Anzeige
Jährlich ereignen sich in Deutschland über 250 000 Schlaganfälle. Nur durch eine umgehende Behandlung lassen sich Folgeschäden wie bleibende Behinderungen vermeiden. Die Thrombolyse, kurz Lyse, ist die einzige zugelassene medikamentöse Therapie nach einem akuten Schlaganfall. Sie darf aber nur in den allerersten Stunden nach Auftreten der Symptome zum Einsatz kommen. Doch viele Betroffene erreichen die Klinik zu spät, um mit einer Thrombolyse behandelt werden zu können.
Ob und wann es sinnvoll ist, die Lyse bereits in speziell ausgerüsteten Rettungswagen durchzuführen, untersuchen Ärzte und Wissenschaftler derzeit im Rahmen zweier Forschungsprojekte. Das Thema ist ein Schwerpunkt einer Pressekonferenz der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) am 24. Mai 2011 in Hamburg. Diese findet im Vorfeld der European Stroke Conference (ESC) statt.
Bei einer Lysetherapie lösen Ärzte das Blutgerinnsel im Gehirn, das den Schlaganfall verursacht hat, medikamentös auf. „Wir können das Medikament aber nur innerhalb eines sehr kurzen Zeitfensters von maximal viereinhalb Stunden verabreichen. Je früher das passiert, desto wirksamer ist die Behandlung“, erklärt Professor Dr. med. Matthias Endres, Dritter Vorsitzender der DSG. Durch ein zu spätes Eintreffen in der Klinik können viele Patienten nicht behandelt werden. Wichtig ist daher, dass jeder die Warnsignale eines Schlaganfalles wie eine Halbseitenlähmung und plötzliche Seh- oder Sprachstörungen erkennt. Und weiß, wie darauf zu reagieren ist: „Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall. Es muss umgehend der Rettungsdienst mit der Nummer 112 gerufen werden“, betont Endres, der die Klinik für Neurologie und das Centrum für Schlaganfallforschung an der Charité – Universitätsmedizin Berlin leitet.
Ziel der Ärzte ist es zudem, die Zeit bis zum Behandlungsbeginn weiter zu verkürzen. Im Rahmen eines Forschungsansatzes untersuchen sie deshalb, inwieweit eine bereits im Rettungswagen durchgeführte Lyse sinnvoll ist. Voraussetzung hierfür ist, dass alle notwendigen Untersuchungen auch im Rettungswagen erfolgen können. So muss zum Beispiel ein Computertomograph (CT) vorhanden sein, der den Ausschluss einer Hirnblutung ermöglicht. Denn in einem solchen Fall darf eine Lyse nicht durchgeführt werden. Auch ein Minilabor für Blutuntersuchungen ist erforderlich. „Eine weitere Voraussetzung ist, dass ein Neurologe als Notarzt vor Ort ist. Außerdem muss die Befundung der CT-Bilder durch einen Radiologen mittels Telemedizin sichergestellt sein“, erklärt Endres.
Derzeit laufen in Deutschland zwei Projekte, die Möglichkeiten und Grenzen einer Lyse im Rettungswagen untersuchen: in Homburg/Saar und in Berlin. Es soll zunächst vor allem abgeklärt werden, ob sich auf diese Weise tatsächlich die Behandlungszeiten verkürzen lassen. „Die Hoffnung ist, dass wir insgesamt etwa 30 Minuten einsparen können, in denen sonst millionenfach Nervenzellen absterben“, erklärt Endres, der den Ansatz auch im Rahmen einer Pressekonferenz der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft am 24. Mai 2011 in Hamburg erörtern wird. Die Pressekonferenz findet im Vorfeld der European Stroke Conference (ESC) statt.
Terminhinweis:
Volksleiden Schlaganfall: Neue Ansätze in Prävention und Versorgung
Pressekonferenz der DSG im Vorfeld der European Stroke Conference
Dienstag, 24. Mai 2011, 11.30 bis 12.30 Uhr
Congress Center Hamburg, Saal 8, Am Dammtor/Marseiller Straße, 20355 Hamburg
Themen und Referenten:
+ Schlaganfälle sofort erkennen, richtig handeln und Betroffene retten: Wie wirksam sind Informationskampagnen zum Schlaganfall?
Professor Dr. med. Joachim Röther, Erster Vorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft, Chefarzt der Neurologischen Klinik, Asklepios Klinik Altona, Hamburg
+ Schlaganfallversorgung mittels Telemedizin: Möglichkeiten und Grenzen
Professor Dr. med. Martin Grond, Vorstandsmitglied der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft, Chefarzt der Neurologischen Klinik am Kreisklinikum Siegen
+ Lyse im Rettungswagen – (wo) macht der Einsatz Sinn?
Professor Dr. med. Matthias Endres, Dritter Vorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft, Direktor der Klinik für Neurologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin
+ Vorhofflimmern: Dank neuer Medikamente Schlaganfällen wirksam vorbeugen
Professor Dr. med. Hans-Christoph Diener, Direktor der Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Essen
Kontakt für Journalisten:
Silke Stark
Pressestelle Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel. 0711 8931-572
Fax: 0711 8931-167
E-Mail: stark@medizinkommunikation.org
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: awmf.org
Weitere Berichte zu: DSG > Lysetherapie > Neurologie > Rettungswagen > Schlaganfall > Schlaganfall-Gesellschaft > Telemedizin > Thrombolyse > Universitätsmedizin
NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit
24.05.2012 | Universität Vechta
Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung
24.05.2012 | HSBA Hamburg School of Business Administration
Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.
Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.
„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...
Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.
Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.
Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...
Anzeige
Anzeige

Energieversorger vor dem Umbruch
24.05.2012 | Studien Analysen
Stem-cell-growing surface enables bone repair
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Wissenschaft und Öffentlichkeit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten