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(BvT) „Osteoimmunologie“ – so lautet das Stichwort einer aktuellen rheumatologischen Forschungsrichtung, die sich mit den Wechselwirkungen zwischen Knochen und Immunsystem befasst. „Noch vor wenigen Jahren hätte kaum jemand vermutet, dass hier ein direkter Zusammenhang besteht.
Heute jedoch ist klar, dass sich aus der Wechselwirkung beider Organsysteme wichtige Erklärungsansätze für die Entstehung entzündlich-rheumatischer Erkrankungen ableiten lassen“, führt Prof. Ulf Müller-Ladner, Chefarzt der Ab teilung Rheumatologie und Klinische Immunologie an der Kerckhoff-Klinik aus. Anlass ist ein zweitägiges Symposium im Rahmen des Schwerpunktprogramms „Immunobone“ der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG), das an der Kerckhoff-Klinik stattfand.
Mehr als 50 Forscher aus 25 rheumatologischen Arbeitsgruppen in Deutschland waren nach Bad Nauheim gekommen, um über die neuesten Forschungsergebnisse rund um den Knochen und das Immunsystem zu diskutieren. „Zentraler Dreh- und Angelpunkt ist die Verbindung zwischen knochenumbauenden Zellen, den sogenannten Osteoblasten und Osteoklasten, und den Zellen und Molekülen des Immunsystems“, so der Ko-ordinator des DFG-Schwerpunktprogramms, Prof. Georg Schett von der Universi-tät Erlangen. Prof. Müller-Ladner, diesjähriger Gastgeber des Symposiums und Mitglied des Leitungsgremiums des Schwerpunktprogramms, ergänzt dazu: „Da mit der Osteoimmunologie ein neues wissenschaftliches Feld bearbeitet wird, müssen tatsächlich alle Aspekte neu beleuchtet werden, von Entzündungsmolekülen über Immunzellen bis hin zum Nervensystem, das ebenfalls den Knochenstoffwechsel steuert. Natürlich sind wir sehr froh, das uns die DFG dieses Großprojekt über mehrere Jahre bewilligt hat.“
Wissenschaftliche Schwerpunkte des DFG-Programms (SPP 1468), das unter der Leitung der Univ. Erlangen, Jena, Münster und Gießen steht, sind unter anderem der Zellstoffwechsel von Osteoklasten und Osteoblasten, der Einfluss von Zytokinen und Adipokinen auf die Differenzierung dieser Zellen, die Entwicklung und Analyse von Tiermodellen, die immunologisch gesteuerte Veränderungen im Knochenstoffwechsel aufweisen, sowie die direkte Analyse von Effektorzellen und –molekülen aus Knochenproben von Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. „Mit diesen Untersuchungen erhoffen wir uns neue Erkenntnisse im Verständnis der Entstehung entzündlich-rheumatischer Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis oder des Morbus Bechterew“, erläutert Prof. Müller-Ladner und hebt hervor: „Mit diesem DFG-Programm agieren wir auch weltweit mit an der wissenschaftlichen Spitze. Auf dem vor kurzem zu Ende gegangenen amerikanischen Rheumatologenkongress war ein Tag nur diesen Thema gewidmet, was die Aktualität dieser Forschung gut widerspiegelt.“
Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit waren die Spitzenforscher aber auch von Bad Nauheim begeistert. Viele der Gäste wollten sich deshalb nach dem abendlichen Spaziergang durch den Sprudelhof und Kurpark zu Zwiebelkuchen und Glühwein die Kurstadt nach Ende des Programms noch einmal ausführlich anschauen.
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Dr. Berend von Thülen | Quelle: C3 Public Relations
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