Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Prostatakrebsforschung in Deutschland stärken

22.04.2013
Internationales Symposium in Bonn

Über aktuelle Fortschritte in der Prostatakrebsforschung tauschen sich mehr als hundert deutsche und internationale Experten am 22. und 23. April 2013 in Bonn aus. Zu dem Symposium „Prostatakrebsforschung: Herausforderungen und Chancen“ („Challenges and Chances in Prostate Cancer Research“) hat die Deutsche Krebshilfe zahlreiche renommierte Sprecher eingeladen.

„Wir möchten Wissenschaftler zusammenbringen, um Netzwerke zu schaffen und so die Forschung in Deutschland zu stärken“, sagte Fritz Pleitgen, Präsident der Deutschen Krebshilfe, anlässlich der Eröffnung des Symposiums im Bonner Hotel Bristol.

„Prostatakrebs stellt nach wie vor eine große wissenschaftliche Herausforderung dar“, so Pleitgen weiter. „Trotz zahlreicher wissenschaftlicher und medizinischer Fortschritte in den vergangenen Jahren besteht weiterhin ein hoher Bedarf an verbesserten Diagnose- und Therapiemöglichkeiten.“ Daher seien in der Forschung weitere Anstrengungen notwendig und wichtig, die zudem gut koordiniert angegangen werden müssten. „Um die Krankheit effektiver bekämpfen zu können, müssen die zahlreichen Forschergruppen vernetzt und ihre Expertise gebündelt werden.“

„Mit dem heutigen Kongress wollen wir diesen Gedanken nun in die Tat umsetzen“, ergänzte Professor Dr. Markus Hohenfellner, Direktor der Urologischen Klinik der Universität Heidelberg sowie Mitglied des Organisationskomitees und des Fachausschusses „Versorgungsmaßnahmen und -forschung“ der Deutschen Krebshilfe. „Wir ermöglichen es den Teilnehmern, in einem kollaborativen Ambiente ihre Erfahrungen und Ideen auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und fachübergreifende Kooperationen anzuregen. Ein Beispiel für ein erfolgreiches interdisziplinäres Forschungsvorhaben ist ein von der Deutschen Krebshilfe bereits gefördertes Verbundprojekt zum Thema Prostatakarzinom-Früherkennung, an dem Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen beteiligt sind.“

Zusätzliche Impulse erhofft sich die Deutsche Krebshilfe von teilnehmenden Experten aus dem Ausland. Als internationale Fachleute sind Louis Denis, Antwerpen, Belgien, Jelle O. Batentz vom University Medical Center Nimwegen in den Niederlanden, Martin Gleave vom Vancouver General Hospital in Kanada und Mark A. Rubin vom Weill Cornell Medical College in New York nach Bonn gekommen.

„Der Dialog zwischen den deutschen und internationalen Wissenschaftlern wird neue Ansätze eröffnen, um Diagnostik und Therapie sowie die Lebensqualität von Männern mit Prostatakrebs zu verbessern“, sagte Günter Feick, Mitglied im Organisationskomitee und Vorsitzender des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS). Der BPS hatte die Durchführung des Symposiums aus dem Blickwinkel der Patienten angestoßen.
Hintergrund-Information: Prostatakrebs

Mit 67.600 Neuerkrankungen pro Jahr ist Prostatakrebs die häufigste Krebsart bei Männern in Deutschland. Ein Großteil der Betroffenen hat einen lokal begrenzten Tumor. In diesem Fall kommen vier Behandlungswege infrage: das operative Entfernen der Prostata, die Bestrahlung von außen, die Behandlung des Tumors mittels dauerhaft in der Prostata platzierten Strahlenquellen, die sogenannte Brachytherapie, oder die aktive Überwachung (Active Surveillance) mit regelmäßigen Kontrollen und der Einleitung weiterer Therapieschritte bei Fortschreiten der Krankheit.

Am 22. Januar 2013 fiel der Startschuss zu einer der größten klinischen Studien auf dem Gebiet der Onkologie – der sogenannten PREFERE-Studie. Hierbei werden erstmals alle vier Optionen zur Behandlung eines lokal begrenzten Prostatakarzinoms an rund 7.600 Patienten vergleichend untersucht. Knapp 1.000 niedergelassene Urologen und Strahlentherapeuten sowie mindestens 90 Prüfzentren werden sich bundesweit an der Studie beteiligen. Das Ziel der PREFERE-Studie ist es, mit größtmöglicher Zuverlässigkeit Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit für alle vier derzeit beim lokal begrenzten Prostatakarzinom angewendeten Strategien zu gewinnen. Bis zum Jahr 2030 finanzieren die Deutsche Krebshilfe sowie die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen das Projekt mit rund 25 Millionen Euro.

Christiana Tschoepe | Deutsche Krebshilfe e. V.
Weitere Informationen:
http://www.krebshilfe.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni
24.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet
24.05.2017 | Deutsche Diabetes Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten