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Regionales Transferzentrum Dresden bietet kurzen Weg zum Arbeitsschutz

04.11.2010
Im „Regionalen Transferzentrum Dresden“, das die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) an ihrem Standort in Dresden einrichtet, nehmen heute fast 100 Experten am 19. Dresdner Arbeitsschutz-Kolloquium teil.

„Sicherheit für Mensch und Umwelt ist Voraussetzung für Markterfolg“, betonte BAuA-Präsidentin Isabel Rothe während der Tagung. „Mit dem regionalen Transfer unserer Forschungsergebnisse und praktischen Lösungen bieten wir der Region rund um unseren Standort Dresden deshalb einen kurzen Weg zum Arbeitsschutz.“

Rothe forderte mit Blick auf die demografische Entwicklung der Region Kreativität bei Prävention und Arbeitsgestaltung in den Betrieben: „Der Fachkräftemangel wird in der mitteldeutschen Region bis 2015 zum großen Problem.“ Bis 2020 würden fast 40 Prozent der Erwerbstätigen 50 Jahre und älter sein. „Die Erkenntnis, dass in jedem Wandel auch Chancen liegen, sollte die Grundlage für den Umgang mit dem demografischen Wandel bilden“, sagte Fredi Holz, Referatsleiter Strategische Planung, Demografie, Demoskopie in der Sächsischen Staatskanzlei: „Die Herausforderungen sind keinesfalls ein unausweichliches Schicksal. Sie bedürfen vielmehr der aktiven Gestaltung. Gefragt ist ein Wettbewerb um die besten Lösungen. In Sachsen setzen wir dabei auf den Mut zu neuen Ansätzen und die Kreativität der Menschen.“

Erst im Oktober war die Sächsische Arbeitsschutzkonferenz gegründet worden, deren Mitglied die BAuA ist. Sie soll in Sachsen das Arbeitsschutzhandeln gestalten, steuern und die Ziele der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie umsetzen. Die Arbeitsschutzkonferenz folgt der Arbeitsschutz-Allianz Sachsen nach, die auf der Basis gemeinsamer Vereinbarungen zwischen dem Ministerium und 31 Partnern aus Industrie, Handwerk, Unfallversicherungsträgern, Fachverbänden, Gewerkschaften und Krankenkassen im Jahr 2005 für fünf Jahre gegründet worden war.

Schwerpunkt des 19. Dresdner Arbeitschutz-Kolloquiums ist das Thema „Der demografische Wandel – Herausforderung für die Betriebe in der Region“. Wichtiger Teil sind hier die Ergebnisse einer Marktanalyse und Machbarkeitsstudie für den Arbeitsschutztransfer in der Region. Auch Themen wie Unfälle bei Älteren, Ergonomische Arbeitsgestaltung für diese Zielgruppe und Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit beleuchtete das Kolloquium. Vertieft wurden weiterhin Aspekte des demografischen Wandels in Kleinbetrieben und der Nutzen der Demografie-Beratung für KMU.

„Während des Aufbaus unseres Regionalen Transferzentrums haben wir das Problem der Überalterung von Belegschaften als eines der wichtigsten Probleme der Region identifiziert“, berichtet Dr. Volker Steinborn, verantwortlich für den BAuA-Standort Dresden. „Der demografische Wandel setzt hier deutlich früher und schärfer ein als in Gesamtdeutschland. Deshalb liegt der Schwerpunkt des 19. Dresdner Arbeitschutz-Kolloquiums auf Ansätzen, Erfahrungen und Modellen, um die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten auch bei längerer Lebensarbeitszeit zu erhalten.“

Ergebnisse der Marktanalyse für den regionalen Transfer zeigen Defizite in der Region auf. So weist sie neben einer überdurchschnittlichen Arbeitslosenquote den stärksten Bevölkerungsrückgang auf. Im Jahr 2030 wird weniger als die Hälfte der Bevölkerung zu den Erwerbspersonen zählen. Deutlich wurde, dass in den drei Bundesländern die stärksten Branchen Handel, Bau und Kfz-Instandhaltung sind, verschiedene Dienstleistungsbranchen wachsen stark. Reguläre Beschäftigungsverhältnisse sind indes gegenüber geringfügiger Beschäftigung, Teilzeit und Zeitarbeit in der Minderzahl. Gleichzeitig ist die Hälfte der Betriebe nicht an einen Tarifvertrag gebunden, der Organisationsgrad von Betriebsräten in der Region nimmt ab – damit wird ein wichtiger Partner für den Arbeitsschutz geschwächt. Das deutet die Unfallquote an: Sie liegt in der Region über dem Durchschnitt aller Bundesländer, vor allem in Sachsen-Anhalt und Thüringen. Umfragen unter den Erwerbstätigen zeigen, dass 61 Prozent die Durchführung der gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilung an ihrem Arbeitsplatz verneinen.

Fazit: Das Arbeitsschutzniveau in der Region bleibt hinter dem gesamtdeutschen Stand zurück. Das Regionale Transferzentrum wird deshalb auf Wissenstransfer setzen. „Wir entwickeln Angebote, die auf die Region zugeschnitten sind, sie sollen in erster Linie Klein- und Mittelbetriebe beim Arbeitsschutz unterstützen“, sagte Steinborn. Vor allem Akteure im Arbeitsschutz wie Unternehmer und Führungskräfte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte wolle man erreichen. Im Angebot sind Erfahrungsaustausche und der Dresdner Treffpunkt „Sicherheit und Gesundheitsschutz“ mit 30 Themennachmittagen in 2011. Der BAuA-Standort Dresden beteiligt sich zudem an Fachmessen und Veranstaltungen und hält Fachvorträge in Bildungseinrichtungen. Auch sind modellhafte betriebliche Beratungen und spezielle Kooperationen mit Praxispartnern und Bildungseinrichtungen möglich.

Internet und Kontakt: http://www.baua.de/rtz-dresden

Forschung für Arbeit und Gesundheit
Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt. Sie ermöglichen Unternehmen wie auch der gesamten Volkswirtschaft einen Vorsprung im globalen Wettbewerb. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Rund 660 Beschäftigte arbeiten am Hauptsitz in Dortmund und den Standorten Berlin, Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

Jörg Feldmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.baua.de/rtz-dresden

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