Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von Quantenoptik, außerirdischen Phänomenen und tanzenden Molekülen

01.03.2012
Frühjahrstagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in Stuttgart

Vom 12. - 16. März 2012 findet an der Universität Stuttgart die Frühjahrstagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) statt. Eine Woche lang tauschen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über Atom-, Molekül-, Plasma- und Kurzzeitphysik, Extraterrestrische Physik, Massenspektrometrie sowie Quantenoptik und Photonik aus. Dabei treffen Nobelpreisträger und andere nationale und internationale Größen der Physik auf engagierten Nachwuchs und Studierende. Auf die interessierte Öffentlichkeit warten ein „EinsteinSlam“ sowie ein Abendvortrag des Physiknobelpreisträgers Prof. Wolfgang Ketterle.

„Die DPG-Frühjahrstagung bietet mir die Möglichkeit, Neues über aktuelle Forschung zu erfahren und talentierte Nachwuchsforscher zu entdecken“, sagt Nobelpreisträger Prof. Theodor Hänsch. So beleuchtet die Tagung beispielsweise, wie man kleinste Partikel mit Laserlicht fangen, bewegen und anordnen kann oder wie sich mit neuartigen Spektroskopiemethoden der Tanz biologischer Moleküle in ihrer natürlichen, wässrigen Umgebung beobachten lässt. Auf Spurensuche macht sich die Tagung sodann in der seltsamen Welt der Quanten und geht dabei Methoden auf dem Weg zu einem künftigen „Quantencomputing“ nach – was eine völlig neuartige Welt für die Weiterentwicklung des heutigen Computers darstellt. „Extraterrestrische Physik“ beschäftigt sich mit physikalischen Phänomenen außerhalb der Erde, wie etwa der Erforschung von Materie und Galaxien im Weltraum. Heiß diskutiert wird auch die atomare Zusammensetzung von Sternen.

Der Abendvortrag des Physiknobelpreisträgers Wolfgang Ketterle vom Massachusetts Institute of Technology (MIT), Cambridge, USA, über Superflüssige Gase nahe dem absoluten Temperatur-Nullpunkt am 15. März um 20:00 Uhr (Pfaffenwaldring 53, Hörsaal 53.01) stellt ein besonderes Highlight für die Öffentlichkeit dar. Bereits 1925 sagte Einstein eine solche neue Form der Materie voraus, aber erst im Jahr 1995 konnte sie in den Laboren in Boulder und am MIT verwirklicht werden. Diese Materie macht es der Forschung erstmals möglich, Phänomene der Festkörperphysik in Reinform zu simulieren. Tiefe Temperaturen öffnen so ein Fenster in die Quantenwelt, in der sich Teilchen wie Wellen verhalten und im Gleichschritt „marschieren“ können.

Darüber hinaus steht einfach verständliche Physik mit „Aha-Effekt“ für die Öffentlichkeit auf dem Programm: Mit dem „EinsteinSlam“ am 13. März um 19.00 Uhr möchte das Studierenden-Netzwerk der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, die „junge DPG“, komplexe Wissenschaft einem breiten und jungen Publikum zugänglich machen. Dazu müssen die Teilnehmenden in nur zehn Minuten ein wissenschaftliches Thema aus der Physik für Laien verständlich und vor allem unterhaltsam präsentieren. Von Powerpoint bis Bühnenshow sind alle Präsentationsformen erlaubt – hauptsache, sie sind kreativ, witzig und vor allem interessant. Am Ende entscheidet das Publikum, welcher Beitrag mit dem „Goldenen Albert“ ausgezeichnet wird. Der Eintritt ist frei.

Feierlicher Höhepunkt der Tagung ist der Festakt der DPG am 14. März ab 10:30 Uhr (Pfaffenwaldring 53, Hörsaal 53.01). Nach der Begrüßung durch den regionalen Tagungsleiter, Prof. Tilman Pfau vom 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart, vergibt der Präsident der DPG, Prof. Wolfgang Sandner, den Herbert-Walther-Preis 2012 an Prof. Alain Aspect, Frankreich (CNRS und Ecole Polytechnique) sowie den Gustav-Hertz-Preis 2012 an Dr. Aldo Antognini, Schweiz (ETH Zürich) und Dr. Randolf Pohl, Deutschland (MPI für Quantenoptik, Garching). Ebenso wird der Preis für die beste Doktorarbeit auf dem Gebiet der Tagung vergeben. Den Festvortrag über Laserspektroskopie von Wasserstoff hält Physiknobelpreisträger Theodor Hänsch (LMU München). Im Anschluss folgt der Preisträgervortrag von Rainer Blatt, Stern-Gerlach-Medaille 2012, zum Thema Quantencomputing (die Medaille wird während der Jahrestagung in Berlin verliehen).

Sämtliche Informationen zur DPG-Frühjahrstagung sind im Internet unter der Adresse http://www.dpg-physik.de/presse/tagungen/2012/index.html zu finden.

Kontaktadresse:
Universität Stuttgart, Hochschulkommunikation, Andrea Mayer-Grenu, Tel. 0711/685-82176, E-Mail: hkom@uni-stuttgart.de

Fachliche Informationen bei Prof. Tilman Pfau, Universität Stuttgart, 5. Physikalisches Institut, Tel. 0711/685-64820, E-Mail: sekretariat@pi5.physik.uni-stuttgart.de

Die Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. (DPG), deren Tradition bis in das Jahr 1845 zurückreicht, ist die älteste nationale und mit über 61.000 Mitgliedern auch größte physikalische Fachgesellschaft der Welt. Als gemeinnütziger Verein verfolgt sie keine wirtschaftlichen Interessen. Die DPG fördert mit Tagungen, Veranstaltungen und Publikationen den Wissenstransfer innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft und möchte allen Neugierigen ein Fenster zur Physik öffnen. Besondere Schwerpunkte sind die Förderung des naturwissenschaftlichen Nachwuchses und der Chancengleichheit. Sitz der DPG ist Bad Honnef am Rhein. Hauptstadtrepräsentanz ist das Magnus-Haus Berlin. Website: http://www.dpg-physik.de

Die Universität Stuttgart pflegt ein interdisziplinäres Profil mit Schwerpunkten in den Natur- und Ingenieurwissenschaften. Zu ihrem besonderen Profil gehört die Verzahnung dieser Fächer mit den Sozial- und Geisteswissenschaften. Gegründet 1829, hat sich die frühere Technische Hochschule zu einer weltweit nachgefragten Ausbildungs- und Forschungsstätte mit rund 22.000 Studierenden entwickelt. Der Forschungsschwerpunkt der Stuttgarter Physik liegt in der Festkörperforschung. Seit zehn Jahren wird dieser erfolgreich durch die Quantenoptik erweitert. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit wurde 2010 mit zwei ERC Advanced Grants sowie aktuell mit dem Leibniz-Preis an Prof. Jörg Wrachtrup ausgezeichnet. Website: http://www.uni-stuttgart.de

Andrea Mayer-Grenu | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht »Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung
19.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht MES-Special für Controller und Produktionsmanager in Hoffenheim sehr gut gebucht
04.09.2017 | gbo datacomp GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie