Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Radartechnologie "Made in Germany" sorgt für "Durchblick" bei Ölpest, Klimawandel und Stau

08.06.2010
VDE veranstaltet 8. Europäische SAR-Konferenz (EUSAR) vom 7. - 10. Juni in Aachen

Wenn man den Ölteppich im Golf von Mexiko exakt vermessen, aus dem Weltraum Subventionsbetrügern auf die Schliche kommen, schnelle Hilfe für das Krisenmanagement bei Naturkatastrophen einleiten oder sich vom Asche speienden Eyjafjallajökull ein glasklares Bild machen kann, hat dies einen guten Grund: innovative SAR-Technologie aus Deutschland.

Jüngstes Beispiel ist die Erfolgsgeschichte des deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X. "SAR" - diese Abkürzung steht für "Synthetic Aperture Radar", ein abbildendes Radarverfahren, das über große Entfernungen unabhängig von Bewölkung und Tageszeit Bilder von der Erdoberfläche in Foto-Qualität liefern kann. Möglich wird dies durch eine große "fiktive Antenne", die von Flugzeugen oder Satelliten im Flug am Himmel virtuell aufgespannt wird, und ein komplexes Verfahren, bei dem die Erdoberfläche mit Hilfe der Echos von Mikrowellenimpulsen abgetastet und die gelieferten Daten zu synthetischen Bildern verarbeitet werden.

Über die neuesten Entwicklungen und Anwendungsfelder von SAR diskutieren etwa 500 Experten aus 30 Ländern und allen fünf Kontinenten anhand von etwa 400 Beiträgen auf der EUSAR 2010 in Aachen. EUSAR, die bedeutendste internationale Fachkonferenz für SAR-Technologie und -Anwendungen, begleitet in Kooperation mit der Fraunhofer-Gesellschaft (früher: der FGAN), dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR und der Firma EADS seit 1996 im Zweijahresrhythmus die weltweite Entwicklung hochauflösender luft- und weltraumgestützter Radarbildtechniken. Organisiert wird die Fachkonferenz in diesem Jahr von der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik in Wachtberg bei Bonn.

Dass die wichtigste SAR-Fachkonferenz regelmäßig in Deutschland stattfindet, ist kein Zufall. Die Bundesrepublik ist Technologieführer auf diesem Gebiet, das beachtliche Standortchancen eröffnet. Wie groß das Potential der SAR-Technologie ist, lässt sich erahnen, wenn man sich die vielfältigen SAR-Funktionen vor Augen hält. Sie reichen von der dreidimensionalen Abbildung der Erdoberfläche bis zur Erkennung und Positionsbestimmung bewegter Objekte. Dabei liegt die zur Zeit erreichte Auflösung im optimalen Fall bei 5 x 5 cm. Die Reichweite bei flugzeuggetragenen SAR-Systemen kann bis zu mehreren 100 km betragen, bei Satellitensystemen sogar 1.000 km und mehr. Da die Auflösung bei SAR im Prinzip unabhängig von der Entfernung ist, nimmt die Attraktivität des Radars im Vergleich zu optischen Verfahren bei großen Reichweiten immer mehr zu.

Entsprechend breit ist das Spektrum der Anwendungen, das zwei- oder drei-dimensionale Kartografie ebenso umfasst wie die Beobachtung von Naturphänomenen wie vulkanische Aktivität, Erdbeben, Hochwasser- und Unwetterkatastrophen oder die Klassifizierung des Bewuchses in Urwäldern. Die Positionierung und Vermessung bewegter Objekte im Straßen-, Luft- und Schiffsverkehr sowie von Meeresströmungen und Eisbergen zu zivilen Zwecken ist mit der SAR-Technologie ebenso möglich wie die militärische Nutzung aus dem Weltraum oder der Luft zur weltweiten oder auf das Einsatzgebiet konzentrierten Aufklärung. Eine ganz neue Anwendung tut sich auf dem Gebiet des bistatischen SAR auf: Hier fliegen Sender (zum Beispiel auf einem Satellit) und Empfänger (zum Beispiel auf einem Flugzeug) auf unterschiedlichen Plattformen. Bei der EUSAR-Konferenz wird der Öffentlichkeit erstmals gezeigt, dass in dieser Konstellation eine Abbildung der Landebahn in Voraussicht durch die dichte Wolkendecke oder im Nebel möglich ist, was eine Steigerung der Flugsicherheit während des Landeanflugs in der Zukunft machbar erscheinen lässt.

Wenn Anfang Juni SAR-Wissenschaftler und -Ingenieure nach Aachen kommen, um über Forschung und industrielle Anwendungen, über zivile wie über militärische Anwendungsmöglichkeiten zu diskutieren, steht der Start von TanDEM-X bevor. Der Satellit soll Ende Juni von Baikonur aus ins All starten und zusammen mit dem nahezu baugleichen, seit 2007 im All arbeitenden Satelliten TerraSAR-X innerhalb von drei Jahren die Datenbasis für ein bislang einzigartiges digitales Höhenmodell der Erde erfassen. Auf der Konferenz werden jedoch bereits neue Horizonte eröffnet und neue Ziele ins Visier genommen - mit Deutschland als Wegbereiter und Vorreiter auf diesem Technologiegebiet.

Melanie Mora
VDE VERBAND DER ELEKTROTECHNIK
ELEKTRONIK INFORMATIONSTECHNIK e.V.
Pressesprecherin
Stresemannallee 15
60596 Frankfurt am Main
Tel.: 069 6308-461
Mobil: 0175 1874333
Fax: 069 6312925
E-Mail: melanie.mora@vde.com
E-Mail: presse@vde.com

Melanie Mora | VDE
Weitere Informationen:
http://www.vde.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW
08.12.2016 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht NRW Nano-Konferenz in Münster
07.12.2016 | Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie