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Schmerztherapie: Visionen und Irrtümer - Schmerzkongress 2010 in Mannheim

09.08.2010
Mit „Visionen und Irrtümer“ steht der Deutsche Schmerzkongress unter einem mutigen Motto.

Über 2.000 Teilnehmer werden in Mannheim (6. bis 9. Oktober 2010, Congress Center Rosengarten) auf die beispielhaften Erfolge der Schmerztherapie blicken, aus der andere Disziplinen lernen können, aber auch die Irrwege der Forschung und Behandlung ungeschönt diskutieren. Zum Kongress, den die Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS) und die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG) veranstalten lade ich Sie schon jetzt herzlich ein.

Forschung: Vom Chilipflaster bis zum Placeboeffekt

Unter den herausragenden Forschungsthemen ist diesmal unter anderem der Nervenschmerz. Rund 500.000 Deutsche sind betroffen, geholfen werden kann nur jedem Dritten. Eine neue Art der Diagnostik soll dem Therapie-Glücksspiel ein Ende machen. Erste Studien wecken Hoffnungen auf eine passgenaue Therapie. Zum Beispiel mit neu zugelassenen Chili-Pflastern, die binnen einer Stunde den Schmerz für Wochen ausschalten können. Der Deutsche Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz startet jetzt, großzügig gefördert durch die EU und die europäische Pharmaindustrie, in eine europaweite Verbundforschung zur Diagnostik von Nervenschmerz. Daneben gibt es z.B. neue Erkenntnisse über den Placebo-Effekt: Bildgebung und Magnetstimulation zeigen, dass die Erwartung sich in messbaren körperlichen Veränderungen in Gehirn und Rückenmark niederschlägt. Aufgeräumt wird mit Kopfschmerz-Legenden: Schokolade und Streit sind keine Migräne-Auslöser. Und auch ohne Medikamente gibt es Strategien gegen den Kopfschmerz.

Ungeschönter Blick auch auf die Irrwege

Mit dem Kongressmotto „Visionen und Irrtümer“ wagen die Schmerzspezialisten einen mutigen Schritt: Sie blicken nicht nur auf Erfolge, sondern auch auf Fehlentscheidungen und Irrwege – denn aus Fehlern wird man klug. Zwar hat sich die Schmerztherapie, einst Stiefkind der Medizin, gemacht: Nahezu überall wird sie gelehrt, immer mehr Kliniken werden zum „Schmerzfreien Krankenhaus“, die Scheu vor stark wirksamen Medikamenten ist überwunden. Doch neben einigen noch immer weißen Flecken der Schmerzversorgung, z. B. bei internistischen Erkrankungen und Nervenschmerz, gibt es eine Über- und Fehlversorgung. Nur durch einen ungeschönten Blick auf die Entwicklungen lässt sich daraus lernen. Und lernen können auch die eigenen und andere Disziplinen aus der Schmerztherapie, die als einzige die Überwindung von Fachgrenzen zum Wohl des Patienten geschafft hat – die erfolgreiche Umsetzung einer Vision.

Programm und Teilnehmer

Mit mehr als 50 wissenschaftlichen Symposien, darunter ein eigenes Pflegesymposium sowie 36 Praktiker-Seminaren und Workshops, deckt der Schmerzkongress das ganze Themenspektrum der Schmerzdiagnostik und -therapie ab. Mehr als 2.000 Teilnehmer – Mediziner, Psychologen, Pflegende, Physiotherapeuten und andere – werden erwartet. Einer der Schwerpunkte wird auch in diesem Jahr die Nachwuchsförderung sein: Neben dem Studententag, an dem Studierende die Grundlagen der Schmerzdiagnostik und -therapie lernen können (Samstag, 9.10.), findet ein Nachwuchssymposium statt (Samstag, 9.10.). Zudem werden beim Kongress die Förderpreise für Schmerzforschung und die DGSS-Nachwuchsstipendien verliehen (Donnerstag, 7.10.).

Termine

• Eröffnungs-Pressekonferenz: 6.10.2010, 10 Uhr, Congress Center Rosengarten, Einladung folgt
• Verleihung der Förderpreise für Schmerzforschung, 7.10.2010 ab 10 Uhr, Congress Center Rosengarten

• Patienten fragen – Experten antworten: 9.10.2010, Ankündigung folgt

Das komplette Kongressprogramm und weitere Informationen finden Sie im Internet unter http://www.schmerzkongress2010.de

Meike Drießen | idw
Weitere Informationen:
http://www.schmerzkongress2010.de

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