Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rodel- und Snowboardspaß in der FunBox

25.07.2012
Spektakuläre Skirampe, versteckte Windrad-Detektive und gedruckte Elektronik: TU Chemnitz beteiligt sich vom 11. bis 23. August 2012 am IdeenPark in Essen

Bessere Testbedingungen für ihre neue textile Skipiste können sich die Fördertechniker der Technischen Universität Chemnitz kaum wünschen.


Die Chemnitzer Studenten Franziska Korb, Paul Baudach und Isabel Dickmann (v.l.) testen auf einer Rampe vor dem Hörsaalgebäude der TU Chemnitz das Gleitverhalten auf der neuartigen textilen Skipiste des Instituts für Fördertechnik und Kunststoffe, die im August im IdeenPark in Essen zum Einsatz kommt. Foto: Stefanie Richter


Michael Heinrich vom Institut für Strukturleichtbau der TU Chemnitz zeigt ein Rotorblatt einer Windkraftanlage, in das gestickte Dehnungssensoren integriert wurden. Unzulässig hohe Belastungen des Rotorblattes können so erkannt werden. In diesem Demonstrationsmodell, das auf dem IdeenPark in Essen vorgestellt wird, werden die Dehnungen durch farbige Leuchtmittel angezeigt. Foto: Sven Gleisberg

Wenn sich am 11. August 2012 auf dem 60.000 Quadratmeter großen Essener Messegelände die Türen des IdeenParks öffnen, können Interessenten auf einer fünf Meter hohen Rampe in der sogenannten FunBox (Halle 2) Wintersport ohne Schnee genießen. 13 Tage lang können die Gäste täglich von 10 bis 18 Uhr mit Kunststoffgleitern und Wokschüsseln auf der ausrollbaren textilen Piste aus Chemnitz rodeln.

"Diese Neuentwicklung weist erstmalig schneeähnliche Gleit- und Fahreigenschaften auf, ohne dass hohe Investitionskosten erforderlich sind", erklärt Prof. Dr. Klaus Nendel, Leiter des Instituts für Fördertechnik und Kunststoffe, und ergänzt: "Zur Herstellung des Belages kommen Hightech-Textilien zum Einsatz, die glatt sind, nicht kaputt gehen, die die Fläche unter dem Belag atmen lassen und - wenn man einmal stürzen sollte - keine Schürfwunden hinterla ssen."

Da ThyssenKrupp, der Veranstalter des IdeenParks, mehr als 400.000 Besucher in Essen erwartet, wird die textile Skipiste aus Chemnitz ihren ersten großen Test erleben. Vorangegangen sind bereits mehrere Praxisversuche bei der Vereinigten Skischule Oberwiesenthal. "Mit unserem dreischichtigen, luftdurchlässigen Textilverbund ist nun ein wetter- und schneeunabhängiges Skifahren in allen Regionen der Welt oder in beheizten Hallen möglich", versichert Schumann.

Snowboard für rasante Kurvenfahrten

Gemeinsam mit der aus der TU Chemnitz ausgegründeten Firma silbaerg sind in Essen an mehreren Tagen auch Snowboardkurse und Trickvorführungen auf der spektakulären FunBox-Rampe geplant. Zum Einsatz kommt dabei ein mehrfach preisgekröntes Snowboard, das am Institut für Strukturleichtbau der TU Chemnitz entwickelt wurde. "Das Board besteht aus einem besonderen Lagenaufbau. Beim Carven - also dem Kurvenfahren - wird die Kante des Boards etwa einen Millimeter in den Untergrund gepresst. Dabei sollen nicht nur Halt und Sicherheit erhöht werden, sondern das Brett passt sich damit jeder Kurvenlage an", erläutert Institutsleiter Prof. Dr. Lothar Kroll.

Zwischen seinem Institut und silbaerg findet kontinuierlich ein Wissenstransfer von der Forschung in den Snowboard-Sport statt. "So gelangen laufend neuste Erkenntnisse aus Materialforschung, Computer-Simulation und Biomechanik in neue Produkte rund ums Snowboarden in die Praxis", sagt Kroll. Er und sein Team sind nun gespannt auf das Urteil der IdeenPark-Besucher.

"Intelligente" Rotorblätter für Windkraftanlagen

Die Leichtbauexperten der TU Chemnitz zeigen in Essen noch weitere Beispiele ihres Könnens. Im EnergiePark (Halle 3) stellen sie "intelligente" Rotorblätter für Windkraftanlagen vor. Im Projekt "FiberCheck" haben sie ein Sensorsystem entwickelt, das Rotorblätter permanent überwacht. "Angesichts der sehr hohen und wechselnden Belastungen an den Rotorblättern von Windkraftanlagen und der damit verbundenen Materialermüdung ist dies eine wichtige Erfindung", meint Kroll.

"Wir haben textiltechnologisch hergestellte Dehnungssensoren während der Fertigung der Rotorblätter in die Faserkunststoffverbundstruktur eingebracht. Auf diese Weise entsteht ein fest mit der Struktur verbundener Sensor, der selbst geringste Dehnungen zuverlässig anzeigt. So können winzige Schäden bereits frühzeitig erkannt werden", erläutert Kroll. In Essen zeigen die Chemnitzer Forscher ein etwa 2,20 Meter großes interaktives Rotorblatt mit integriertem Sensor, der bei Belastung unterschiedlich farblich reagie rt.

Lautsprecher und Solarbaum aus der Druckmaschine

Und auch das Institut für Print- und Medientechnik der TU Chemnitz beteiligt sich mit Exponaten am Ideenpark. So werden die Wissenschaftler unter anderem ihre auf Papier gedruckten Lautsprecher zeigen, die derzeit weltweit für Schlagzeilen sorgen. "Das singende Papier bringt es bereits auf 80 Dezibel und wird in Essen sicher auch die großen und kleinen Musikfans begeistern", so Prof. Dr. Arved C. Hübler, Leiter des Instituts. Aber nicht nur Lautsprecher kommen aus der Druckmaschine, sondern auch Solarzellen. "Der Strom der von den 50 Blättern unseres in der FunBox aufgestellten Solarbaums erzeugt wird, könnte im Outdoor-Einsatz zum Beispiel zum Laden von Handys genutzt werden", erklärt Hübler.

Stichwort: IdeenPark 2012 in Essen

Der IdeenPark, das Gipfeltreffen für Technik und Bildung, findet 2012 im Herzen des Ruhrgebiets statt: Vom 11. bis 23. August geht es auf 60.000 Quadratmetern in der Messe Essen und im Grugapark um Faszination Technik - für die ganze Familie und bei freiem Eintritt an allen Tagen. Etwa 400.000 Besucher erwartet der ThyssenKrupp Konzern, der den IdeenPark mit mehr als 120 Partnern aus Forschung und Wissenschaft, Bildung und Wirtschaft veranstaltet. Der IdeenPark ist frei von Werbung und offen für alle. Die Besucher begeben sich auf eine Entdeckungsreise durch Stadtquartiere mit vielversprechenden Namen, zum Beispiel durch das "AeroDrom", den "VerkehrsKreisel", die "FunBox" oder den "EnergiePark". Hier zeigt der IdeenPark innovative Lösungen, zum Beispiel für die Themen Klimawandel, Energiewende oder Mobilität. Die Veranstalter setzen vor allem auf Interaktion. Überall sind die Besucher eingeladen, selbst zu experimentieren und auf eigene Faust Entdeckungen zu machen. Nach Stat ionen in Gelsenkirchen, Hannover und Stuttgart findet dieses Technikerlebnis zum vierten Mal statt. http://www.ideenpark.de

Partner-Seite der TU Chemnitz im Online-Portal des IdeenParks:
http://www.ideenpark.de/ideenpark/partner/technische-universitaet-chemnitz
Informatives Video zum IdeenPark: http://vimeo.com/37517735
Weitere Informationen zu den Exponaten des Instituts für Fördertechnik und Kunststoffe sowie des Institutes für Strukturleichtbau der TU Chemnitz erteilt Sabrina D. Möckel, Telefon 0371 531-38825, E-Mail sabrina-dennise.moeckel@mb.tu-chemnitz.de. Und über die Exponate des Institutes für Print- und Medientechnik gibt Sylvia Strauß, Telefon 0371 531-35501, E-Mail sylvia.strauss@mb.tu-chemnitz.de, weitere Auskünfte.

Fotos finden Sie auch im Ordner "Forschung" des Online-Bildarchivs der Pressestelle: http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/bilder

Mario Steinebach | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de/
http://vimeo.com/37517735

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?
16.01.2017 | Wissenschaft im Dialog gGmbH

nachricht 14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“
12.01.2017 | BusinessForum21

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie