Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Grünes Band": 2. Wissenschaftliche GreenNet Konferenz

16.10.2012
Thema: Wie kann man das Europäische Grüne Band mit landschaftspolitischen Instrumenten sichern?

Das Europäische Grüne Band entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten aus dem früheren Todesstreifens entlang des Eisernen Vorhangs zu einer grünen Lebenslinie mit einzigartigem Natur- und Kulturerbe, berührender menschlicher und politischer Geschichte, Bedeutung und Kraft.

Während wir weltweit seit 50 Jahren mit einem rasanten, beispiellosen Verlust an Biodiversität und einem massivem Verlust an Ökosystemleistungen konfrontiert sind, ist das Europäische Grüne Band noch reich an Biodiversität und verbindet 24 Europäische Länder und wertvolle Landschaften.

Dennoch besteht das Grüne Band zu etwa 50% aus „Lücken“, die keinerlei Schutz, dafür jedoch zahlreichen Beeinträchtigungen unterliegen, hauptsächlich durch intensive Landwirtschaft (hoher Einsatz von Pestiziden und mineralischem Dünger, enge Fruchtfolge) sowie Landschaftszerschneidung.

Daher lag der Schwerpunkt bei der ersten wissenschaftlichen GreenNet Konferenz, die im Januar 2012 in Erfurt stattfand auf dem Grünen Band als ökologisches Netzwerk/Biotopverbund mit seinen Stärken und Lücken.

Rechtlich verbindliche ökologische Netzwerke, die auch in alle sektoralen Planungen übertragen werden, könnten eine Antwort auf 3 der weltweit wichtigsten Herausforderungen sein. Durch die Vernetzung der Landschaft sowie sozialer/institutioneller Strukturen könnten sie:

• Ökosystemleistungen und Biodiversität erhalten (als Grundlage der menschlichen Existenz und auch der Wirtschaft),

• die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen ermöglichen sowie

• dem Klimawandel entgegenwirken und gleichzeitig eine Anpassungs-strategie dafür darstellen.

Am 19./20. Februar 2013 wird die FH Erfurt inhaltlicher Ausrichter der inter-nationalen wissenschaftlichen Konferenz zum Thema „Wie kann man das Europäische Grüne Band mit landschaftspolitischen Instrumenten sichern?“ sein. Diese 2. wissenschaftliche Konferenz des INTERREG-Projektes „GREENNET – Promoting the ecological network in the European Green Belt“ findet an der BOKU Wien statt und wird gemeinsam durch die Projektpartner BOKU Wien und FH Erfurt organisiert. Anmeldungen zur Tagung sind bis zum 25.01.2013 möglich. Wissenschaftliche Beiträge können bis zum 13. November unter marion.mueller@fh-erfurt.de eingereicht werden.

Die Frage für die wissenschaftlichen Beiträge lautet: Wie kann man das Europäische Grüne Band mit landschaftspolitischen Instrumenten sichern? Wir suchen nach Antworten aus der europäischen Landschaftspolitik, begrüßen einen landschaftspolitischen Austausch der europäischen Nachbarländer vor dem Hintergrund einer gemeinsamen Landschafts- und Umweltpolitik. Außerdem freuen wir uns über Beiträge zur Bewusstseinssteigerung für das Europäische Grüne Band, ökologische Netzwerke und Biodiversität, aber gern auch kritisch auf deren Begrenztheit.

Im INTERREG-Projekt „GREENNET – Promoting the ecological network in the European Green Belt“ arbeitet die FH Erfurt mit 11 Projektpartnern aus 6 Ländern (Österreich, Tschechien, Deutschland, Italien, Slowenien, Slowakei) zusammen. Die FH Erfurt ist mit dem Lehrstuhl „Landschaftsplanung“ und dem Institut „Verkehr und Raum“ an dem Projekt beteiligt.

Der Schwerpunkt der Konferenz liegt auf den konkreten, aktuellen land-schaftspolitischen Instrumenten für die Sicherung des Europäischen Grünen Bandes. Trotzdem ist es offensichtlich, dass Biodiversität und Ökosystemleistungen als auch die hauptsächlichen Gründe für deren Verlust: intensive Landwirtschaft und Landschaftszerschneidung/Versieglung auch Europäische/globale relevante Themen sind. Sie betreffen die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft (siehe z.B. http://www.teebweb.org/).

Daher sind auch wissenschaftliche Beiträge von Sozial- Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlern willkommen.

Das Europäische Grüne Band als auch Ökologische Netzwerke und Biodiversität haben Bezug zu vielen Politikfeldern, vielen Verwaltungsebenen und zur Volkswirtschaft und Wirtschaft (z. B. Integration von Ökosystemleistungen in die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung und die kaum bemerkten externen Kosten der anhaltenden kumulativen Landschaftszerschneidung und Versiegelung sowie der kumulativen Auswirkungen der Intensiven Landwirtschaft). Ein Großteil dieser externen Kosten wird aktuell auf die Allgemeinheit/Gesellschaft gelegt und gefährdet nicht nur Arten, Ökosysteme beschleunigt nicht nur den Klimawandel und verringert unsere natürlichen Ressourcen. Sie gefährden auch das Leben von Millionen Menschen, die direkt von den Ökosystemleistungen der Regenwälder und Meere abhängig sind als auch die Zukunft der Menschheit.

Zusätzlich werden diese fast nicht regulierten Prozesse in einer globalisierten begrenzten Welt noch verstärkt durch hohe unbeabsichtigte umwelt- und gesellschaftsschädliche Subvention.

Würde ein Stopp dieser umwelt- und gesellschaftsschädigenden Subventionen sowie eine Internalisierung der externen Kosten nicht enorme Kosten sparen und viele Probleme auf einmal lösen?
Würden dadurch nicht viele Arbeitsstellen in Europa entstehen, gutes, gesundes Essen ermöglicht, der Regenwald und dessen Bevölkerung verschont werden, Hunger und Armut weltweit reduziert werden, würde es nicht Transport, Landschaftszerschneidung, Kohlenstoff und Energieverbrauch reduzieren? Würden nicht Boden, Wasser und Ökosystemleistungen verbessert, der Klimawandel verlangsamt werden und eine Zukunft für folgende Generationen aufgezeigt werden?
Benötigen wir eine integrative Politik, Verwaltung und volkswirtschaftliche Gesamtrechnung mit dem Augenmerk auf ein sehr knapp gewordenes öffent-liches Gut: Biodiversität und Ökosystemleistungen?

Biodiversität und Ökosystemleistungen: Gibt es eine politische Aufgabe mit größerer Priorität und größerem Zeitdruck?

Kontakt:
Prof. Dr. Ilke Marschall: ilke.marschall@fh-erfurt.de
Prof. Dr. Matthias Gather: matthias.gather@fh-erfurt.de
Marion Müller: marion.mueller@fh-erfurt.de, Tel.: 0049 (0)361 6700 524,
Fax: 0049 (0)361 6700 757

Roland Hahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-erfurt.de/lgf/la/
http://www.verkehr-und-raum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University
18.10.2017 | Jacobs University Bremen gGmbH

nachricht Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft
18.10.2017 | gbo datacomp GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik