Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rückenwind für freies Forschungswissen im Netz

14.11.2013
Weitere renommierte Kultureinrichtungen unterzeichnen Berliner Erklärung zu Open Access. Die Zahl der Unterstützer steigt zur Jubiläumskonferenz auf über 460

Zehn Jahre nach Verabschiedung der „Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“ hat die von der Max-Planck-Gesellschaft angestoßene Open-Access-Initiative international breite Anhängerschaft gefunden.

Kurz vor Beginn der Jubiläumskonferenz in Berlin steigt die Zahl der Mitzeichner weiter – dazu gehören die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz will sich der „Berliner Erklärung“ gemeinsam mit dem Deutschen Archäologischen Institut, dem Bundesarchiv, der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg sowie der Stiftung Jüdisches Museum Berlin anschließen, wie die Kultureinrichtungen am Donnerstag mitteilten. Waren es zu Beginn 19, unterstützen dann mehr als 460 Institutionen – darunter Universitäten, Forschungsorganisationen, Akademien, Bibliotheken und Kultureinrichtungen aus aller Welt – das Ziel, wissenschaftliches Wissen unter Einbeziehung des kulturellen Erbes im Internet frei zugänglich und weiterverwendbar zu machen.

„Das ist eine beeindruckende Entwicklung. Und dennoch ist Open Access noch nicht so etabliert, wie es für die Wissenschaft wünschenswert ist. Nach zehn Jahren gilt es zu diskutieren, welche Strategien für die nächste Dekade gebraucht werden“, sagt Max-Planck-Präsident Peter Gruss mit Verweis auf die Jubiläumskonferenz zur „Berliner Erklärung“, die vom 19. bis 20. November in den Räumen der Berlin-Brandenburgischen-Akademie der Wissenschaften stattfindet.

Seit Beginn an organisiert die Max-Planck-Gesellschaft diese jährliche, internationale Tagung mit, die sich als weltweites Forum der Open-Access-Bewegung etabliert hat. Nach Stationen in aller Welt kehrt die Konferenz nun zurück zu ihrem Ausgangspunkt nach Berlin. Angemeldet haben sich gut 200 Teilnehmer aus 40 Ländern. Als Redner erwartet werden Open-Access-Praktiker wie Cameron Neylon, Public Library of Science (PLOS), Politiker wie der britische Wissenschaftsminister David Willetts sowie die Vizepräsidentin der EU-Kommission Neelie Kroes. Ebenso vertreten sind führende Repräsentanten von Forschungseinrichtungen, Akademien und Bibliotheken aus aller Welt. „Wir müssen Open Access weiter stärken, weil Forschung vom Austausch der besten Ideen lebt: Je umfassender und zeitnäher das möglich ist und je freier die Weiterverwendung der Ergebnisse, desto effektiver können Wissenschaftler arbeiten“, sagt Gruss. Letztlich werde Forschung damit auch im Sinne des Gemeinwohls effektiver.

Open-Access-Veranstaltungen für breites Publikum

Im Zuge der Konferenz gibt es in Berlin weitere Veranstaltungen zum Thema Open Access, unter anderem in der Max Planck Science Gallery am Gendarmenmarkt (der Eintritt ist frei). Dort ist eine Multimedia-Ausstellung zu Open Access zu sehen. Zudem gibt es zwei Abendveranstaltungen: Am 18. November wird mit Jens Vigen, Leiter der Forschungsbibliothek am CERN, und Richard E. Luce, Dekan der Bibliotheken der University of Oklahoma, diskutiert, welche Chancen und Herausforderungen Open Access für Bibliotheken mit sich bringt.

Am 19. November ist Jack Andraka zur Gast. Der 16-jährige Schüler aus den USA spricht darüber, wie er dank Open Access sein neues Verfahren zur Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs entwickeln konnte. Er hat für dieses wegweisende Verfahren 2012 bei der Intel International Science and Engineering Fair, dem größten Forschungswettbewerb der Welt, den Gordon E. Moore Award gewonnen und wurde im Februar 2013 als Ehrengast des Präsidenten zu dessen Kongress-Rede zur Lage der Nation geladen.

Dr. Christina Beck
Pressesprecherin
Telefon: +49 89 2108-1275
E-Mail: beck@­gv.mpg.de

Dr. Christina Beck | Max-Planck-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de/7610421/berlin11

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht „Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn
18.05.2018 | Universität Paderborn

nachricht Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft
17.05.2018 | Universität Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics