdeich 216, 22113 Hamburg, Telefon 040 73339-1874, Fax 040 7330278, E.Goris@DeutscheWildtierStiftung.de

Eva Goris | idw
Weitere Informationen:
http://www.DeutscheWildtierStiftung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Einblicke ins menschliche Denken
17.08.2017 | Universität Potsdam

nachricht Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017
16.08.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten