Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Schmerzmedizin heute: alte Fragen – neue Antworten

17.10.2011 - 22.10.2011
Neue Antworten haben die Experten bei den 14. Südwestdeutschen Schmerztagen auf die alte Frage, wie man chronische Schmerzen am besten diagnostiziert und behandelt. Die Veranstaltung findet vom 17. bis 22. Oktober 2011 in Göppingen statt.

Anzeige

Eine Veranstaltungsserie für die allgemeine Öffentlichkeit bietet täglich vom 17. bis 20. Oktober „Schmerztherapie zum Anfassen“. Dr. med. Marianne Koch, die Ehrenpräsidentin der Deutschen Schmerzliga, moderiert am Freitag, den 21. Oktober das traditionelle öffentliche Forum zum Thema Rückenschmerz. Am 22. Oktober beendet eine Fortbildungsveranstaltung für Ärzte und Angehörige der Pflegeberufe die Veranstaltung.


Alleine in Deutschland warten schätzungsweise 15 Millionen Menschen mit chronischen Schmerzen auf neue Antworten der Experten auf die Frage, wie sie ihre Pein lindern können. Bei den betroffenen Patienten ziehen die Schmerzen im Rücken, in den Muskeln und Gelenken, pochen unter der Schädeldecke oder schießen schon bei geringsten Berührungen wie ein Elektroschock durch den Körper.

Nervenschmerzen effektiver behandeln.

Über Fortschritte in der Therapie werden die Experten in Göppingen etwa bei der Behandlung von Nervenschmerzen berichten. Bei dieser Schmerzform ist das Nervensystem selbst geschädigt und Auslöser der Pein. »Diese Schmerzen sind auf der einen Seite viel häufiger als wir früher dachten, auf der anderen Seite sind sie unglaublich schwer effektiv zu behandeln«, erklärt Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie und Leiter der Südwestdeutschen Schmerztage. Seit kurzer Zeit stehen den Ärzten nun neue Medikamente zur Verfügung, die an mehreren Stellen gleichzeitig in das Schmerzgeschehen eingreifen und dadurch zu besseren Behandlungsergebnissen führen. Hinzu kommen neue Wirkstoffe für die örtliche Behandlung.

Rückenschmerzen: Nur selten ist es die Bandscheibe.

Dass für Rückenschmerzen nur selten die Bandscheibe, dafür aber umso öfter die Muskulatur verantwortlich ist, belegen neue Untersuchungen, die ebenfalls in Göppingen präsentiert und diskutiert werden. Diese Einsicht hat Konsequenzen für die Therapie: Nicht nur Medikamente, welche die überaktiven Nervenzellen im Rückenmark dämpfen, sondern auch Bewegungstherapien und Verhaltensmedizin, die in einer sogenannten multimodalen Therapie kombiniert werden, bringen hier deutliche Fortschritte. »Das ist die effektivste Rückenschmerztherapie die wir zur Zeit haben«, sagt Müller-Schwefe.

Die Wahrnehmung beeinflusst den Schmerz.

Welche Rolle die Wahrnehmung bei der Schmerzverarbeitung spielt wird der renommierte Hirnforscher Professor Manfred Spitzer von der Universität Ulm beleuchten. »Schmerz hat etwas mit Gefühlen zu tun, etwas mit der Situation, in der wir uns befinden, wenn sie auftreten«, erläutert Dr. Müller-Schwefe. »Dies bedeutet, dass unsere Wahrnehmung auch Schmerzen steuert und verändert.« Dieses Wissen wollen die Schmerzmediziner auch therapeutisch nutzen. Darum sind die Erkenntnisse nicht nur bedeutsam für Ärzte, die Schmerzpatienten behandeln, sondern auch für die Patienten selbst und eine breite Öffentlichkeit. Entsprechend wird Professor Spitzer nicht nur an der Ärztefortbildung, sondern auch am öffentlichen Patientenforum teilnehmen.

Schmerz und Herz.

Neue Erkenntnisse bringt auch Professor Kati Thieme vom Institut für medizinische Psychologie der Universität Marburg mit nach Göppingen. Zu den Forschungsgebieten der Psychologin gehört die Fibromyalgie, der Ganzkörperschmerz. So hat Professor Thieme etwa herausgefunden, dass Fibromyalgie-Patienten beispielsweise eine veränderte Stressreaktion haben. Über diese physiologische Reaktion ist der Schmerz eng mit der Herztätigkeit verknüpft. Dies bedeutet, dass sich Schmerz nicht nur auf Herz reimt, sondern dass die Beziehung tiefer geht, als Experten bislang annahmen. Darum steht der Vortrag der Expertin auf dem Patientenforum unter dem Titel »Wie unser Herz den Schmerz beeinflusst.«

Kontakt und weitere Informationen:
Pressestelle Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie
Barbara Ritzert · PROSCIENCE COMMUNICATIONS GmbH
Tel. 08157 9397-0 · ritzert@proscience-com.de

Barbara Ritzert | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.schmerztag.org/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit
24.05.2012 | Universität Vechta

nachricht Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung
24.05.2012 | HSBA Hamburg School of Business Administration

Alle Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit


Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.

Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.

„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...

Im Focus: Widerspenstiges Quasiteilchen erzeugt


Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.

Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.

Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...

Im Focus: Licht lässt Partikel wachsen - Forscher entdecken neuen Mechanismus in der Atmosphäre


Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.

Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.

Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...

Im Focus: Abschreckung: Tabak signalisiert angreifenden Zikaden Verteidigungsbereitschaft


Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen

Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...

Im Focus: Erbgutkopie reist im Protein-Koffer


Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.

Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.

Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Energieversorger vor dem Umbruch

24.05.2012 | Studien Analysen

Stem-cell-growing surface enables bone repair

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft und Öffentlichkeit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp