Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

River Flow 2010: Flüsse als dynamische und hoch sensible Systeme

02.09.2010
300 Wasserbau-Experten aus 32 Ländern tagen an der TU Braunschweig

Über 300 Experten aus 32 Ländern treffen sich vom 8. bis zum 10. September zu River Flow 2010, der international bedeutendsten Konferenz zum Thema Flüsse, an der Technischen Universität Braunschweig. Sie diskutieren aktuellste wissenschaftliche Fragen rund um Strömung und morphologische Beschaffenheit natürlicher und künstlicher Fließgewässer. Als zunehmend drängende Fragen stehen auch die Auswirkungen des Klimawandels und die steigenden Anforderungen an den Umweltschutz auf der Agenda.

So unterschiedlich wie die Flussläufe und ihre jeweilige wasserbauliche Entwicklung sind auch die aktuellen Themen und Aufgabenstellungen für die Ingenieure. Jedes Hochwasser, sei es in Pakistan oder Niedersachsen, verdeutlicht, wie schwierig es sein kann, Flüsse zu regulieren. In Ländern wie Pakistan oder Bangladesh geht es maßgeblich darum, angesichts immenser Überschwemmungen in Flussgebieten Menschenleben zu retten. Die Gefahr von Überschwemmungen und ihre Folgen zu mindern, sehen die Wasserbauingenieure als eine ihrer vordringlichsten Aufgaben. Die intensive Erforschung der Strömung und ihrer Wechselwirkung mit der Flussmorphologie stellt die Grundvoraussetzung unter anderem für die Weiterentwicklung von Prognosemodellen dar.

Heftige Hochwasser – lange Trockenperioden

Denn auch in unseren Breiten macht sich der Klimawandel inzwischen deutlich bemerkbar. Prof. Andreas Dittrich, Leichtweiß-Institut für Wasserbau der TU Braunschweig, der die Konferenz organisiert, erinnert an das Elbe-Hochwasser im Jahr 2002. „Nur ein Jahr später musste der Rhein mehrere Tage lang wegen des zu niedrigen Wasserstandes für die Schifffahrt gesperrt werden – mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen.“, erläutert er. „Das entspricht den Prognosen der Klimaforscher. Wir rechnen auch in Europa mit einer Zunahme heftiger Hochwasser ebenso wie mit längeren Trockenperioden.“ Eine wesentliche Frage der Wissenschaftler auf der River Flow-Konferenz ist dementsprechend die nach den angemessenen Maßnahmen. Wie hoch müssen Deiche in Zukunft sein? Wie verändern beispielsweise rotierende Schiffspropeller bei Niedrigwasser die Fahrrinnen? Wie wirken sich vermehrte Sedimentablagerungen, die jedes Hochwasser mit sich bringt, auf Stauräume und die Überflutungsflächen (Vorländer) der Flüsse oder auf die Küstenregionen aus?

Umweltschutz kontra Hochwasserschutz?

Viele der insgesamt 219 Beiträge beschäftigen sich mit den Anforderungen des Umweltschutzes. Die naturnahe Umgestaltung von Flussläufen und Vorländern kollidiert mitunter nicht nur mit wirtschaftlichen Interessen, sondern auch mit den Belangen des Hochwasserschutzes. Ohne sorgfältige Planung können zum Beispiel auf den Vorländern entstehende Auewälder zur Erhöhung des Wasserstandes führen. „Im Grunde können nur reiche Nationen sich einen funktionierenden Umweltschutz leisten“, meint Prof. Dittrich. Der Wasserrahmenrichtlinie zufolge sollen beispielsweise die Querbauwerke aller Flüsse für Fische durchgängig werden – die Übergangsbereiche sollen dabei möglichst naturnah gestaltet werden. „Es ist nicht banal, die möglichen Auswirkungen zu berechnen und die Maßnahmen entsprechend sorgfältig zu planen“, so der Wasserbau-Experte. Anhand von Flussmodellen und Computersimulationen stellen die Forscher in Braunschweig und in anderen Forschungseinrichtungen und Hochschulen daher Flüsse nach und untersuchen die unterschiedlichen Veränderungen und ihre Folgen. “Jeder Fluss ist wie ein Lebewesen. Er reagiert auf Eingriffe von außen und lässt bei weitem nicht alles ungestraft mit sich machen“, so die Überzeugung von Prof. Dittrich.

Die Tagung widmet sich außerdem mit einer eigenen Veranstaltung der Nachwuchsförderung. 57 junge Wissenschaftler aus unterschiedlichen Ländern sind bereits am Tag zuvor zu „Master Classes“ eingeladen, um in kleinen Gruppen ihre Forschungsprojekte und Thesen vorzustellen und zu diskutieren.

Kontakt:

Prof. Dr.-Ing. habil. Andreas Dittrich
Technische Universität Braunschweig
Leichtweiß-Institut für Wasserbau, Abteilung Wasserbau
Beethovenstraße 51a, 38106 Braunschweig
Tel.: +49 531 391 3940
a.dittrich@tu-braunschweig.de

Dr. Elisabeth Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.riverflow2010.org/
http://www.lwi.tu-bs.de/waba/w-index.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen
25.05.2018 | Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung

nachricht Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien
24.05.2018 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics