Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schlaue Textilien - schick und nützlich

22.10.2012
Wenn Kleider leuchten, T-Shirts vor Dehydrierung warnen, Hosen Forstarbeiter vor Unfällen schützen und Teppiche Alarm schlagen, dann steckt schlaue Elektronik dahinter.

Der »Intelligenz« von Textilien widmet sich das heutige Fraunhofer-Forum, wo Experten aus Wirtschaft und Wissenschaftler diskutieren, wo Forschungsbedarf besteht und was künftig möglich sein wird. Einblicke in die Welt der Hightec-Stoffe gibt zudem noch bis Ende November eine begleitende Ausstellung im Fraunhofer-Haus (montags bis freitags, 9-18 Uhr).


Das interaktive KLight überträgt die Bewegungen seiner Trägerin dank 32 LED-Lämpchen, Sensoren und eines Mikrocontrollers in Lichtsignale.| Bildquelle in Farbe und Druckqualität: www.fraunhofer.de/presse.
© Fraunhofer IZM

Dem Markt für Hightech-Textilien sagen Experten zweistellige Wachstumsraten voraus. Und das aus gutem Grund, denn die schlauen Stoffe haben viele Gesichter. Bei der Altenpflege registrieren Teppiche mit Drucksensoren, wenn der Bewohner stürzt und alarmieren Hilfskräfte. In Häuserfassaden sorgen textile Funktionsmembranen für optimale Wärmedämmung. Auch in der Automobilbranche sollen die smarten Stoffe künftig dabei helfen, Fahrzeuge leichter zu machen, Cabrios vor Diebstählen zu schützen und über Lichtapplikationen für ein angenehmes Ambiente zu sorgen.

Doch sie nützen nicht nur im Alltag, sondern inspirieren Künstler und ermöglichen verschiedene modische Kreationen. Einige davon zeigt das Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM vom 23. Oktober bis 30. November zusammen mit der Weißensee Kunsthochschule Berlin im Foyer des Fraunhofer-Hauses. Zu sehen sein wird etwa ein Mantel mit interaktivem Leuchtmuster sowie das blaue Seidenkleid »Klight«, das die Bewegungen seiner Trägerin in ein korrespondierendes Lichtmuster übersetzt. 32 LEDs, die am Unterkleid befestigt sind, wandeln die Bewegungsmuster durch einen Beschleunigungssensor und einen Mikrocontroller in Licht um. Eine interaktive Fahrradjacke sorgt für Sichtbarkeit und Sicherheit in der Dunkelheit und ein Rucksack mit integrierter Alarmanlage warnt vor Langfingern.

Hightec-Stoffe für Gesundheit und Sicherheit
Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS widmet sich mit seinen Exponaten der Gesundheit: Ein Fitness-Shirt erfasst über leitfähige Gewebebereiche die elektrische Aktivität des Herzmuskels. Die abgeleiteten Signale – das Elektrokardiogramm (EKG) und die Atembewegung – werden aufbereitet, algorithmisch ausgewertet und schützen so vor Überlastung. Für Senioren oder Reha-Patienten eignet sich der »Fitnessbegleiter«, der - bestehend aus einem Sensoranzug, einem Shirt zur Atemmessung und einem Personal Digital Assistant (PDA) - dem Nutzer bei Gymnastikübungen Rückmeldung zu seinen Vitaldaten gibt und ihn anleiten kann.

Die Ausstellung sowie das Forum liefern die Antworten auf zahlreiche Fragen rund um die Hightec-Textilien: Wie kann man Oberflächen herstellen, die auf ihre Umgebung reagieren? Welche neuen Szenarien lassen sich definieren, um diese elektronischen Textilien in den Alltag zu integrieren? Wie lassen sich Informationen »begreifbar« machen und welche Rolle spielt dabei das gewählte Material? Welche neuen »Interfaces« könnten Menschen, Objekte oder Räume haben?

E-Static Shadows – Unsichtbares sichtbar machen
Inspiriert durch die Arbeit der Fraunhofer-Forscher hat die Künstlerin und Forscherin Dr. Zane Berzina eine Installation entwickelt, die elektrostatische Energiefelder in Lichtreize und Töne verwandelt. Auf diese Weise will sie die elektrostatische Interaktion zwischen Mensch und Umwelt begreifbar machen. Elektrostatische Kräfte sind unsichtbar. Doch wer schon einmal über einen Teppich aus Kunstfasern gegangen ist und anschließend ein metallenes Treppengeländer berührt hat, spürt sie schmerzlich. In industriellen Prozessen verursachen plötzliche Auf- und Entladungen teure Schäden. Zane Berzina, Professorin an der Weißensee Kunsthochschule Berlin und dem Architekten Jackson Tan ist es gelungen, elektrostatische Kräfte nicht nur sichtbar zu machen, sondern sie in ein audio-visuelles Kunsterlebnis zu verwandeln.

Mandy Kühn | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/de/veranstaltungen-messen/Fraunhofer-forum-hightech-textilien.html
http://www.fraunhofer.de/de/veranstaltungen-messen/ausstellung-e-static-shadows.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht »Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung
19.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht MES-Special für Controller und Produktionsmanager in Hoffenheim sehr gut gebucht
04.09.2017 | gbo datacomp GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie