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Raucherhusten nicht unterschätzen - COPD früh behandeln

04.04.2012
Etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Ursache der Volkskrankheit ist in den meisten Fällen Zigarettenrauch.
Zum anfänglichen Husten kommt im weiteren Verlauf Auswurf hinzu, bis hin zu schwerer Atemnot. COPD ist – mit steigender Tendenz – die vierthäufigste Todesursache weltweit. Darauf weisen Experten im Vorfeld des 118. Internistenkongresses hin, der vom 14. bis 17. April 2012 in Wiesbaden stattfindet. Sie diskutieren im Rahmen des Kongresses über neueste Erkenntnisse zur Vorbeugung, Früherkennung und Behandlung der Lungenerkrankung.

„Ein harmloser Husten, ein wenig kurzatmig“ – Symptome, die viele Raucher über Monate und Jahre nicht beachten, können schwere Folgen haben. Bleiben sie unbehandelt und rauchen die Betroffene weiter, entwickelt sich in der Lunge eine chronische Entzündung. Diese führt zu einer zunehmenden und bleibenden Verengung der Bronchien und ihrer fein verzweigten Äste.
Nach Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt eine Bronchitis vor, wenn ein Patient innerhalb von zwei Jahren für jeweils mindestens drei Monate unter anhaltendem Husten, vermehrter Schleimbildung und Auswurf leidet. „Etwa 15 bis 20 Prozent der Patienten, die an einer chronischen Bronchitis leiden, entwickeln bei fortgesetztem Rauchen eine COPD“, sagt Professor Dr. med. Adrian Gillissen, Direktor der Klinik für Lungen- und Bronchialmedizin am Klinikum Kassel. Die meisten COPD-Patienten seien rauchende Männer und Frauen jenseits des fünften Lebensjahrzehnts. Bei einigen Patienten überblähe sich nach und nach die Lunge und sie entwickeln eine rechtsseitige Herzschwäche. „Da die Erkrankung fortschreitend verläuft, leiden Betroffene in ihrem Alltag unter erheblichen Einschränkungen wie schwerer Atemnot und sinkender Leistungsfähigkeit“, so der Experte.

Das A und O sei bei dieser im Grunde vermeidbaren Krankheit die Aufklärung, betont Professor Dr. med. Joachim Mössner, Vorsitzender der DGIM und des 118. Internistenkongresses aus Leipzig: „Neuerkrankungen vorzubeugen ist deshalb eine wichtige Aufgabe von Medizinern, Politik und Gesellschaft“, so der Internist. Insbesondere junge Menschen müssten über die Gefahren des Rauchens Bescheid wissen. Denn viele beginnen damit im Schulalter. Für Raucher, die den Zigarettenkonsum aufgeben möchten, fördern Krankenkassen Entwöhnungskurse. „Auch Rauchverbote an öffentlichen Orten tragen dazu bei, Neuerkrankungen zu vermeiden“, sagt Professor Mössner.

Raucher, die unter Husten und Atembeschwerden leiden, sollten sich umgehend untersuchen lassen, empfiehlt Pneumologe Adrian Gillissen: „Nach der neuesten internationalen COPD-Leitlinie, die Ende 2011 veröffentlicht wurde, muss jede bestehende und sich verschlimmernde Luftnotsymptomatik durch eine Lungenfunktionsprüfung abgeklärt werden.“ Betroffene sollten sich daher an ihren Hausarzt wenden, der den Schweregrad mit einem Lungenfunktionstest bestimmt und eventuell an einen Lungenfacharzt weiter verweist. Stellt dieser eine COPD fest, leitet er eine Therapie mit Bronchien erweiternden und entzündungshemmenden Medikamenten ein. Auf dem 118. Internistenkongress in Wiesbaden spricht Professor Gillissen im Rahmen einer Pressekonferenz über neueste Erkenntnisse zur Behandlung der COPD.
Terminhinweise:

Tutorium: Management des chronischen Hustens
Termin: Dienstag, 17. April 2012, 14.45 bis 15.30 Uhr
Ort: Rhein-Main-Hallen, Wiesbaden, Saal 6/1:
Vorsitz: Professor Dr. med. Adrian Gillissen, Kassel

Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM)
Termin: Dienstag, 17. April 2012, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Rhein-Main-Hallen, Wiesbaden, Saal 12 D
Eines der Themen:
Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung COPD – Geht uns die Luft aus?
Professor Dr. med. Adrian Gillissen, Kassel

Kontakt für Journalisten:

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)
Pressestelle
Anne-Katrin Döbler
Anna Julia Voormann
Corinna Spirgat
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-552
Telefax: 0711 8931-167
voormann@medizinkommunikation.org

Anna Julia Voormann | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgim.de
http://www.dgim2012.de

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