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Unter dem Titel "MenschMikrobe - Das Erbe Robert Kochs und die moderne Infektionsforschung" starten die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und das Robert Koch-Institut (RKI) im Juni 2010 eine gemeinsame und in ihrer Form bisher einzigartige Wanderausstellung zur Infektionsmedizin.
Die interaktive Schau bietet einen fundierten und allgemeinverständlichen Einblick in die Erforschung der Mikroben und verdeutlicht zugleich die historische und soziale Dimension von Infektionskrankheiten. "MenschMikrobe" wird am 02. Juni 2010 in Berlin eröffnet und ist dort bis 06. Juli 2010 und in der Folge in Bonn und Würzburg für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Anlass der Ausstellung ist der hundertste Todestag des Nobelpreisträgers und Mitbegründers der Bakteriologie, Robert Koch, am 27. Mai 2010.
"Robert Koch hat mit seinen Entdeckungen nicht nur die Medizin, sondern auch unsere Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit bis heute entscheidend geprägt", unterstreicht Prof. Dr. Jörg Hacker, Mitinitiator der Ausstellung und bis zu seinem Wechsel an die Spitze der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina Präsident des RKI. Was sind Mikroben? Wie entstehen Infektionen? Wie lassen sich Seuchen kontrollieren? Viele Antworten aus der Zeit Robert Kochs - der vor allem durch die Identifizierung des Tuberkulosebazillus zu Weltruhm gelangte - sind heute immer noch gültig.
Vieles andere, was man inzwischen über Infektionserreger und ihre faszinierenden molekularen Strategien weiß, ist überraschend und neu. "MenschMikrobe" greift diese Perspektive auf und spannt einen Bogen von der Entdeckung der Mikroben durch Koch und seine Zeitgenossen zu den heutigen Herausforderungen der Infektionsmedizin. "Die Erforschung und Bekämpfung von Infektionen spielt weiterhin eine vordringliche Rolle", sagt Hacker. Beispiele dafür sind nicht nur neuartige Seuchen wie AIDS, SARS oder die Neue Influenza ("Schweinegrippe"), sondern ebenso die hohe Zahl von Krankenhausinfektionen hierzulande oder die enorme sozioökonomische Belastung vieler Entwicklungsländer durch infektiöse Erkrankungen.
"Die Infektionsforschung ist verstärkt in den Fokus unserer Förderpolitik gerückt", bekräftigt der Präsident der DFG, Prof. Dr. Matthias Kleiner. Zahlreiche hochkarätige mikrobiologische Forschergruppen in Deutschland werden durch die DFG unterstützt, zudem fördert sie mit einer eigens konzipierten Afrika-Initiative die Kooperation zwischen deutschen und afrikanischen Infektiologen. "Wir möchten mit ,MenschMikrobe' eine breite Öffentlichkeit einladen, sich von der modernen Infektionsforschung faszinieren zu lassen und sich zugleich mit ihrer gesellschaftlichen Tragweite vertraut zu machen", beschreibt Kleiner den Kerngedanken der Ausstellung.
In zehn Themenstationen beantwortet "MenschMikrobe" grundlegende Fragen - etwa nach der Natur der Mikroorganismen und der Funktion der Körperflora, nach den ökologischen und sozialen Entstehungsbedingungen von Seuchen, dem Nutzen und Nachteil der Antibiotika und den Möglichkeiten der Krankheitsverhütung. Die modern gestalteten Ausstellungswände aus Glas werden durch interaktive Exponate ergänzt, beispielsweise einem Pandemie-Simulationscomputer und einem Playmobil-Krankenhaus zum Erkennen potenzieller Infektionsquellen. Hörstationen erzählen zudem von den sozialen und kulturellen Auswirkungen historischer Seuchenereignisse wie der Pest in Florenz im Jahr 1348 oder der Cholera-Epidemie 1892 in Hamburg. Durch spezielle Kindertexte und eine eigene Kinderstation können grundlegende Zusammenhänge bereits an Kinder ab dem Grundschulalter vermittelt werden.
"MenschMikrobe" wird durch die DFG mit Unterstützung des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft sowie in Teilen aus Mitteln des RKI finanziert. Die Eröffnung von "MenschMikrobe" am 2. Juni in Berlin bildet zugleich den Höhepunkt einer Festwoche, die das RKI ab dem 27. Mai, dem Todestag von Robert Koch mit verschiedenen wissenschaftlichen und Publikumsveranstaltungen begeht.
Weitere Presseinformationen und Interviewanfragen:
Jenny Löwenstein
Fon: (030) 20647361
Mobil: 0151/40106904
Dr. Eva-Maria Streier | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.dfg.de
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