Anzeige
Wie verändert sich die Gehirnfunktion eines Erwachsenen im Laufe seines Lebens? Was ist anders bei psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie oder Demenz? Wie moderne Bildgebungsverfahren zur Klärung dieser Fragen beitragen können, diskutieren rund 200 renommierte Wissenschaftler verschiedener Nationen und Fachrichtungen bei der Jahrestagung der International Society for Neuroimaging in Psychiatry (ISNIP) vom 7. bis 10. September 2011 in Heidelberg.
Als Festredner der Tagung haben der schwedische Nobelpreisträger Professor Dr. Arvid Carlsson und Professor Dr. Monte S. Buchsbaum, Pionier der neuronalen Bildgebung in der Psychiatrie, ihr Kommen zugesagt. Zu ihren Vorträgen am 7. September um 18 Uhr (Prof. Carlsson) im Rahmen der Kongresseröffnung bzw. am 9. September um 18.30 Uhr (Prof. Buchsbaum) jeweils in der Alten Aula der Universität Heidelberg, ist die interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen. Die Vortragssprache ist Englisch, der Eintritt ist frei.
Die Konferenz findet im Rahmen der 625-Jahr Feier der Universität Heidelberg in der Alten Aula und der "Neuen Universität" statt und wird von einem Team um Professor Dr. Johannes Schröder, Leiter der Sektion Gerontopsychiatrie der Universitätsklinik für Allgemeine Psychiatrie und President-Elect der ISNIP, organisiert.
Der Pharmakologe Arvid Carlsson, 1923 im schwedischen Uppsala geboren, erhielt im Jahr 2000 für seine Erforschung der Signalübertragung im Nervensystem den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Er entdeckte vor rund 60 Jahren das Dopamin, einen wichtigen Botenstoff im Gehirn. Seine Forschungsarbeiten ermöglichten eine gezielte Behandlung der Parkinson-Erkrankung, klärten Zusammenhänge zwischen Botenstoffen im Gehirn und Gemütszuständen und führten zur Entwicklung moderner Antidepressiva. Monte S. Buchsbaum, geboren 1940 in Chicago, entwickelte seit den späten 1970er Jahren Methoden der neuronalen Bildgebung und trug dazu bei, z.B. die Kernspintomographie in der psychiatrischen Forschung zu etablieren.
Charakteristische Veränderungen der Hirnaktivität erkennen
„Moderne Bildgebungsverfahren sind heute aus dem klinischen Alltag der Psychiatrie nicht mehr wegzudenken“, sagt Professor Schröder. Denn mit bestimmten Verfahren der Magnetresonanztomographie (MRT) oder der sogenannten Positronen-Emissions-Tomographie (PET) lassen sich anatomische Strukturen ebenso wie die Nervenaktivität im Gehirn sehr gut abbilden. Die Hirnbildgebung trug daher in den letzten beiden Jahrzehnten wesentlich zu einem genaueren Verständnis psychischer Erkrankungen und zur Entwicklung neuer Therapieansätze bei. So hat sich z.B. die Magnetresonanztomographie als wichtiges Werkzeug zur Früherkennung und Diagnose psychischer Alterserkrankungen, insbesondere der Demenzen, bewährt.
Aktuell wurde am Universitätsklinikum Heidelberg ein neuer Magnetresonanztomograph eigens für wissenschaftliche Projekte und Studien in Betrieb genommen. Wissenschaftler der Psychiatrischen Universitätsklinik (Ärztliche Direktorin: Professor Dr. Sabine Herpertz) wollen damit u.a. erforschen, welche Netzwerke im Gehirn an der Verarbeitung von Gefühlen, an ihrer Aktivierung und Kontrolle beteiligt sind, wie sich diese Aktivität bei psychischen Erkrankungen verändert und wie sich therapeutische Interventionen auf die Gehirnaktivität auswirken. Derzeit laufen Studien zum Vergleich verschiedener Therapien bei Borderline-Störung, die mit heftigen, als unkontrollierbar erlebten Gefühlsausbrüchen einhergeht, und chronischer Depression.
Kontakt für Journalisten:
Mag.rer.nat. Marc Montgomery Lässer
Universitätsklinik für Allgemeine Psychiatrie
Tel. 06221 / 56 387 06
E-Mail: marc.laesser@med.uni-heidelberg.de
Weitere Informationen und Programm im Internet:
http://www.isnip2011.unitt.de
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 10.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 Departments, Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.600 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.
Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de
Dr. Annette Tuffs | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.klinikum.uni-heidelberg.de
Weitere Berichte zu: Bildgebungsverfahren > Botenstoff > Demenz > ISNIP > Magnetresonanztomographie > Nobelpreisträger > Psychiatrie
NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit
24.05.2012 | Universität Vechta
Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung
24.05.2012 | HSBA Hamburg School of Business Administration
Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.
Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.
„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...
Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.
Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.
Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...
Anzeige
Anzeige

Energieversorger vor dem Umbruch
24.05.2012 | Studien Analysen
Stem-cell-growing surface enables bone repair
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Wissenschaft und Öffentlichkeit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten