Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rund 100 MINT-Experteninnen und Experten aus ganz Europa treffen sich in Bayreuth

28.02.2014

In der ersten Märzwoche werden sich rund 100 Expertinnen und Experten, die in zwei EU-Projekten des MINT-Bereichs zusammenarbeiten, zum Ergebnisaustausch an der Universität Bayreuth treffen. Im Mittelpunkt der Arbeit werden die EU-Projekte OpenDiscoverySpace und InspiringScienceEducation zum E-Learning in der Schule stehen. Im ersten Projekt arbeiten 52, im zweiten 31 universitäre und außeruniversitäre Partner aus ganz Europa zusammen. Der am weitesten anreisende Partner kommt von der University of Greenland.

Beide EU-Projekte gehen der Frage nach, wie E-Learning (dt. elektronisch unterstütztes Lernen) in den herkömmlichen Klassenunterricht integriert werden kann. OpenDiscoverySpace verfolgt eine weiter gefasste Vision und möchte alle gängigen Schulfächer einbeziehen, InspiringScienceEducation möchte diese Frage allein am MINT-Unterricht beantworten (MINT = Mathematik, Informatik, Natur-wissenschaften und Technik).


So könnte der ‚Baum Europa‘ Früchte tragen: Das EU-Forschungsprojekt InspiringScienceEducation will bestehende Unterrichtsexpertisen einzelner Länder für ganz Europa nutzbar machen.

Grafik: Lehrstuhl Didaktik der Biologie, Universität Bayreuth

Seit 2006 wird der Modell-Studiengang Gymnasiales MINT-Lehramt an der Universität Bayreuth angeboten und hat sich als ein Markenzeichen der MINT-Lehrerausbildung an der Universität Bayreuth etabliert. „Der bevorstehende Erfahrungsaustausch ist erneut eine gute Investition in den MINT-Unterricht, weit über die Grenzen Bayerns hinaus!“, erläutert Prof. Dr. Franz Bogner, Lehrstuhlinhaber Didaktik der Biologie der Universität Bayreuth und Gastgeber des Arbeitstreffens.

Bei beiden Projekten kümmern sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Bayreuther Lehrstuhls Didaktik der Biologie federführend um das ‚Pädagogische Design‘ und die Evaluation der Projekte, alle Projektpartner arbeiten nach einem komplexen Plan zu. Beide Projekte haben fünf Arbeitsplätze an die Universität Bayreuth geholt, die mit Doktorandinnen besetzt sind. In beide Projekte ist über den Bayreuther Lehrstuhl das Zentrum zur Förderung des Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Unterrichts (Z-MNU) involviert. Bei beiden Projekten steht das forschend-entdeckende Lernen, also der neugierige Schüler, im Zentrum des Unterrichts.

Was bedeutet forschend-entdeckendes Lernen?

Der neugierige Schüler schlüpft in die Rolle eines Wissenschaftlers und wird möglichst authentisch dessen naturwissenschaftlichen Weg der Erkenntnisgewinnung nachvollziehen. Der Unterricht ist E-Learning-gestützt, d.h. der Schüler kann sich für seinen Lernweg spezielle Hilfe von ‚außen‘ holen. So wird er bspw. in einer Unterrichtseinheit über Sozialinsekten auf aufbereitete Forschungsdaten einer Bienen-Station in Würzburg zurückgreifen können: dort werden unter der Dachmarke HOBOS (HOneyBee Online Studies) alle erdenklichen Daten rund um Bienen gesammelt und digital verfügbar gemacht.

Solche forschenden Lernszenarien erlauben jeder Schülerin und jedem Schüler einen hohen Grad an Autonomie, sie/er bestimmt das Lerntempo individuell. Forschende Lernszenarien verlangen aber auch eine hohe Eigenverantwortlichkeit und Motivation. Auch sehr heterogene Lerngruppen können so gut individuell gefördert werden.

Vision: Zusammenarbeit von Schule und Forschung im Schulalltag

Beim forschend-entdeckenden Lernen werden die Schülerinnen und Schüler sehr oft Daten nutzen, die auch die Forscherinnen und Forscher für ihre aktuelle Arbeit verwenden – eine Zusammenarbeit zwischen Forschung und Schule soll also Realität im Schulalltag werden. Wissenschaftler, Lehrer und Schüler werden in dieser Vision auch über nationale Grenzen hinaus miteinander in Kontakt treten können (sofern man die Sprachbarrieren innerhalb Europas überwinden kann).

„Wir versprechen uns von dieser Vernetzung einen echten Zugewinn an Perspektiven. Bei Schülern wird die Neugier an forschenden Arbeitsweisen geweckt. Ein wünschenswertes Ergebnis dessen wäre, dass Jugendliche wieder mehr naturwissenschaftliche Berufe ergreifen würden. Aber auch die Lehrer bekommen einen tieferen Einblick in manche Thematik und können darin einen Anstoß zu ihrer eigenen beruflichen Weiterentwicklung finden“, erläutert Prof. Dr. Franz Bogner die Projektziele.

Hintergrund

Multinationale Forschungsprojekte erfordern immer auch eine gute Portion Psychologie. Dies gilt insbesondere auch in Europa mit seinen jahrtausendealten unterschiedlichen Traditionen. Gerade dies ist politisch gewollt, geht es bei EU-Projekten doch immer um ‚added values‘ für die politische Gemeinschaft, wenn meist bis zu drei Dutzend Partner synergistisch zusammenarbeiten. Zwar kennen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schon aus der Zeit vor der Antragsstellung, meist von Kongressen; doch erfordert gerade der Erfolgsdruck eines gemeinsamen Forschungsprojekts, in dem die einzelnen Mosaiksteine passgenau ineinander greifen müssen, über alle Sprachgrenzen hinweg gegenseitiges Vertrauen und Kooperation.

„Somit kann man erfolgreichen EU-Forschungsprojekten immer unterstellen, dass das ‚heimliche‘ Forschungsziel des kooperativen Ineinandergreifens bestens erfüllt wurde! Brüssel behält sich daher immer vor, Projekte auch vorzeitig stoppen zu dürfen, wenn diese Bedingungen nicht greifen“, führt Prof. Bogner aus.

Für weitere Informationen steht gern zur Verfügung:

Prof. Dr. Franz X. Bogner
Lehrstuhlinhaber Didaktik der Biologie
Fachgruppe Biologie
Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften
Universität Bayreuth
Universitätsstraße 30
D-95447 Bayreuth
Telefon (+49) 0921 / 55-2590
E-Mail franz.bogner@uni-bayreuth.de
http://www.bayceer.uni-bayreuth.de/didaktik-bio

Brigitte Kohlberg | Universität Bayreuth

Weitere Berichte zu: Biologie Didaktik MINT-Unterricht Schulalltag Wissenschaftler

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017
17.10.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017
17.10.2017 | Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz